Berner Zeitung

Genazzi provoziert seine Klotener Freunde

Joël Genazzi von den SCL Tigers ist mit mehreren Kloten-Spielern eng befreundet. Der Langnauer Stürmer geizt nach dem Erfolg am Samstag vor dem heutigen zweiten Spiel in der Playout-Serie nicht mit Provokationen.

Presse • • von Philipp Rindlisbacher

 

Funkstille neben dem Eis

Joël Genazzi ist ein sympathischer junger Mann, der sein Herz auf der Zunge trägt. Seine Ausführungen sollte man jedoch nicht uneingeschränkt für bare Münze nehmen. Der Stürmer ist zwar gebürtiger Tessiner, lebte aber viele Jahre in Zürich. Mit Bodenmann und Trainersohn Denis Hollenstein ist er eng befreundet, fast nach jeder Saison reisen die NLA-Profis gemeinsam in die Ferien. «Erholsam sind diese Tage jeweils nicht», sagt Genazzi mit einem Schmunzeln.

 

Auch die «Flieger» Eric Blum und Matthias Bieber kennt er gut, sie waren seine Klassenkameraden in der Sporthandelsschule in Zürich. «Wir telefonieren regelmässig», erzählt Genazzi, «im Moment herrscht neben dem Eis aber Funkstille.» Auf dem Eis hingegen geht man sich nicht aus dem Weg – im Gegenteil. Es wird gestichelt und provoziert, «gewinnen wir die Playout-Serie, werde ich mich sicher nicht zurückhalten. Vielleicht brauchen wir dann Abstand», sagt Genazzi und deutet an, dass es heuer womöglich keinen gemeinsamen Urlaub geben wird.

 

«Hier ist es schöner»

Spiele gegen die Kloten Flyers haben für Genazzi Derbycharakter. Dementsprechend motiviert präsentiert er sich vor der heutigen zweiten Partie in der Best-of-7-Serie (19.45 Uhr, Ilfishalle). Seine Familie lebt nach wie vor im Zürcher Oberland; er selbst spielte einst ein Jahr bei den Klotener Elite-Junioren. Der Verein setzte jedoch nicht auf ihn («andere waren einfach besser»), als 17-Jähriger zog er nach Freiburg und debütierte mit Gottéron in der NLA. In Zürich möchte er nicht mehr leben, sagt Genazzi, «hier in Langnau sind die Leute netter und bescheidener». Seine Eishockeykollegen aus der Ostschweiz kommen ihn nie im Emmental besuchen. «Sie sind sich zu schade dafür. Für sie gibt es nur Zürich. Bei ihnen hängen sogar Stadtbilder in der Wohnung.»

 

Unlängst hat Joël Genazzi seinen Vertrag bei den SCL Tigers um zwei weitere Jahre verlängert, angeblich hatte Kloten loses Interesse am neunfachen Saisontorschützen bekundet. «Mir lag keine Offerte vor. Ich hätte aber sowieso nicht gewechselt, in Langnau ist das Gesamtpaket besser.» Den forschen Tönen müssen heute Taten auf dem Eis folgen.

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