Gute Chancen für die Halbfinal-Qualifikation

6 Gründe, weshalb die SCL Tigers stärker sind als der HC Thurgau

Die SCL Tigers sind in der Playoff Viertelfinal-Serie gegen den HC Thurgau klarer Favorit. FANTIGER zeigt, weshalb dies so ist, und weshalb die Langnauer gegen die Ostschweizer nichts anbrennen lassen werden.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Chris DiDomenicoDie Ausgeglichenheit

Zu den besten 20 Skorern in der NLB Qualifikation zählen mit Derek Damon (2.), Danny Irmen (7.) und Thomas Nüssli (19.) gleich drei Spieler des HC Thurgau, aber kein einziger der SCL Tigers, und die Ostschweizer erzielten in den 45 Spielen mit 144 auch 5 Treffer mehr als die Langnauer (139). Doch 60 Tore erzielte allein die Paradelinie mit Damon, Irmen und Nüssli. Dies beweist die Abhängigkeit des HCT von dieser Linie. Die SCL Tigers sind wesentlich ausgeglichener besetzt und deshalb viel schwieriger auszurechnen. Im Gegensatz zum HCT reicht es bei den Langnauern nicht, einfach eine Linie aus dem Spiel zu nehmen. Denn sogar die 4. Linie kann ein Spiel entscheiden.

 

Die Defensive

Wir rühmten Thurgau-Hüter Pascal Caminada als einen, der für sein Team Spiele gewinnen kann. Doch der HCT kassierte in dieser Saison mit 160 ganze 37 Gegentreffer mehr als die Langnauer. Dies macht einen Unterschied von fast einem Tor pro Spiel. Die Defensive als Geamtes ist deshalb bei den SCL Tigers fast eine Klasse besser als beim HCT. Zieht Croce Tigers-Hüter Lorenzo Croce einen mittelmässigen Tag ein, können die Langnauer trotzdem gewinnen. Passiert Pascal Caminada beim HCT das Gleiche, ist das Spiel verloren.

 

Die Bilanz

In den Playoffs ist alles anders, denn solche Serien haben ihre eigenen Gesetze. Wenn einem Team der Gegner nicht liegt, bedeutet dies in der Qualifikation fast nicht, in den Playoffs hingegen fast alles. Aus den Resultaten der Qualifikation kann man die Stärkenunterschiede von zwei Teams in Direktbegegnungen gut erkennen. Die 4:1 Siege sprechen eine deutliche Sprache zu Gunsten der Langnauer.

 

Das Können und das Wollen

Ohne eine ganze Serie von schwachen Leistungen hätten die SCL Tigers den Qualisieger EHC Olten mehr heraus gefordert. Mit Ausnahme der Spiele gegen die Powermäuse zeigten die Langnauer je länger die Saison dauerte desto mehr, dass sie dann, wenn von ihnen eine gute Leistung nötig war, sie diese auch erbringen konnten und erbrachten. In jedem Spiel, in welchem das Team von Bengt-Ake Gustafsson a) mit Playoff-Intensität spielt und eine konzentrierte Leistung abruft, wird der HC Thurgau als Verlierer vom Eis gehen. Aber Achtung: Andersherum ist auch gefahren. In jedem Spiel, in welchem die Langnauer nicht ihre beste Leistung abrufen, wir der HC Thurgau zuschlagen.

 

Die Ausländer

Es mutet sicher seltsam und auch etwas gesucht an, die Ausländer als Pluspunkt bei den Langnauern zu sehen. So ist dieser Punkt auch gar nicht zu verstehen, denn da sprechen die bisherigen Skorerwerte eine deutlich andere Sprache. Doch die SCL Tigers haben nachgerüstet und sich die Dienste von Chris DiDomenico gesichert. Der Kanadier wird sich als echte Verstärkung für die Langnauer entpuppen. Dazu befindet sich der französische Nationalverteidiger Kévin Hecquefeuille in einer prächtigen Form. Es geht deshalb in diesem Punkt weniger darum, wer tatsächlich die stärkeren Ausländer hat, sondern darum, dass die SCL Tigers mit der Verpflichtung von DiDomenico auf einer dieser Positionen zugelegt haben. Und sie hatten ja auch ohne DiDo 19 Punkte mehr als der HCT.

 

Die Warnung zur rechten Zeit

Die Niederlage vom 14. Februar in Weinfelden war für die SCL Tigers ein dringend benötigter Warnschuss. Ohne diesen Sieg hätte sich der HCT zwar gar nicht für die Playoffs qualifiziert. Ein weiterer Sieg der Emmentaler hätte jedoch auch bedeutet, dass der HC Thurgau die einzige Mannschaft gewesen wäre, gegen welche die Emmentaler keinen Punkt abgegeben hätten. So aber steht das Siegverhältnis statt 5:0 lediglich 4:1, und das letzte Spiel gehörte den Ostschweizern. Für die Langnauer ist deshalb leicht auszurechnen, dass die Thrugauer, die ihre letzten drei Spiele allesamt gewannen und dabei das Punktemaximum realisierten, sehr zuversichtlich une euphorisiert in diese Serie starten werden. Die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen, ist in diesem Fall gebannt.