Weil Erfolg bei Gegnern unbeliebt macht:

Deshalb sind Langnauer gerne «Burebüebli»

In Langnau, dem Emmental und im benachbarten Entlebuch sind die Menschen stolz auf die bäuerliche Prägung der Region. Weshalb sich «die Bauern» derzeit freuen, wenn man sie nicht besonders liebt, erfahren Sie in dieser Vorschau.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Bauer mit Frauen

Ein Bauer in Begleitung. Die Damen aus der Stadt hingegen wollen von den «Herrebüebli» nichts wissen. (Bild: Schweizer Illustrierte)

 

Es Burebüebli mahn i nid, das gseht me mir wohl a, juhe,

Es Burebüebli mahn i nid, das gseht me mir wohl a

Fidiri, fidira, fidirallala, fidirallala, la rallala,

Es Burebüebli mahn i nid, das gseht me mir wohl a.

 

«Es Burebüebli mahn i nid» wird oft dort gesungen, wo die SCL Tigers spielen. Es sind immer die gegnerischen Fans, die dieses schöne Lied anstimmen. So auch die Fans des EHC Olten. Zum Auftakt der Serie sangen sie es nach dem Spiel. Drei Tage später ertönte es während der Partie und wiederum zwei Tage später unterhielt es die Zuschauer bereits vor dem Anpfiff.

 

In Langnau liebt man dieses Lied. Zumindest derzeit ist dies so. Denn im Emmental weiss man, dass man nicht lieben kann, wer einem immer wieder auf den Sack gibt. Die SCL Tigers und ihr Umfeld wollen derzeit eines nicht: Von ihren Gegnern geliebt werden.

 

Ciaccio rettet

Damiano Ciaccios Grosstat im dritten Spiel gegen den allein anstürmenden Justin Feser. Der Puck ist in der Fanghand. (Bild: Susanne Bärtschi)

 

Am Dienstag Abend kommt es zum vierten Aufeinandertreffen des EHC Olten und der SCL Tigers anlässlich dieses Playoff-Finals. Bisher ist noch nicht wirklich viel passiert. Kürzt man die beiden geschenkten Siege weg, steht es 1:0 für die Langnauer. Mit ihrer Passivität und falschen Einstellung schenkten diese die Eröffnungspartie völlig überraschenderweise an den EHCO. Mit einem Auftritt so überzeugend und kraftvoll wie bei Spiel zwei wäre dies wohl nicht geschehen. In der dritten Partie, wie die erste wiederum in Langnau ausgetragen, hätten die Oltner bis zum Anschlusstreffer der Tiger eigentlich deutlicher führen müssen als bloss mit 0:2. Doch die Powermäuse verloren nicht nur wegen der mangelhaften Verwertung der Chancen, sondern auch, weil ihnen schlicht und ergreifend der Saft ausging. Und was heisst überhaupt mangelhafte Chancenauswertung? Im Tor der Langnauer stand ein überragender Damiano Ciaccio. Es war also nicht in erster Linie das Oltner Unvermögen, sondern viel mehr Ciaccios Glanztaten, welche die Tiger im Spiel hielten. Weil der Torhüter ebenfalls zum Team gehört und sogar ein wichtiger Teil davon ist, war der Sieg der Langnauer im dritten Spiel gesamthaft gesehen verdient. Denn insgesamt hat das bessere Paket gewonnen. Schliesslich geht es im Eishockey um nichts anderes als darum, welches Team mehr Tore schiesst (oder weniger kassiert). Und da hatten eben die Langnauer die Nase vorn. Preise für das Auslassen bester Chancen werden nicht vergeben.

 

Damiano Ciacco dürfte momentan immer mehr zum Schreckgespenst des EHC Olten werden. Vor einem Jahr scheiterte dieser als überlegener Sieger der Qualifikation bereits im Playoff-Viertelfinal am HC La Chaux-de-Fonds. Im Tor damals beim HCC: Damiano Ciaccio, welcher Feser, Wiebe, Truttmann & Co. zur Verzweiflung trieb. In der aktuellen Finalserie nähert sich Ciaccio immer mehr seiner damaligen Form an.

 

Doch die Serie geht noch weiter. Noch ist längst nichts entschieden. Deshalb wissen wir den EHCO-Fans keinen Rat zu geben darüber, ob sie das «Burebüebli» besser vor dem Spiel intonieren, wo sie wenigstens einen Hauch von Häme reinbringen könnten, oder ob sie den volkstümlichen Hit erst nach der Partie als Klagelied anstimmen sollten.

 

U Herrebüebli git's ja nid, wo keni Fähler hei, juhe,

U Herrebüebli git's ja nid, wo keni Fähler hei,

Fidiri, fidira, fidirallala, fidirallala, la rallala,

Fidiri, fidira, fidirallala, wo keni Fähler hei.

 

Das Lied hat ja noch drei weitere Strophen. Zum Beispiel die dritte, die darauf hindeutet, dass es Stadtbuebe (= Herrebüebli) einfach nicht bringen (das Lied ist ja aus der Sicht der Frauen geschrieben, und die müssen es ja wissen). Und wer weiss, vielleicht machen die Provinzstädter aus Olten in der Finalserie der NLB-Playoffs weiterhin Fehler genug, um den Langnauern den Sieg zu erleichtern.

 

Und hier noch die letzte Strophe, die uns zeigen will, wie frustrierend es für die Frauen mit den Stadtbuebe sein muss.

 

Drum blieb i ledig bis i Tod, so het die LiebI es Änd, juhe,

Drum blieb i ledig bis i Tod, so het die LiebI es Änd,

Fidiri, fidira, fidirallala, fidirallala, la rallala,

Fidiri, fidira, fidirallala, so het die LiebI es Änd.