SCL Tigers - HC Davos 3:6 (0:4, 1:1, 2:1)

Davos gelingt Revanche - Tigers stehen Spalier!

Die SCL Tigers öffneten dem HC Davos Tür und Tor, damit die Revanche für 6:0 - Klatsche von vor einer Woche gelingen möge. Immerhin liessen sich die Langnauer nach der frühen Entscheidung nicht hängen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Es war für einmal nicht ein «Ciaccio-Abend. Nach vier Gegentoren liess er sich bereits in der 16. Minute auswechseln. Bild: Susanne Bärtschi (Archiv).

 

Die 0:4 - Hypothek aus dem Startdrittel war nicht mehr wett zu machen. Die SCL Tigers hatten geegen keineswegs überzeugende Davoser zu keinem Zeitpunkt eine echte Siegchance. Im ersten Drittel waren zwar nicht die Torchancen, aber die Tore einseitig verteilt. Danach zauderten verunsichterte Langnauer viel zu lange, bis sie endlich zielstrebiger ans Werk gingen. Mit dem gewonnenen letzten Drittel gelang wenigstens noch eine Resultatverbesserung.

 

Solche Abende gibt es. Es ist der erste dieser Saison in der heimischen Ilfishalle. Das Schlachtenglück lag diesmal auf der Seite der Gäste. Die Langnauer müssen sich vorhalten lassen, beim Start geschlafen zu haben und später zu zögerlich die kleine Siegchance gesucht zu haben. Doch hängen liessen sie sich nicht. Der Zufriedenheit des Publikums tat diese Niederlage vorerst keinen Abbruch.

 

Welch missratenes Startdrittel für die SCL Tigers. Bereits nach 102 Sekunden führte der HC Davos, vor genau einer Woche an gleicher Stätte noch bös zerzaust mit 0:2. Marc Wieser nach 57 Sekunden und Marc Aeschlimann hatten getroffen. Es ist, wenn auch jetzt mit einigen Spielen Unterbruch, nicht der erste total verschlafene Start der Tiger. Das Team von Benoît Laporte liess sich vorerst ob des frühen Rückstandes auch nicht aus der Fassung bringen. Im Gegenteil. Es waren fortan die Langnauer, die das Spiel dominierten und zu deutlich mehr und besseren Chancen kamen als die Davoser. Doch in der 15. und 16. Minute schlugen die Gäste erneut inner kürzester Zeit doppelt zu. Beim 0:3 nach schöner Kombination der Gebrüder Wieser waren beide Teams dezimiert. Besonders schade aus Langnauer Sicht war, dass diese Strafen gegen Chris DiDomenico und Marco Forrer das Heimteam aus dem Rhytmus brachte. Zu diesem Zeitpunkt schien der Anschlusstreffer nur eine Frage der Zeit zu sein. Und nur 74 sekunden später schlug es gleich nochmals hinter Damiano Ciaccio ein. Beat Forster nützte eine Strafe gegen Claudio Moggi mit einem Blueliner zum 0:4. Damiano Ciaccio war satt, hatte genug, und liess sich auswechseln. Eine Chance für Ivars Punnenovs, sich auszuzeichnen. Es war in diesem Spiel einfach genau umgekehrt zum Spiel von vor einer Woche. Die SCL Tigers hatten bestimmt nicht weniger Chancen als die Gäste. Aber die Effizienz lag diesmal auf der anderen Seite. Davos nutzte vier Chancen zu vier Toren. Die Langnauer versemmelten ihre Möglichkeiten allesamt.

 

Obwohl das zweite Drittel unentschieden endete, konnte von einer Steigerun der Langnauer nicht die Rede sein. Zwar erzielte Yannick-Lennart Albrecht in Überza den schön heraus gespielten ersten Treffer für seine Farben. Und erneut erspielten sich die Tiger einige sehr gute Möglichkeiten zur Resultatverbesserung. Allen voran Claudio Moggi, der in der 38. Minute das leere Tor nicht traf. Doch auch die Davoser waren nun nicht mehr gleich effizient wie noch im Startdrittel, beklagten einen Pfostenschuss durch Dick Axelsson, so dass ausser dem zwischenzeitlichen 0:5 durch Samuel Walser in der 26. Minute nichts Zählbares mehr heraus schaute. Die Langnauer wirkten nun jedoch zeitweise sowohl hinten als auch vorne verunsichert, was sich in der Puckannahme, der Puckbehandlung und vor allem in der Zielstrebigkeit beim Passspiel und im Abschluss auswirkte. Weshalb bei einem deutlichen Rückstand die Schlaufe dem direkten Abschluss vorgezogen wurde, bleibt schleierhaft. Bei diesem Spielstand gilt es aus guter Position auch einmal einfach drauf zu halten. Natürlich: Nach dem 0:4 und später auch dem 0:5 war die Siegchance natürlich die Ilfis runter gespült worden. Doch gerade im zweiten Abschnitt taten die Langnauer zu wenig, dem Glück doch noch eine Chance zu geben.

 

SCL Tigers - HC Davos 3:6 (0:4, 1:1, 2:1)

 

Ilfishalle, 6'000 Zuschauer (Ausverkauft). SR: Küng/Massi, Flury/Obwegeser. Tore: 1. (0.57) M Wieser (Forster 0:1). 2. (1.42) Aeschlimann (Ryser) 0:2. 15. M. Wieser (D. Wieser (Ausschlüsse DiDomenico, Forrer) 0:3. 16. Forster (Ambühl) Ausschluss C. Moggi) 0:4. 26. Walser (Ryser) 0:5. 29. Albrecht (Olesz, Stettler, Ausschluss M. Wieser) 1:5. 42. Gustafsson (Clark) 2:5. 50. Weisskopf (Albrecht) 3:5. 54. Lindgren (Axelsson, Forster, Ausschluss Chiriaev) 3:6. Strafen: 5-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 3-mal zwei Minuten gegen den HC Davos.

 

SCL Tigers: Ciaccio (16. Punnenovs); Koistinen, Stettler; K. Lindemann, Weisskopf; A. Gerber, Zryd; Ronchetti; Olesz, DiDomenico, Nüssli; S. Lindemann, Albrecht, T. Gerber; Clark, Gustafsson, Bucher; Haberstich, C. Moggi, S. Moggi; Chiriaev.

 

HC Davos: Genoni; Brejcak, Jung; Forster, Heldner; Kindschi, Schneeberger; Paschoud, Forer; D. wieser, Ambühl, Sciaroni; Axelsson, Lindgren, M. Wieser; Aeschlimann, Walser, Ryser; Jörg, Corvi, Simion.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Hecquefeuille, Haas, Berger, Bärtschi, Müller, Gossweiler Wyss, Murray (alle verletzt). Davos ohne Setoguchi (gesperrt), Paulsson, Sieber, Du Bois, Guerra. 15.38: Torhüterwechsel SCL Tigers. Ivars Punnenovs für Damiano Ciaccio. 37. Pfostenschuss Axelsson.