Laden, bitte warten...
SCL Tigers mit klaren Krisen-Symptomen
3:7 – Schlappe der Emmentaler beim in jeder Hinsicht besseren SC Bern.
SCL Tigers in Unterform beziehen in Bern eine empflindliche 3:7 Schlappe und damit die 3. Niederlage in Serie. Von der Verfassung des Teams, welches letzte Saison die Playoffs erreichte, sind die Langnauer derzeit weit entfernt.
Die Vorzeichen leiteten uns diesmal nicht in die Irre. Der SC Bern, mit den bis zum Derby erspielten 15 Punkten beinahe doppelt so effektiv in die Saison gestartet wie die Tiger (8), erwies sich auch in der Direktbegegnung als mindestens doppelt so gut. Fangen wir zuhinterst an. Die Berner waren an diesem Abend auf der Torhüterposition besser besetzt. Robert Esche im Tor der Tiger zog nicht seinen besten Abend ein und kassierte bereits in der 3. Minute aus spitzem Winkel das 0:1 durch Jean-Pierre Vigier. Dieser Treffer schien haltbar zu sein. Auch danach konnte Esche nicht die überdurchschnittliche Leistung abrufen, welche an diesem Abend notwendig gewesen wäre, damit die überforderten Tiger überhaupt eine Siegchance gehabt hätten. Aber die Schuld an der Niederlage lag nicht am Torhüter. Er leitete diese lediglich ein. Die Mutzen waren sowohl läuferisch wie auch stocktechnisch besser. Sie reagierten schneller und verschafften sich so Vorteile in den Zweikämpfen, welche sie meistens gewannen. Und sie hatten eine um Welten bessere Angriffsauslösung. Es wird deutlich sichtbar, dass den Emmentalern ein Verteidiger vom Format eines Curtis Murphy fehlt. Murphy war letztes Jahr bei den Tigern der Marathon-Man, und zusammen mit Jörg Reber für die Angriffsausläösung zuständig. Auch Murphy leistete sich zuweilen Fehlpässe, was bei seinem Pensum auf dem Eis nicht verwunderlich war. Aber die Mehrheit seiner Zuspiele erreichten die Adressaten. In diesem Jahr wirken die Tigers nach einem abgefangenen Angriff bei aggressiv forecheckenden Gegner oft wie ein Panikorchester, was viele Angriffe bereits in der eigenen, oder spätestens in der neutralen Zone im Keime erstickt. Auch Jörg Reber kann bisher die durch Murphy hinterlassene Lücke nicht schliessen. Dies war auch schon bei den Spielen gegen den EHC Biel und den EV Zug so. Mit dem SC Bern trafen aber die Tiger erstmals auf einen Gegner, welcher diese Schwäche gnadenlos auszunutzen verstand. Beispielsweise das 1:2 der Berner dokumentiert die Schwäche der Langnauer, als als deren hinterster Mann den Puck direkt auf den Stock von Johann Morant servierte. Ryan Gardner lenkte danach den harmlos scheinenden Schuss von Jean-Pierre Vigie unglücklich ab. Oder das 2:5, bei welchem sich Simon Moser an der eigenen blauen Linie verdrippelte, was der Ursprung von Marc Reicherts zweitem Treffer war. Reichert schoss bereits das 2:4, bei welchem er vor dem Tor komplett vergessen wurde. Dass die Tiger zwischenzeitlich durch Pascal Pelletier ausgleichen, und später nur Sekunden Byron Ritchies Powerplaytor zum 3:1 durch Simon Lüthi auf 2:3 verkürzen konnten, spielt im Nachhinein keine Rolle mehr. Denn im Mitteldrittel fielen die Tiger komplett auseinander. Im Schlussdrittel kam Urban Leimbacher zu seinem ersten Einsatz im Tiger-Tor in dieser Saison. Er bewies, dass er bereit ist, wenn er gebraucht wird. Er vernichtete diverse gute Berner gelebenheiten und kassierte lediglich einen Treffer, als sein Team in Unterzahl spielte (55. Simon Moser auf der Strafbank, Ivo Rüthemann skorte).
SC Bern – SCL Tigers 7:3 (3:2, 3:0, 1:1)
PF-Arena, Bern, 16'038 Zuschauer. SR: Kurmann Fluri/Müller. Tore: 3. Vigier ( Gardner, Roche) 1:0. 10. Pelletier (S. Moser, Bucher) 1:1. 12. Gardner (Vigier, Morant) 2:1. 19. (18.11) Ritchie (Roche, Vermin, Ausschluss Reber) 3:1. 19. (18.30) Lüthi (Haas) 3:2. 22. Reichert (Vigier) 4:2. 25. Reichert (Vigier) 5:2. 25. Berger (Kwiatowski, Ritchie) 6:2. 57. C. Moggi (S. Moggi, Gerber) 7:3. Rüthemann (Gardner) 7:2. 59. Strafen: 3-mal 2 Minuten + 1-mal Spieldauer-Disziplinarstrafe (Johan Morant, übertrieben Härte) gegen den SC Bern, 5-mal 2 Minuten + 1-mal Spieldauer-Disziplinarstrafe (Pascal Pelletier, übertrieben Härte) gegen die SCL Tigers.
SC Bern: Bührer: Höhener, Roche; Kwiatowski, Meier; Gerber, Morant; Neuenschwander; Vermin Ritchie, Berger; Scherwey, Froidevaux, Fritsche; Rüthemann, Plüss, Déruns; Reichert, Gardner, Vigier.
SCL Tigers:
Esche (ab 41. Leimbacher); Reber, Rytz; Stettler, Lardi; Lüthi, Lindemann; C. Moser; S. Moser, Pelletier, Bucher; Haas, MvcLean, Leblanc; C. Moggi, Perrault, S. Moggi; Genazzi, Gustafsson, Gerber; Rexha.