Neue Zürcher Zeitung

Das Saisonende als Neuanfang

Die Lakers müssen eine neue Leistungskultur etablieren. Insofern muss der nun gesicherte Ligaerhalt für die Lakers der Neuanfang sein, den sie schon vor Jahresfrist mit dem Fünfjahresplan «Mission Lakers» ausgerufen hatten.

Presse • • von tay

Schon früh im Schlussdrittel des siebenten Spiels des Eishockey-Play-out-Finals war der Widerstand der zuvor so zähen SCL Tigers gebrochen. Die zwei Tore des Rapperswilers Kolnik innert 18 Sekunden zum 5:1 raubten ihnen den letzten Funken Hoffnung auf eine Wende. Nach der 2:5-Niederlage müssen die Tigers ab Donnerstag gegen den NLB-Meister Lausanne in die Ligaqualifikation.

 

Diesem Szenario wähnten sich die Berner eigentlich schon am Samstag im sechsten Spiel entronnen, als ihnen 1:40 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit der vermeintlich entscheidende Führungstreffer geglückt war. Doch die Lakers glichen wenig später aus und sicherten sich in der Overtime per Shorthander durch den kanadischen Offensivverteidiger Walser den Sieg und ein siebentes Spiel. Dank dem Ligaerhalt bleibt Walser zwei weitere Jahre in Rapperswil-Jona. Der in extremis errungene Sieg war offenbar der Wendepunkt in der Serie. Die Rapperswiler begriffen, wie sie zu spielen hatten: physischer und mit viel mehr Einsatz. Die Gespräche und der vor dem sechsten Duell angesetzte Bowling-Abend hatten offenbar Früchte getragen.

 

Jedenfalls spielten die St. Galler im letzten möglichen Moment der Saison endlich richtiges Eishockey: aggressiv, willig und hartnäckig, bei Bedarf aber auch einfach. Zudem lieferte der Torhüter Aebischer eine seinem Standing entsprechende Leistung ab. Auch schienen die Lakers über mehr Energiereserven zu verfügen als die Emmentaler. Am Ostermontag waren sie im Lido die schlicht bessere Mannschaft – es gelang ihnen nichts weniger als ihre beste Performance in den letzten zwei Jahren.

 

Am oberen Zürichsee muss man sich deshalb die Frage gefallen lassen, was in dieser Zeit möglich gewesen wäre, hätte man schon länger auf einen Trainer vom Fach wie Anders Eldebrink gesetzt statt nur auf einen Motivator, wie es Harry Rogenmoser einer war. Insofern muss der nun gesicherte Ligaerhalt für die Lakers der Neuanfang sein, den sie schon vor Jahresfrist mit dem Fünfjahresplan «Mission Lakers» ausgerufen hatten. Eldebrink regelt seine Zukunft in den nächsten Wochen. Der langjährige Coach der Kloten Flyers will ab Sommer wieder in der Schweiz tätig sein. Entweder in Lugano oder in Rapperswil-Jona.

 

An beiden Orten fehlte zuletzt eine Leistungskultur, die diesen Namen verdient. Das hat auch Eldebrink erkannt. Die richtige Einstellung müsse schon in der Novizen- und Elitestufe implementiert werden, sagt der Schwede. Er reist nun in seine Heimat und tankt neue Kräfte für kommende Aufgaben.

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