Die Fans der SCL Tigers trauern um ihren leidenschaftlichen Aufstiegshelden

Gedanken zum Tode von Walter (Wale) Gerber

Walter (Wale) Gerber ist nicht mehr. Er verstarb letzte Nacht 43-jährig an einem Gehirntumor. Wale hatte mit seinem Kämpferherz massgeblichen Anteil am Aufstieg des SC Langnau in die NLA. Die Fans trauern mit seiner Familie und seinen Freunden. Es gibt keinen andern wie ihn!

Blog • • von Bruno Wüthrich

«Spiel 5 in Chur war DAS Aufstiegsspiel! Danach war kein Spieler mehr müde, keiner hatte mehr negative Gedanken. Wir spielten wie unter Drogen. Niemand konnte uns jetzt noch vom Weg abbringen – auch meine fehlenden Zähne nicht.» Dieses Statement stammt von Wale Gerber. Er war beim Aufstieg des SC Langnau in die NLA im Frühling 1998 eine wichtige Figur. Die Fans identifizierten sich mit ihm. Wale war DER Kultspieler der Langnauer in dieser Zeit. Das Zitat sagt nicht nur viel über die damalige Stimmung rund um die Aufstiegsmannschaft, sondern auch viel über das Wesen von Wale Gerber aus. Wer erinnert sich nicht an sein jubelndes Gesicht mit den ausgeschlagenen Zähnen und dem in den Tigerfarben bemalten Bart. Schlicht und einfach Kult.

 

Walter Gerber spielte nicht nur in Langnau. In der NLB war er auch für den SC Lyss, den EHC Chur, mit welchem er lediglich ein Jahr nach dessen Aufstieg den SC Langnau beinahe wieder in der NLB versenkte) und den HC Ajoie im Einsatz. Bis zur letzten Saison stand er beim Zweitligisten Oberlangenegg auf dem Eis, und war eine der Triebfedern für die Zusammenarbeit der «Huskies» mit den SCL Young Tigers. Die Kunsteisbahn Oberlangenegg liegt unmittelbar neben dem Restaurant Hot-Shot, welches Wale Gerber von seinen Eltern übernahm, und weswegen er sich vom Spitzensport verabschiedete.

 

Wale war ein echter Typ! Menschen wie er sind selten. Umso trauriger ist es, wenn sie so früh von uns gehen. Wir Fans sind sehr traurig. Nachfolgend einige Statements von ehemaligen Weggefährten.

 

Ruedi Zesiger (war auch beim Aufstieg Geschäftsführer des SC Langnau): «Walter Gerber war eine massgebende Figur bei unserem Aufstieg im 1998. Ich erinnere mich an ihn, wie wenn es heute gewesen wäre – Wale war klein, bullig und schnell, ausgestattet mit einem enormen Kämpferherz. Und er war ein absoluter Publikumsliebling. Ganz einfach Kult! Ein grosser Verlust für uns alle»

 

Kevin Schläpfer (heute Headcoach EHC Biel, stieg als Spieler gemeinsam mit Wale Gerber mit dem SC Langnau in die NLB auf und wechselte danach mit diesem zum EHC Chur): «Wale zeigte immer vorbildlichen Einsatz und hatte ein riesiges Kämpferherz. Wer mit ihm in der gleichen Linie spielte, wusste immer, dass man sich auf ihn verlassen kann. Wir wechselten nach dem aufstieg in Langnau gemeinsam nach Chur, und verbrachten dort täglich Zeit miteinander. Den Kontakt liessen wir danach nie abreissen. Ich war kürzlich noch bei ihm, und bin von dieser traurigen Nachricht sehr betroffen»

 

Jakob (Köbi) Kölliker (Sportchef SCL Tigers, war 1998 Headcoach der Aufstiegsmannschaft des SC Langnau): «Das ist sehr tragisch. Insider wussten, dass es nicht so gut stand um ihn. Ich habe nur gute Erinnerungen an Wale. Er hatte einen sehr guten Charakter und war ein sehr lieber Mensch. Alles, was er anpackte, tat er mit Leidenschaft. Es ist sehr traurig, dass er schon gehen musste.»

 

John Fust (Headcoach SCL Tigers, war 1998 mit Walter Gerber Mitglied der Aufstiegsmannschaft des SC Langnau): Klein von der Körpergrösse, aber mit einer grossen Präsenz. Es war unmöglich für ihn, passiv zu sein. Er gab in jedem Training und in jedem Spiel stets 100 Prozent. Es gibt nur sehr wenige Spieler wie ihn. Er hatte ein grosses Herz und war ein echter Tiger. Ich bin sehr traurig.»

 

Die SCL Tigers werden die grossen Verdienste von Wale Gerber für den Club am kommenden Samstag, 17. November 2012 vor dem Heimspiel gegen den SC Bern mit einer Trauerminute würdigen.

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