Aktienzeichnung und Darlehen

Das Gemeindeparlament hat gehandelt

Das Rettungspaket für die SCL Tigers ist unter Dach und Fach. Der Grosse Gemeinderat liess sich nicht beirren, folgte der Empfehlung von Gemeindepräsident Bernhard Antener, und stimmte sowohl der Aktien-Zeichnung wie auch der Gewährung eines Darlehens von 800'000 Franken zugunsten der SCL Tigers zu. Das Darlehen unterliegt dem fakultativen Referendum, könnte also durch eine Volksabstimmung noch gekippt werden, falls das Referendum (nötig sind 300 Unterschriften) ergriffen wird.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Beide Geschäfte sind an Bedingungen geknüpft. a) Der Verwaltungsrat der Tiger muss neu bestellt werden, und b) die Bilanz muss saniert sein. Eine wichtige Bedingung hat jedoch das Parlament vergessen zu stellen:

 

Das Darlehen nützt nichts, wenn die Tiger zu Tode gespart werden. Deshalb muss die neue Tiger-Führung ein paar wichtige Dinge beachten:

 

1.) Zuschauer, Sponsoren und Fans sind Kunden der SCL Tigers und haben das Recht auf eine Gegenleistung in üblichem Rahmen für ihr Geld. Dieses Recht ist nicht gegeben, wenn die Tiger keine konkurrenzfähige Mannschaft stellen. Peter Jakob und seine Crew haben dafür zu sorgen, dass nicht der Konsumentenschutz oder der Kassensturz tätig werden muss, weil die Kunden im Emmental übers Ohr gehauen werden.

2.) Die Gemeinde Langnau muss auch weiterhin ihre Verantwortung wahrnehmen. Dies heisst, dass an künftige Generalversammlungen der SCL Tigers Vertreter der Gemeinde anwesend zu sein haben, um auf allfällige Fehlleistungen hinzuweisen. Es darf künftig nicht mehr vorkommen, dass Besucher einer GV vor allen Leuten herunter geputzt werden, nur weil sie eine Zahl in der Bilanz kritisch hinterfragen, wie dies in den letzten Jahren zuweilen geschah.

3.) Sind die Tiger nicht konkurrenzfähig, wird dies Konsequenzen haben. Dass nicht nur die Ausgaben, sondern auch die Einnahmen aus den Eintritten, dem Cattering und dem Merchandising zurück gehen, liegt auf der Hand. Längerfristig hat dies auch Auswirkungen an der Sponsorenfront. Welcher Sponsor wirbt mit einem Klub, welchem die Zuschauer davon laufen, und welcher Erfolge weder vorweisen kann noch diese anstrebt. Aber die Folgen sind noch viel schwerwiegender. Bereits jetzt sind die Agenten vor allem der guten Spieler der SCL Tigers am evaluieren, welche erfolgreichere und ambitiösere Klubs für ihre Schützlinge in Frage kommen würden. Es droht also ein Aderlass an der Personalfront, welcher vermutlich wieder nicht gleichwertig ersetzt werden könnte.

 

Es ist jedoch so, wie Peter Jakob immer sagt: Man muss das Geld, das man ausgibt, auch einnehmen können. Die neue Führung hat indes nicht nur dafür zu sorgen, dass gespart wird, sondern auch, dass genügend Geld eingenommen wird, damit trotz Schuldenabbau und Bilanz-Sanierung konkurrenzfähiges Eishockey gespielt werden kann. Dies heisst mit andern Worten: Es muss bereits zu Beginn der Saison ersichtlich sein, dass das Team SCL Tigers berechtigte und reelle Chancen auf einen andern als den zwölften Rang nach der Qualifikation hat, und zudem die Liga halten kann. In kommenden Spielzeiten sollte auch wieder um die Playoffs gespielt werden können.

 

Fazit: An der heutigen GGR-Sitzung wurde bloss ein Schritt getan. Weitere müssen folgen, und es dürfen nicht nur defensive sein. 

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