Sexy SCL Tigers?

Finden wir die Antwort beim Aufriss?

Ein Mann geht in eine Bar und will etwas Warmes für die Nacht aufreissen. Zwei Frauen lächeln ihm entgegen. Für welche interessiert er sich? Die Antwort lautet: Für diejenige mit mehr Sexapeal. Dabei ist es ihm völlig egal, ob die andere glaubwürdiger, gesünder, ehrlicher etc. wäre. Vielleicht wäre sie sogar besser im Bett. Aber dies wird der Mann wohl nie heraus finden.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Peter Jakob und seinen Leuten wird anerkennend auf die Schultern geklopft. Ihnen wird Mut zugesprochen und zudem attestiert, dass ihr Weg der einzig richtige sei. Glaubwürdig, transparent und offen sei die neue Führung der SCL Tigers. Leider ist dies den möglichen Sponsoren kein Geld wert. Denn gesucht ist Sexyness! Glaubwürdigkeit ist vieles, aber nicht sexy! Transparenz kann sexy sein. Aber nicht alles, was transparent dargestellt wird, ist sexy. Was für Frauen (und Männer) gilt, gilt auch für Eishockey-Unternehmen: Nur ein Sexy-Inhalt darf transparent verpackt werden. Und auch mit Offenheit allein ist niemand sexy. Denn entscheidend ist, wer oder was offen ist.

Im Fall der SCL Tigers heisst dies: Mit Bescheidenheit, dem Ziel Ligaerhalt, und der transparenten Kommunikation der schwierigen Lage sind bei Sponsoren offensichtlich nur Schulterklopfer zu holen. Wie aber könnten die SCL Tigers sexy gemacht werden? Vielleicht ist die Antwort auf der Pirsch zu finden. Vielleicht sollten Peter Jakob und seine Leute mal «auf den Aufriss» gehen. Selbstverständlich mit seriösen Absichten. Vielleicht sollte man die Bräute fragen, weshalb Arschlöcher sexyer sind als ehrliche Kumpeltypen. Oder was würde uns der Aufreisser auf die Frage sagen, weshalb ihm bei einer sexy Braut alle andern Attribute egal sind.

 

Langnau hat die SCL Tigers. Und sonst nichts. Die Führung des Eishockey-Unternehmens muss darauf schauen, dass es auch andere Gründe gibt, um in die Ilfishalle zu pilgern, als nur, dass keine Alternativen vorhanden sind. Die Tiger müssen sich klar werden, dass der Sinn ihres Überlebens nicht im Überleben liegen kann, sondern dass es Ansprüche zu erfüllen gibt. Ein saftiges Sponsoring verkauft sich nicht mit den langen Gesichtern im Stadion, die entstehen, wenn einmal mehr die Playoffs verpasst werden. Die Playouts werden zwar in Langnau besser besucht als anderswo. Dies täuscht jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass wir regelmässig einen Überlebenskampf führen, während andere den Saisonhöhepunkt feiern. Im Überlebenskampf ist niemand sexy. Aber Erfolg macht sexy. Hohe Ziele machen sexy. Bescheidenheit kann auch sexy sein. Aber nur, wenn Bescheidenheit im Sinn von Understatement verstanden wird. Bescheidenheit als anderes Wort für Anspruchslosigkeit ist ausgesprochen unsexy.

 

Kein nationaler Sponsor wird sich je dafür interessieren!

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