Die härtesten Gegner der SCL Tigers - Heute: Der SC Langenthal

Einer von vier ernsthaften Titelkandidaten

Der SC Langenthal scheiterte in der letzten Saison im Playoff-Halbfinal am späteren Champion EHC Visp. Drei Eigentore der Oberaargauer im entscheidenden siebten Spiel spülten die Oberwalliser in den Final. Macht es das Team von Olivier Horak diesmal besser?

News • • von Bruno Wüthrich

 

langenthal_ngFür den Sohn von Michael Horak, der kürzlich verstorbenen Torhüter-Legende des SC Langnau, war es die erste Saison als Headcoach auf professioneller Stufe. Doch zuvor coachte er den EHC Napf von der 3. Liga zum Amateur Vizechampion, und führte danach den EHC Unterseen-Interlaken zum Amateur-Titel. Danach arbeitete er als Assistent des dreifachen Meistertrainers Kent Ruhnke (Biel, ZSC Lions, SCB) beim damaligen A-Ligisten EHC Basel. In Langenthal begann er als Nachwuchschef, wurde später Assistent von Heinz Ehlers, bevor er im Sommer letzten Jahres selbst übernahm. Die Spielweise des SC Langenthal ist unter Horak ungleich offensiver und deshalb auch attraktiver als unter seinem Vorgänger. Doch Statistiker könnten monieren, dass der SCL unter dem Langnauer sowohl weniger Tore geschossen, als auch mehr Gegentreffer erhalten habe, und zwar sowohl im Total als auch pro Spiel gerechnet. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass in der Spielzeit 2012/13 zwei Team (Thurgau, 50 Spiele, 26 Punkte, und Sierre, 50/20) komplett abfielen, wodurch die Statistiken sämtlicher anderer Teams in einem wesentlich schöneren Licht erschienen. Horak hat also seine Premierensaison mit Bravour gemeistert, und er verpasste den 2. Rang nur wegen der schlechteren Bilanz in den Direktbegegnungen gegen die punktgleichen SCL Tigers.

 

In der neuen Saison müssen die Langenthaler auf Noel Guyaz verzichten, einen auf und neben dem Eis excellenten Leader. Er amtet neu als Sportchef der Oberaargauer. Von den SCL Tigers abgeworben wurde Verteidiger Yves Müller und mit Marc Leuenberger trat ein weiterer Verteidiger zurück. Es scheint, als hätte der «kleine» SCL die Lücke nicht ganz schliessen können. Immerhin wurde mit dem 35-jährigen Marco Schüpbach vom EHC Visp ein erfahrener Mann geholt. Ebenfalls vom NLB-Champion kommt Luca Triulzi. Von ihm erhoffen sich die Langenthaler eine Aufwertung der zweiten Sturmlinie. Bisher war die Mannschaft doch etwas zu sehr von der Linie mit den beiden Ausländern Brent Kelly und Jeff Campbell, sowie dem ebenfalls sehr produktiven Stephan Tschannen abhängig. Wem es gelang, diese überragende Linie zu neutralisieren, hatte gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. Dem will man in Langenthal entgegen wirken.

 

Wenn es gelingt, die Gegentorrate auch in der neuen Besetzung ähnlich tief zu halten wie in der letzten Saison, so ist vom SCL eine gute Qualifikation, und im Frühjahr eine ernsthafte Mitsprache im Kampf um den NLB-Titel zu entfalten. Falls nicht, droht der Fall ins NLB-Mittelmass.

 

Coach: Oliver Horak (Head, CH, 49, bisher), Jason O'Leary (Assistent, Can, 36, bisher)

Ausländer: Jeff Campbell (32, Can, bisher), Brent Kelly (31, Can, bisher).

Zuzüge: Marco Schüpbach (V, 35, Visp), Luca Triulzi (S, 31, EHC Visp), Mike Küng (V, 20, EVZ Nachwuchs), Anton Ranov (S, 20, HCD Nachwuchs), Eric Arnold (S, 21, EHC Basel Sharks).

Abgänge: Noel Guyaz (V, neu Sportchef SC Langenthal), Tim Bucher (Visp), Yves Müller (V, SCL Tigers), Thomas Dommen (29, Seewen), Stefan Moser (28, ??) Marc Leuenberger (V, 35, Rücktritt), Marcel Stucki (21, Belp).

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