DiPietro kam, sah - und will bleiben

von Klaus Zaugg - Weil die NLA-Playoffs so turbulent sind, geht eine wundersame Geschichte fast vergessen: Die Rückkehr des 41-jährigen Paul DiPietro auf der grossen nationalen Bühne.

Presse • • von 20 Minuten-online, Klaus Zaugg

Am 8. September wird er 42 Jahre alt. Er ist zwei Jahre älter als sein Trainer John Fust und hat schon mehr als 1200 Partien bestritten: In der NHL (1993 Stanley Cup-Sieger mit Montréal), in den Farmteamligen, in der DEL in Deutschland, in der NLA, in der NLB und in unserer Nationalmannschaft (erzielte beide Tore beim olympischen 2:0 der Schweiz gegen Kanada 2006 in Turin).

Paul DiPietro verbindet die Erfahrung aus mehr als 20 Jahren Eishockey mit der Spielfreude, Unbekümmertheit und Leidenschaft eines 20-jährigen. Langnaus Manager Ruedi Zesiger hat «Pauli» für die letzten 17 Qualifikationsrunden und die Playouts aus den Niederungen der NLB erlöst und von Sierre ausgeliehen. In einem einzigen Satz sagt Zesiger alles zu diesem Transfer: «Paul DiPietro tut uns gut.»

DiPietro hat den Torriecher

Der eingebürgerte Kanadier hat gegen Ambri in der Verlängerung Langnaus dritten Sieg im dritten Playoutspiel gesichert und in diesen drei Partien einen Treffer und zwei Assists produziert. In der NLA-Qualifikation waren es 10 Punkte in 17 Spielen – und zuvor in Sierre in der NLB 15 Punkte in 25 Partien. Selbst im biblischen Alter von 41 Jahren ist er in der höchsten Liga so produktiv wie in der NLB.

Aber Paul DiPietro ist nicht nur auf dem Eis mit seiner Leidenschaft und Schlauheit eine Bereicherung. Er ist es erst recht neben dem Eis. Sein Optimismus ist immer ansteckend und er bringt jeden zum Lachen. Er hat grossen Anteil daran, dass in Langnau das Verpassen der Playoffs nicht zu einem Hockey-Blues geführt hat.

Langnau möchte DiPietro weiterverpflichten

Kein Wunder sagt Ruedi Zesiger: «Eine Weiterverpflichtung ist für uns ein Thema.» Das Problem: Paul DiPietro hat in Sierre noch einen Vertrag bis 2014. Aber er wäre noch so froh, er könnte die NLB verlassen und in die NLA zurückkehren. «Ich habe die NLA im letzten Frühjahr zu früh verlassen», sagt er jetzt im Rückblick. «Ich fühle, dass ich noch mehrere Jahre in der NLA mithalten kann.» Er möchte, wenn es denn machbar ist, seine NLA-Karriere nächste Saison in Langnau verlängern. Das wäre für ihn eine perfekte Lösung. Zumal er ja noch immer im Kanton Zug wohnt. Vor einer Rückkehr nach Sierre graut es ihm und es gibt offensichtlich noch mehr Spieler, die, wenn sie könnten, den «NLB-Chaosklub» lieber heute als erst morgen verlassen würden. Aber für die wenigsten gibt es einen Platz in der NLA.

Die einfachste Lösung: Die SCL Tigers übernehmen den noch zwei Jahre laufenden Vertrag von Sierre. Das kostet im Jahr weniger als 150 000 Franken. Das Risiko ist klein. Was auch kommen mag: Für eine Spielerpersönlichkeit mit dem Charisma von Paul DiPietro gibt es in einem Hockeyunternehmen wie Langnau immer einen Platz. Wenn nicht als Spieler, dann im Trainerstab.

Manger Ruedi Zesiger und Paul DiPietro sagen, erst nach der Saison sei Zeit für Gespräche. Wir können davon ausgehen, dass bei diesen Gesprächen eine Vertragsverlängerung in Langnau herauskommen wird. Paul DiPietro wird bei den SCL Tigers bleiben. Er ist mit 41 noch zu jung für die NLB.

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