Dank grandioser Torhüterleistung:

Dieser Sieg gehört Damiano Ciaccio

Dank diversen grossen Paraden von Damiano Ciaccio, sehr viel Glück, aber am Ende eben trotzdem verienter Sieg der SCL Tigers. Es war der erste Erfolg nach sechs Niederlagen für die Langnauer.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Lange Zeit ein eher seltenes Bild an diesem Abend. Langnau setzt das Lausanner Tor unter Druck. Bild: Susanne Bärtschi (Archiv).

 

Er schien den Kampf um die Nr. 1 im Tor der SCL Tigers zeitweilig an Ivars Punnenovs verloren zu haben. Aber dieses Spiel in Lausanne entfacht diesen Kampf neu. Damiano Ciaccio verbrachte im Centre Sportif zu Malley einen grossen Abend. Am Punktgewinn der Langnauer gegen den Tabellennachbarn Lausanne hatte Ciaccio einen riesengrossen Anteil. Was er alles für beste Lausanner-Chancen zunichte machte, war schlicht grossartig. Zeitweilen reihte er Big save an Big Save. Zumindest schien dies so. Auch sein Gegenüber machte einen tollen Job. Doch im Gegensatz zu Ciaccio hatte Sandro Zurkirchen erst im letzten Drittel wirklich zu arbeiten, Denn erst dann begannen die SCL Tigers auch nach vorne zu arbeiten.

36:39 Schüsse zählten die Statistiker zugunsten der Langnauer. Dies lässt auf eine leichte Überlegenheit der SCL Tigers im Startdrittel schliessen. Doch die Statistik täuscht in diesem Fall ziemlich stark. Es ist aber vorwiegend Damiano Ciaccio, welcher im Tiger-Tor den Vorzug gegenüber Ivars Punnenovs erhalten hat, der im Brennpunkt des Geschehens steht. Seine erste Grosstat vollbringt er in der 5. Minute. Eine Strafe gegen Lausannes Alain Miéville läuft gerade ab, als sich die Langnauer an der gegnerischen blauen Linie von Benjamin Antoniette den Puck abluchsen lassen. Dieser zieht Richtung gegnerisches Tor, begleitet vom Strafbank-Rückkehrer Miéville. Antonietti versucht es selbst, und er tut dies beileibe nicht schlecht. Er findet aber im bravurös reagierenden Ciaccio seinen Meister. Der Tiger-Hüter muss in diesem Spiel noch mehrfach in höchster Not korrigierend eingreifen. Ihm wird an diesem Abend bestimmt nicht kalt. Mehrfach schiessen die Lausanner vorab im Startdrittel nach schönen Kombinationen aus allerbester Position neben das Tor. Erst ab dem Mitteldrittel kommen die Tiger dass Geschehen besser in den Griff. Doch auch sie haben ihre Chancen. Beispielsweise Benjamin Neukomm und im Nachgang von Raphael Kuonen in der 10. Minute. Neukom zieht zuerst alleine gegen das Tor. Zurkirchens Parade bringt den Puck auf Kuonens Stock, der aber ebenfalls scheitert. Und in der 19. Minute lenkt Alexei Dostoinov die Scheibe gefährlich ab. Diese Möglichkeiten täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass der torlose Spielstand nach 20 Minuten für die Emmentaler ein Erfolg ist. Sie könnten sich nicht beklagen, wenn sie zu diesem Zeitpunkt mit einem oder gar zwei Treffern in Rückstand liegen.

Je länger das Spiel dauert, desto verzweifelter rennt Lausanne an. Doch je verzweifelter sie dies tun, desto besser bekommen die Gäste das Geschehen in den Griff. Zumal Damiano Ciaccio – so viel wird immer mehr klar – an diesem Abend in einer beneidenswerten Form auftritt. Vor so einem Torwart findet jede Mannschaft Sicherheit. Diese wird von den Emmentalern auch dringend benötigt, treten sie nach der Sperre von Yannick Blaser lediglich mit sechs Verteidigern an. «Wir hatten sehr viel Glück», resumierte Thomas Nüssli nach der Partie. Damiano hat sackstark gespielt und uns diesen Sieg ermöglicht. Nüssli überstand erst kürzlich eine hartnäckige Grippe. Die Folgen davon spürt er noch heute. Doch den Penalty verwandelte er auf seine unnachahmliche Art. Nämlich arschcool. Benjamin Neukom doppelte nach, währennd sich Damiano Ciaccio auch im Penaltyschiessen nicht bezwingen liess.

Der Erfolg der Emmentaler ist trotzdem verdient. Verdient nämlich aus zwei Gründen. Erstens ist auch der Torhüter Teil der Mannschaft. Lässt sich dieser nicht bezwingen, ist der Erfolg garantiert. Ciccio hat das hochstehende Duell gegen seinen Kontrahenten Sandro Zurkirchen knapp gewonnen. Zweiten waren die Tiger über den grössten Teil des Schlussdrittels die bessere Mannschaft. Sie hätten das Spiel in dieser Phase auch bereits gewinnen können. Trotzdem musste Damiano Ciaccio in den beiden Schlussminuten zwei mal in höchster Not per Big Save retten, damit die Verlängerung möglich war. Und auch in dieser musste er zur Stelle sein.

 

 

Lausanne HC - SCL Tigers 0:0 n.P. (0:0, 0:0, 0:0)

Centre Sportif Malley, 5'896 Zuschauer. SR: Koch/Massy, Abegglen, Gnemmi. Strafen: 1-mal zwei Minuten gegen Lausanne, 3-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

Lausanne HC: Zurkirchen; Borlat, Junland; Frick, Genazzi; Fischer, Nodari; Lee, Gobbi; Danielsson, Jeffrey, In-Albon; Pesonen, Vermin, Antonietti; Hedrren, Froidevaux, Zangger; Kneubuehler, Miéville, Conz.

SCL Tigers: Ciaccio; Zryd, Seydoux; Huguenin, Randegger; Erni, Lardi; Dostoinov, Gagnon, Thuresson; Nüssli, Albrecht, Elo; Neukom, P. Berger, Kuonen; N. Berger, Gustafsson, Himelfarb.

Bemerkungen: Lausanne ohne Schelling (gesperrt), Ritz, Walsky, Gernat, Ryser, Trutmann. SCL Tigers ohne Blaser (gesperrt), Erkinjuntti, Stettler, Peter (alle verletzt), Müller (Langenthal), Haas, Rüegsegger (beide überzählig)

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