Trotz erneut sackstarken Damiano Ciaccio:

Erste Niederlage nach vier Siegen in Serie

1:3 - Niederlage in Biel. Schade, heute wären die Seeländer zu packen gewesen. Ein Abspielfehler in der eigenen Zone kostete den zweiten Gegentreffer, welchen die Langnauer nicht mehr kompensieren konnten.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Er hielt seine Mannschaft im Spiel: Tiger-Hüter Damiano Ciaccio. Bild: Bruno Wüthrich

 

Jede Serie geht einmal zu Ende. Seit Antti Törmänen in Biel an der Bande steht, rockt und rollt es in Biel. Seine Jungs sind seither echt gut drauf. Obwohl im Teletext noch nicht grün eingefärbt, ist es auch beim besten Willen nicht mehr vorstllbar, dass Biel die Playoffs verpasst. Viel besser noch: mit höchster Wahrscheinlichkeit werden sich Törmänens Boys sogar das Heimrecht in den Viertelfianls sichern. Es ist also bestimmt keine leichte Aufgabe, in Biel zu gewinnen. Aber es wäre möglich gewesen. Und es wäre nötig und wichtig gewesen.

Ganz ehrlich: Als Berichterstatter war ich nach dem ersten Drittel überzeug, dass die Punkte heute ins Emmental wandern. Hier werden mir nun einige, die das Spiel gesehen haben, vehement widersprechen. Biel war doch in de ersten 20 Minuten klar die bessere Mannschaft. Die SCL Tigers brauchten einen starken Rückhalt in Torhüter Damiano Ciaccio, damit sie mit einem augeglichenen Spielstand in die erste Pause durften.

Ich sage aber: genau deswegen. Die Langnauer verloren in der 13. Minute Anton Gustafsson wegen eines Restausschlusses. Der akzentfrei Berndeutsch sprechende Schwede im Tigerdress kassierte wegen eines Ellbogenchecks gegen Nicholas Steiner eine Fünfminuten-Strafe, die halt automatisch das frühzeitige Duschen bedeutet. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:1 für den EHCB. Luca Pedretti hatte in der 8. Minute nach einer schönen Kombination seine Farben in Führung geschssen. Diese Kombination war möglich geworden, weil auch da die Emmentaler nur zu viert gegen fünf Bieler agierten. Es war ein starkes Powerplay, das die Einheimischen aufzogen, der Treffer deshalb zwingend. Und deshalb war bei der Fünfminuten-Strafe gegen Gustafsson das Schlimmste zu befürchten. Doch hilfreich war natürlich, dass Samuel Kreis wegen übertriebener Härte gleichzeitig eine Zweiminuten-Strafe kassierte. Weniger hilfreich war jedoch, dass nur 1,08 Minuten später auch Eero Elo in die Kühlbox musste. Weil die Strafe gegen Kreis noch nicht abgelaufen war, dauerte die doppelte Unterzahl «nur» 1,08 Minuten. Für ein in Überzahl stark aufspielendes Biel ein Klacks, dies jetzt für einen Treffer zu nutzen, und dann innerhalb der noch laufenden restlichen Strafe einen weiteren Treffer nachzulegen. Doch dies geschah nicht. Die Langnauer überstanden diese brenzlige Situation nicht nur, sie legten dem Gegner kurz vor Ablauf des fünfminütigen ausschlusses auch noch ein Ei ins Nest. 16 Sekunden wäre die Strafe noch gelaufen, da tauchten Yannick-Lennart Albrecht und Eero Elo vor dem gegnerischen Tor auf. Nicht ganz allein zwar. Doch Pass von Albrecht zu Elo, dieser schiesst aus dem Slot und trifft. Wer ein solches Drittel schadlos übersteht, muss eigentlich das Spiel gewinnen. Zumal die Langnauer die restlichen 40 Minuten deutlich stärker auftraten.

Das Mitteldrittel begannen Heinz Ehlers Jungs gut. Sie setzten das von Elian Paupe gehütete Bieler Tor (Jonas Hiller war krankheitshalber nicht im Aufgebot) unter Druck, ohne aber zu ganz grossen Möglichkeiten zu kommen. Biel blieb - was nicht anders zu erwarten war - natürlich stets gefährlich. Aber dieser Gegentreffer hätte nun wirklich nicht sein müssen. Im eigenen Drittel spielte ein Langnauer per Rückpass dem Bieler Fabian Lüthi die Scheibe auf den Stock, dieser liess sich nicht zwei Mal bitten und trickste Damiano Ciaccio nach allen Regeln der Kunst zum erneuten Führungstreffer aus.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Vorerst verlieh der Treffer den Bielern Schub. Langnaus Hüter hatte nun wieder mehr zu tun. Zumindes bis zur zweiten Pause. Danach übernahmen die Langnauer endgültig das Kommando, steigerten den Druck auf Paupe mit Fortlauf der Partie stetig. Doch es nützte nichts. Erstens deshalb, weil sich die Weissen (die Langnauer spielen in Biel in weissen statt in ihren traditionellen Dresses) zu wenig ganz grosse Tormöglichkeiten erspielen konnten, und auch, weil sie diese nicht nutzen konnten. Allzu fest wurde der Hiller-Ersatz Paupe nämlich nicht geprüft.

So konnte es diesmal der starke Torhüter nicht richten. Zuletzt siegten die Tiger dank der sich in Superform befindenden Hüter Damaino Ciaccio Shotouts gegen Lausanne und Lugano, lediglich zwei Gegentreffer gegen Ambri und Biel) und Ivars Punnenovs (Shotout gegen Kloten) vier mal in Serie.

 

EHC Biel - SCL Tigers 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

Tissot Arena, 5'496 Zuschauer. SR: Dipietro/Stricker, Abegglen/Fluri. Tore: 8.Pedretti (Pouliot, Earl, Ausschluss Elo) 1:0. 18. Elo (Albrecht, Ausschluss Gustafsson) 1:1. 25. Lüthi 2:1. 60. (59.59) Rajala, ins leere Tor) 3:1. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen den EHC Biel, 5-mal zwei Minuten + 1-mal fünf Minuten (Gustafsson, Ellbogencheck) gegen die SCL Tigers.

EHC Biel: Paupe; Jecker, Lofquist; Fey, Kreis; Dufner, Maurer; Petrig, Steiner; Rajala, Pouliot, Pedretti; Earl, Fuchs, Nussbaumer; Lüthi, Diem Schmutz; Wetzel, Sutter, Joggi.

SCL Tigers: Ciaccio;Zryd, Seydoux; Randegger, Barker; Erni, Lardi; Huguenin; Dostoinov, Gagnon, Thuresson; N. Berger, Gustafsson, Elo; Neukom, P. Berger, Kuonen; Peter, Albrecht, Gerber; Rüegsegger.

Bemerkungen: Biel ohne Forster (gesperrt), Hiller, Tschantré, Neuenschwander, Lüthi (alle verletzt), Micflikier, Hächler (überzählig). SCL Tigers ohne Blaser (gesperrt), Stettler, Erkinjuntti, Nüssli (alle verletzt), Müller (Langenthal), Haas (olten), Himelfarb (überzählig). 59.22: Timeout SCL Tigers. SCL Tigers ab 59.04 ohne Torhüter.