SCL Tigers - EHC Olten 3:2 n.V. (0:0, 2:0, 0:2)

Cup: Endlich! Die Maus erstmals gefangen und gefressen

War das eine Zangengeburt! Endlich, im siebten Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften seit dem Abstieg der SCL Tigers in die NLB gingen die Langnauer gegen den EHC Olten als Sieger hervor. Und erstmals in dieser Saison gewannen die Tiger in der Overtime.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

Thomas NüssliWenn der Tiger die Maus beisst, hat er wenig zwischen den Zähnen. Vielleicht waren die Raubkatzen bisher deshalb derart «schnäderfrässig», denn sie bissen die Maus in den letzten anderthalb Jahren nie. Doch irgendwann wird auch das schönste Fell matt, wenn der Hunger nicht gestillt wird, und dann gibt sich der grösste Tiger plötzlich sogar mit der kleinsten Maus zufrieden. Klein war die Maus auch diesmal beileibe nicht, die dem Tiger vorgesetzt wurde. Und sie erwies sich als äusserst zappelig und wendig, und wäre dem Biss des Jägers beinahe noch entkommen. Doch am Ende machte das Team von Bengt-Ake Gustafsson doch mehr richtig als falsch und gewann diese wichtige Cup-Partie verdient. Nicht nur der Hunger wurde damit zumindes ein klein wenig gestillt, auch die von der Maus zuvor gar übel strapazierte Seele erhielt etwas Balsam.

 

Der Sieg war vor allem wegen der Leistung in den ersten vierzig Minuten mehr als verdient. Trotzdem kam er mit einer tüchtigen Portion Glück zustande. Denn nachdem Tom Gerber (24.) und Kévin Hecquefeuille in doppelter Überzahl (30.) die Langnauer im zweiten Abschnitt in Führung schossen, und bis zum Ende des Drittels nichts darauf hindeutete, dass Olten nochmals heran kommen könnte, begannen im letzten Drittel doch noch die Nerven zu flattern. Schliesslich bleiben sechs Niederlagen in sechs Spielen nicht ohne Wirkung. Prompt schlichen sich plötzlich Fehler ins Spiel der Emmentaler ein, welche schliesslich doch noch zum Ausgleich führten. Doch dieser Sieg wird in den Köpfen der Spieler einiges auslösen. Das Selbstvertrauen ist infolge der guten Resultate aus den letzten Spielen sowieso enorm gestiegen. Dies war in den ersten beiden Abschnitten gegen den EHC Olten sowohl an der Körpersprache als auch an der Spielweise klar ersichtlich. Endlich wurde Tatsache, auf was das Emmental bisher vergeblich wartete. EinSieg gegen die Powermäuse aus Olten. Völlig zu recht wurde er dieser Erfolg sowohl auf den Rängen wie auch auf dem Eis gebührend gefeiert. Denn er kam nicht in einem quasi bedeutungslosen Qualifikationsspiel zustande, wo ein Team am Ende auch auf dem ersten Platz stehen kann, ohne einen bestimmten Gegner einmal bezwungen zu haben. Nein: Der Sieg kam zustande in einem Spiel, in dem es um Scheitern oder Weiterkommen ging. In einer Partie also, in welcher der Druck hoch ist. Wichtig auch, dass das Team von Bengt-Ake Gustafsson erstmals in dieser Saison eine Partie in der Überzeit gewinnen konnten. Die Niederlage in Langenthal eine Sekunde vor Schluss der Verlängerung ist noch in zweifelhafter Erinnerung. In den beiden Penaltyschiessen in Weinfelden und in Martigny scheiterten die Tiger jeweils kläglich. Jetzt darf das Emmental mit etwas Glück einen Gegner aus der NLA erwarten. Etwas Glück braucht es deshalb, weil der EHC Visp völlig überraschend den HC Davos eliminierte, und deshalb ebenfalls als Gegner der Langnauer in Frage kommt. 

 

Für Thomas Nüssli ist in den Viertelfinals jeder Gegner recht. Nur den EHC Visp will er lieber nicht vorgesetzt erhalten. «Oder will einer von euch unbedingt ins Wallis reisen?», fragte der Schütze des Siegestores, welches er in der 4. Minute der Verlängerung auf Zuspiel des Kanadiers Chris DiDomenico erzielte, gut gelaunt und scherzhaft in die Journalistenrunde. «Wir müssen näher an die NLA rankommen», meinte der 32-jährige, der bereits im Spiel gegen den HC Thurgau drei Treffer erzielte. «Das Publikum hier in Langnau hat solche Spiele verdient.» Einen Wunschgegner nannte Nüssli dann doch noch. Die Rapperswil-Jona Lakers. «Die leben vor allem von ihren vier Ausländer. Aber wir haben immerhin auch zwei gute, und bei den Schweizern und bei den Torhütern sind wir besser aufgestellt als die Rapperswiler. Ein Vergleich wäre deshalb sehr interessant.»

 

 

Cup: SCL Tigers - EHC Olten 3:2 n.V. (0:0, 2:0, 0:2)

 

Ilfishalle, 3'246 Zuschauer. SR: Mandioni/Wirth, Bürgi/Espinoza. Tore: 24. T. Gerber (Stettler) 1:0. 30. Hequefeuille (K. Lindemann, C. Moggi, Ausschlüsse Feser, Pargäzzi) 2:0. 44. Wüst (Ganz, Feser) 2:1. 51. Leone (Feser, Ausschluss Zryd) 2:2. 64. Nüssli (Didomenico) 3:2. Strafen: 5-mal zwei Minuten + 1-mal zehn Minuten (Ronchetti, Check gegen den Kopf) gegen die SCL Tigers. 6-mal zwei Minuten gegen Olten.

 

SCL Tigers: Ciaccio; K. Lindemann, ecquefeuille; Müller, Stettler; Ronchetti, Zryd; Flückiger; S. Lindemann, C. Moggi, T. Gerber; Bucher, Didomenico, Nüssli; Haas, A. Gerber, Haberstich; Wyss, Albrecht, Schlapbach; Bandiera.

 

EHC Olten: Tobler; Pargäzzi, Ganz, Meister, Bagnoud; Parati, Aeschlimann; Rampazzo, Schnyder; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Wiebe, Hirt; Brunner, Studer, Leone; Lüthi, Wüthrich, Ruhnke.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Rexha, Bärtschi, Gustafsson, S. Moggi, Sterchi, Rüegg (alle verletzt). Olten ohne Schild, Marolf, Schneuwly, Burki, Weber (alle verletzt), Ulmer (abwesend). 19. Pfostenschuss Wiebe.

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