Die späte Revanche des Alex Reinhard

Alex Reinhard feierte am Dienstag mit dem 4:0-Heimsieg gegen Ambri ein erfolgreiches Debüt als Headcoach der SCL Tigers. In der Playoffsaison 2010/11 war er schon einmal «Chef» der Emmentaler gewesen.

Presse • • von Wochen-Zeitung, Werner Haller

 

Als Stellvertreter von Headcoach John Fust, der Ende November/Anfang Dezember Vater wurde. Als John Fust am 30. November 2010 während des Heimspieles gegen Servette (5:1) ins Spital gerufen wurde, übernahm Alex Reinhard das Team nach zwei Dritteln beim Stande von 5:0. Es folgte eine Doppelrunde gegen Lugano mit einer 0:5-Niederlage im Tessin und einer 4:2-Revanche in Langnau nach einem 0:2-Rückstand.

 

Der 4:0-Heimsieg am Dienstag gegen Ambri war für Alex Reinhard so etwas wie eine späte Revanche. Der neue Headcoach der SCL Tigers war vor seiner Trainerkarriere Torhüter gewesen. Seinen ersten Einsatz in der NLA hatte er am 8. Oktober 1991 als 17-jähriger Junior für den EHC Biel im Heimspiel gegen ….Ambri. Der damalige Nummer-1-Goalie der Seeländer, der Internationale Olivier Anken, konnte wegen einer Hirnerschütterung nicht spielen und wurde durch den 20-jährigen Pascal Jacquet ersetzt. Als sich auch noch dieser im Mitteldrittel verletzte, musste Alex Reinhard für die letzten 20 Minuten beim Stande von 1:2 ins Tor. Die 2:5-Niederlage des Tabellenletzten Biel gegen den Leader aus der Leventina konnte er nicht verhindern. Jetzt, mehr als 21 Jahre später, „rächte“ sich Alex Reinhard bei seinem Debüt als NLA-Headcoach an Ambri deutlich mit einem 4:0.

 

Alex Reinhard für John Fust - das ist der zehnte Trainerwechsel der Langnauer in der NLA während einer Saison und bereits der achte seit der Rückkehr in die höchste Spielklasse 1998. Zu berücksichtigen ist, dass der am 2. November 2008 verstorbene Jim Koleff während den Meisterschaften 2003/04 und 2004/05 zweimal wegen seiner Krebserkrankung durch Dave Chambers ersetzt werden musste. Nicht als Trainerwechsel gewertet werden die Einsätze von Hans Wüthrich (drei Spiele im November 1982) und Ted Snell (ein Spiel im November 2002). Der Stürmer der Langnauer Meistermannschaft von 1976 und der Kanadier führten das Team während einigen Tagen bis zum Eintreffen der neuen Headcoaches Steve Latinovich beziehungsweise Ron Ivany.

 

Der „verrückteste“ aller Langnauer Trainer war ohne Zweifel Dave Smith. An den ungehobelten Kanadier erinnert man sich in erster Linie wegen seines legendären Wutanfalls im November 1981. Im Mitteldrittel des Derbys Biel - Langnau verlor er nach einer Serie von Strafen gegen seine Schützlinge völlig die Nerven und warf die Eishockeystöcke der Langnauer gleich bündelweise aufs Eis. „Mikado“ war fortan sein Übername.

 

 

Die Trainerwechsel in der NLA während der Saison

 

Saison

Alter Trainer

Neuer Trainer

1. Spiel

Resultat

 

 

 

 

 

1982/83

Dave Smith (Ka)

Hans Wüthrich (Sz)

27.11.82

4:9 Arosa (h)

 

Hans Wüthrich

Steve Latinovich (Ka)

07.12.82

3:7 Fribourg (a)

1984/85

Steve Latinovich

Simon Schenk (Sz)

02.02.85

5:4 Chur (a)

2001/02

Wassili Tichonow (Russ)

Alfred Bohren (Sz)

02.11.01

2:3 Davos (h)

2002/03

Alfred Bohren

Ted Snell (Ka)

02.11.02

3:2 Lugano (h)

 

Ted Snell

Ron Ivany (Ka)

12.11.02

3:1 Zug (a)

2003/04

Jim Koleff (Ka/Sz)

Dave Chambers (Ka)

23.12.03

2:6 Basel (a)

2004/05

Jim Koleff

Dave Chambers

Dave Chambers

Bruno Aegerter (Sz)

20.11.04

21.12.04

4:2 Fribourg (a)

3:2 n.V. Lugano (h)

2005/06

Bruno Aegerter

Christian Weber (Sz)

28.01.06

4:1 Kloten (h)

2009/10

Christian Weber

Konstantin Kuraschew (Russ)

22.01.10

2:10 Rapperswil (a)

2012/13

John Fust (Ka/Sz)

Alex Reinhard (Sz)

18.12.12

4:0 Ambri (h)

 

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