Ein perfektes Wochenende für die SCL Tigers

Die SCL Tigers haben sich im Kampf um die Playoff-Plätze zurückgemeldet. Derweil die direkten Konkurrenten verloren, bezwangen die Langnauer auswärts Rapperswil 4:0. Für Goalie Robert Esche war es der erste NLA-Shutout.

Presse • • von Wochen-Zeitung, Werner Haller


Die letzte Doppelrunde vor der Nationalmannschaftspause hätte aus der Sicht der SCL Tigers nicht besser verlaufen können. Als einzige Mannschaft der NLA erkämpften sie sich das Maximum von sechs Punkten. Nach dem 6:4-Heimsieg gegen Bern bezwangen sie am Samstag auswärts die Rapperswil-Jona Lakers 4:0. Ihre Ausgangslage im Kampf um einen der letzten Playoff-Plätze hat sich deutlich verbessert. Die Langnauer (10.) liegen nur noch einen Zähler hinter Biel (8.); die Seeländer haben allerdings zwei Spiele weniger bestritten. Zudem hat sich der Rückstand auf die ZSC Lions (7.) innerhalb von 24 Stunden von 13 auf 7 Punkte reduziert.

Die SCL Tigers greifen erst in zwölf Tagen mit einer Doppelrunde gegen Ambri (auswärts) und Lugano (vor eigenem Publikum) wieder in den Meisterschaftsbetrieb ein. Nach zwei trainingsfreien Tagen beginnt die Vorbereitung auf die zweite Qualifikationshälfte. «Ohne Erfolgserlebnis wäre das eine lange und mühsame Pause geworden», meinte Stürmer Adrian Gerber. «Aber jetzt macht es richtig Spass, und jeder von uns freut sich auf die Fortsetzung der Meisterschaft.»


Zusätzliche Motivation

Vor fünf Wochen hatten die Tigers das Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit Ach und Krach 2:1 gewonnen. Es war der Tag nach der 3:7-Derbyniederlage in Bern und einer der schwächsten Leistungen in dieser Saison. Diesmal war die Ausgangslage, besonders punkto Stimmung und Selbstvertrauen, völlig anders. Auf der einen Seite der frustrierte und völlig verunsicherte Tabellenletzte mit zuletzt vier Niederlagen in Serie, auf der anderen Seite die Mannschaft von Headcoach John Fust, die nach dem 6:4-Derbytriumph beflügelt war. Die Emmentaler traten entschlossen und selbstbewusst auf und hatten den Gegner während der gesamten Spielzeit unter Kontrolle. «Der Sieg gegen den SCB und vor allem das Schlussdrittel mit vier Toren waren für das Spiel in Rapperswil eine zusätzliche Motivation», erklärte Gerber. «Wir wollten um jeden Preis nochmals drei Punkte gewinnen und sind entsprechend aufgetreten. Wir hatten die gefährlichsten Rapperswiler gut im Griff, das war einer der wichtigsten Schlüssel zum Sieg.»


Die Balance bewahren

Die SCL Tigers verdienten sich den 4:0-Erfolg und den ersten NLA-Shutout von Torhüter Robert Esche mit einer soliden und ausgeglichenen Mannschaftsleistung. Als Captain Pascal Pelletier in der 30.Minute die dritte Powerplaymöglichkeit nach einer Traumkombination mit Kurtis McLean und Simon Moser zum 3:0 ausnützte, war der Widerstand der Gastgeber gebrochen. «Umso mehr», sagte Adrian Gerber, «als die Rapperswiler danach vom eigenen Publikum ausgepfiffen wurden. Solch bittere Momente nehmen einem Team oft die allerletzte Energie und Lust am Weiterspielen.»

Wie schon gegen den SCB beteiligten sich auch in Rapperswil drei der vier Langnauer Blöcke an den Toren. Die vor dem Derby neu gebildete Führungslinie mit Simon Moser, McLean und Pelletier stand am Wochenende bei fünf der zehn Treffer auf dem Eis; der von Gerber angeführte Sturm mit Leblanc und Genazzi bei deren zwei. Claudio und Sandro Moggi ihrerseits spielen seit drei Partien mit Anton Gustafsson und erzielten in diesen Spielen fünf Tore. Zudem kassierten die Langnauer von den letzten acht Gegentreffern nur noch vier bei Vollbestand. «Diese Balance zwischen Offensive und Defensive müssen wir unbedingt bewahren», sagte John Fust.

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