Thurgauer Zeitung, Matthias Hafen

Der Jubelschrei bleibt im Hals stecken

Mehr Faustkämpfe, mehr Strafen, mehr Tore: Die Playoff-Viertelfinals zwischen Thurgau und Langnau sind seit gestern definitiv lanciert. Die Ostschweizer beklagen beim 3:4 vor eigenem Anhang Pech und liegen in der Best-of-7-Serie nun mit 0:2 zurück.

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Alles war angerichtet für ein Fest in der Weinfelder Güttingersreuti. Die Eishalle war gut gefüllt und das Publikum so hoffnungsvoll wie enthusiastisch. Die zahlreich angereisten Anhänger aus Langnau trugen zur guten Ambiance bei, gebraucht hätte es sie dafür allerdings nicht. Der HC Thurgau erhielt von allen Seiten der Eisfläche lautstarke Unterstützung

 

Jedoch schlich sich mit den 2023 Zuschauern auch das Pech in die Güttingersreuti. Und dieses wollte die Eishalle partout nicht vor der Schlusssirene verlassen. In der 54. Minute bejubelte das Heimpublikum Lukas Balmellis Ausgleichstreffer zum 4:4. Es war eine grossartige Leistung, wie sich der HC Thurgau von einem 0:3-Rückstand zurückgekämpft hatte. Doch Balmelli erzielte sechs Minuten vor Schluss nur den vermeintlichen Ausgleich. Die Schiedsrichter waren überzeugt, dass der Puck die Linie nicht überquert hatte und gaben das Tor nicht.

 

Ein kurioses Tor zum 0:1

So verliess der NLB-Siebte zwei Tage nach dem 2:4 im Emmental das Eis erneut als Verlierer, diesmal mit 3:4. Und es war für einmal nicht falsch, das fehlende Wettkampfglück zu beklagen. So auch, als die einmal mehr bestens eingestellte Equipe von Trainer Christian Weber in der neunten Minute in Rückstand geriet. Thurgaus Verteidiger Massimo Ronchetti schaufelte hinter dem eigenen Tor einen Puck von der Bande weg. Die Scheibe flog hoch in die Luft und fiel genau zwischen Torlatte und Goalie Caminada herunter. Der Torhüter bugsierte sie mit seiner Schulter ins eigene Tor.

 

Dass nur 15 Sekunden später gleich das 0:2 fiel, war indes kein Pech mehr. Beim Treffer von Alban Rexha liessen sich die Thurgauer gleich nach dem Puckeinwurf überrumpeln. Das war stümperhaft. Zumal sie diesem Rückstand bis am Ende nachrannten. Die Partie war geprägt von zahlreichen Faustkämpfen und noch mehr Strafen. Gian-Andrea Thönys 1:3 in der 14. Minute hielt den Aussenseiter immerhin in der Partie. Ebenso Lars Nehers Shorthander zum 2:3 nach Spielmitte. Neher luchste Langnaus Kevin Hecquefeuille an der blauen Linie den Puck ab und zog alleine auf Lorenzo Croce los. Selbst als kurz vor der zweiten Pause erneut durch Rexha das 2:4 fiel, gaben die Thurgauer nicht auf. Kevin Rohner erzielte im Schlussdrittel kurz nach einem Time-out von Coach Weber den abermaligen Anschlusstreffer.

 

Leistungsträger enttäuschen

Man fragte sich, was denn für Thurgau an diesem Abend möglich gewesen wäre, wenn sich auch die beiden Amerikaner Derek Damon und Danny Irmen ins Spielgeschehen gemischt hätten, wie es von ihnen erwartet wird. Doch blieben sie gestern praktisch ungesehen.

 

Thurgau steht nun vor einer heiklen Aufgabe. Es muss morgen abend in Langnau in die Playoff-Serie zurückfinden. Gelingt das nicht, droht das schnellstmögliche Playoff-Aus.

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