SCL Tigers - HC Genf-Servette 2:3 (0:2, 1:0, 1:1)

Die SCL Tigers schlugen sich selbst

Unnötige, schmerzhafte und unverdiente 2:3 - Niederlage der SCL Tigers gegen ein durchaus schlagbares Genf Servette. 25 Sekunden vor Schluss brachte ein schwerer Fehler die Tiger um den Lohn der Arbeit. Immerhin zeigten die Langnauer eine gegenüber dem Vortag stark verbesserte Leistung.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

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Die SCL Tigers lagen nach einem Drittel mit 0:2 im Rückstand. Grund dafür waren zwei Tore, die sie in numerischer Unterzahl kassierten. Hier der zweite Treffer der Genfer durch Matt D'Agostini. Bild: Susanne Bärtschi.

 

von Bruno Wüthrich - Wenn das kein starkes Statement ist: Unmittelbar nach der bitteren Niederlage gegen Genf Servette sagte Anton Gustafsson. «Ich bin heute nur mit dem Resultat nicht zufrieden. Wir haben gut gekämpft und uns gegenüber dem Spiel von gestern erheblich gesteigert. Jetzt machen wir in den nächsten zwei Tagen einen weiteren Schritt vorwärts und gewinnen am Dienstag gegen Lausanne.»

 

Ausgerechnet Thomas Nüssli leistete sich den scheren Fehler, der zum Siegestreffer lediglich 25 Sekunden vor Schluss durch Tom Piatt führte. Ausgerechnet Nüssli deshalb, weil der Ostschweizer im Team der Langnauer, der gestern in Bern noch überzählig war, insgesamt eine starke Leistung zeigte und die Langnauer Offensive stärker machte. Ein gut aufgelegter Nüssli ist auch in der NLA ein wichtiger Spieler. Pech, aber in dem Moment auch unverständliches Unvermögen, welches die tiger um die Früchte ihrer grossen Bemühungen brachte. Bis zur 57. Minute hatte es zuvor gedauert, bis die Langnauer, die nie aufgaben und auch nach zahlreichen, besten, aber vergebenen Möglichkeiten weiter kämpften, den frühen 0:2 Rückstand aus dem ersten Drittel endlich aufgeholt hatten. Doch beginnen wir von vorne.

 

Fehlstart

Nach exakt fünf Minuten bereits der Auftakt zum Torreigen. Servette, das wegen einer Strafe gegen Anton Gustafsson in Überzahl spielte, hatte zuerst Glück, dass Nils Berger allein vor Genf-Hüter Robert Mayer nicht reussierte. Jordi Murray hatte sich die Scheibe zuvor mustergültig erkämpft. Doch im Gegenzug fand der Puck den Weg zum im Slot freistehenden Kevin Romi, der sich nicht zwei Mal bitten liess und Damiano Ciaccio zur Genfer Führung bezwang. Ein ähnliches Bild gut zwei Minuten später. Ville Koistinen kassierte wegen hohem Stock gar eine Fünfminutenstrafe, welche automatisch den Restausschluss zur Folge hatte. Der finnische Nationalverteidiger fehlte in der Folge spürbar. Zu viert kamen die Langnauer trotzdem kurz darauf zu einer Topchance durch Anton Gustafsson, welche dieser jedoch nicht zu nutzen vermochte. Doch zu Beginn der 10. Minute mussten sich die Tiger der nummerischen Übermacht ein zweites Mal beugen. Matt D'Agostini konnte nach einem Schuss von Johan Fransson aus dem Slot hinaus abstauben.

 

Im mittleren Abschnitt nahm das Spiel der Langnauer Fahrt auf. Allein in der ersten Hälfte erspielten sie sich eine Reihe erstklassiger Chancen, die sie jedoch allesamt nicht nutzten. Allein Anton Gustafsson vergab in der 24. und in der 30. Minute zwei Hochkaräter, und war zudem in der 25. Minute Passgeber bei einer ebenfalls guten Möglichkeit, vergeben durch Yannick Lennart Albrecht. Doch in der 31. Minute war es dann soweit. Bei einer Strafe gegen die Genfer umkreiste Chris DiDomenico das gegnerische Tor, passte zu Anton Gustafsson, welcher direkt abzog und genau ins entfernte Genfer Toreck traf. Die Langnauer schienen nun Lunte gerochen zu haben. Doch trotzdem, dass es den Anschein machte, dass heute ein komplett anderes Team als gestern in Bern auf dem Platz war, konnten die Langnauer in dieser Phase nicht nachlegen. Es fehlte nicht zuletzt an der Kaltblütigkeit und an der letzten Konsequenz vor den gegnerischen Tor. Doch nach 40 Minuten war klar: Dieses Genf ist schlagbar. Wenn Langnau seine Möglichkeiten nutzen würde...

 

Auch im letzten Drittel dominierten die Langnauer weitgehend das Geschehen, mussten jedoch immer wieder aufpassen, denn die Genfer agierten aufsässig, waren ebenfalls ständig gefährlich. Trotzdem hätte sich Servette-Coach Chris McSorley nicht beklagen können, wenn sein Team mit zwei oder gar drei Toren Unterschied verloren hätte. Doch eben: Damit die Langnauer in ihren Bemühungen erfolgreich sind und zu Punkten kommen, müssen sie effizienter werden, und vor allem in wichtigen Momenten cleverer agieren. Oder anders ausgedrückt: Gestern in Bern agierte während 40 Minuten ein NLB-Team. Heute ist Langnau trotz Niederlage in der NLA angekommen. Doch um dort erfolgreich zu sein, braucht es noch weitere Schritte.

 

 

SCL Tigers - HC Genf-Servette 2:3 (0:2, 1:0, 1:1)

 

Infishalle, 5'416 Zuschauer. SR: Eichmann/Mollard, Progin/Dumoulin. Tore: 5. Romi (Lombardi, D'Agostini, Ausschluss Gustafsson) 0:1. 10. D'Agostini (Fransson, Ausschluss Koistinen) 0:2. 31. Gustafsson (DiDomenico, Ausschluss Antonietti) 1:2. 57. Clark (Nüssli) 2:2. 60. (59.35) Piatt 2:3. Strafen: 2-mal 2 Minuten + 1-mal 5 Minuten mit Restausschluss (Koistinen wegen hohem Stock) gegen die SCL Tigers, 6-mal zwei Minuten gegen Servette.

 

SCL Tigers: Ciaccio; Koistinen, A. Gerber; Ronchetti, Hecquefeuille; K. Lindemann, Weisskopf; Zryd; Clark, Gustafsson, DiDomenico; Murray, Albrecht, Berger; S. Lindemann, Chirjajev, Haas; S. Moggi, Bucher, C. Moggi

 

Servette: Mayer; Fransson, Vukovic; Mercier, Loeffel; Bezina, Antonietti; Chuard, Douay; Rod, Pyatt, Riat; Almond, Lombardi, D'Agostini; Jacquemet, Romy, Rubin; Gerber, Kast, Wick.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Stettler, Bärtschi (beide verletzt), T. Gerber, Gossweiler, Haberstich, Müller (alle überzählig. Servette ohne Bays, Picard, Iglesias, Traber (alle veretzt), Pedretti, Rivera, Heinimann (alle überzählig). 59.35: TImeout SCL Tigers. SCL Tigers ab 59.35 ohne Torhüter.

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