Was hat Langnaus Trainer John Fust zu seiner Verteidigung vorzubringen? Nichts mehr. Die SCL Tigers verloren gestern (0:5) so wie sie seit Wochen meistens verlieren. Früh fällt die Entscheidung, schnell kehrt Resignation ein und bald ist alles vorüber. Die letzten zwei Pleiten gegen Davos (3:4) und die Lakers (0:1) hatten noch einen gewissen Unterhaltungswert. Aber die gestrige Partie war eine der emotionslosesten und langweiligsten aller Zeiten, Länder und Ligen. Keine Chance. Keine Hoffnung. Keine Spannung. Keine Unterhaltung. Auch ein für Langnauer Verhältnisse grandioser Start – das 0:1 fiel erst in der 10. Minute (!) – blieb ohne belebende Wirkung auf das Wesen und Wirken der Tiger. Die Emmentaler haben in drei der letzten vier Spiele kein Tor geschossen (0:2 Lugano, 3:4 Davos, 0:1 Lakers, 0:5 Kloten)

 

Zwei Siege müssen her

Nun verbleiben John Fust mit den Partien gegen Fribourg und in Lugano noch zwei Plädoyers, um die Anklage wegen notorischer Erfolgslosigkeit zuentkräften. Nur mit zwei Siegen kann er seinen Job retten. Seine Richter (die Verwaltungsräte der SCL Tigers) sind ihm zwar wohl gesinnt. Schliesslich kostet die Entlassung des Trainers immer etwas. Aber zwei Niederlagen werden sie Fust nicht verzeihen. Langnaus Hockeygericht (der Verwaltungsrat) wird nächste Woche das Urteil verkünden.

 

Gewährsleute aus dem Tal melden,dass es inzwischen wichtige Stimmen gebe, die fordern, dass in Sachen notorischer Erfolgslosigkeit nicht nur der Trainer angeklagt werden sollte. Es gebe innerhalb des Gerichtes (des Verwaltungsrates) inzwischen nur noch den Vorsitzenden (Präsident Peter Jakob), der keine Ausweitung der Strafuntersuchung wünsche. Die übrigen Verwaltungsräte seien der Meinung, auch der ehemalige, durch Jakob Kölliker ersetzte Sportchef Ruedi Zesiger sei in der Sache anzuklagen. Weil er die Zusammenstellung der notorisch erfolglosen Mannschaft und die Vertragsverlängerung mit Trainer John Fust bis 2015 zu verantworten habe.

 

Auf dem Eis bieten die Tigers zurzeit null Kurzweil. Aber die Chancen stehen gut, dass wir nächste Woche mit dem ersten Akt im Theaterstück «Das Hockeygericht an der Ilfis» vorzüglich unterhalten werden. Niemand sollte darauf wetten, dass Trainer John Fust und Ruedi Zesiger am Ende der Saison noch in Lohn und Brot stehen.