Gerber tickt aus und wird gesperrt

Torhüter Martin Gerber kann Rögle den Ligaerhalt nicht vorzeitig sichern. Steigt er mit seinem Team nicht ab, spielen nächste Saison vielleicht schon zwei Schweizer Goaliers in Schweden.

Presse • • von 20 Minuten online, Klaus Zaugg

Martin Gerber muss mit Rögle in die Auf-/Abstiegsrunde der höchsten schwedischen Liga. Nach dem 2:3 gegen Växjö beträgt der Rückstand auf den rettenden 10. Platz neun Runden vor Schluss aussichtslose 14 Punkte.

 

Der Emmentaler steht beim Aufsteiger unter Dauerbeschuss: Er hat 38 der 46 Partien bestritten und rangiert mit 1209 Paraden an der Spitze der Liga-Schuss-Statistik. 91,32 Prozent hat er abgewehrt. Aber seine Heldentaten reichen nicht mehr aus. Bei der letzten Niederlage in Växjo ist er ausgerastet: Rögle kassierte das 2:3 elf Sekunden vor Schluss in Unterzahl.

 

Matchstrafe für Gerber

Martin Gerber stürmte auf den Schiedsrichter los und wurde mit einer Matchstrafe in die Kabine geschickt. Er hatte sich darüber aufgeregt, dass so kurz vor Schluss in einem so wichtigen Spiel eine aus seiner Sicht so fragwürdige Strafe ausgesprochen worden war. «Ich habe einfach geradeheraus meine Meinung gesagt», liess er sich zitieren.

 

Die Matchstrafe zieht eine automatische Spielsperre nach sich. Ob weitere Sperren folgen oder ob es bei einer Busse bleibt, entscheidet die Liga-Justiz. Ein tätlicher Angriff auf den Schiedsrichter wird dem Schweizer nicht vorgeworfen.

 

Berra zu Färjestad?

Gelingt der Klassenerhalt, will Rögle Martin Gerber unbedingt halten. Und dann ist es nicht ausgeschlossen, dass nächste Saison zwei Schweizer Torhüter in Schweden spielen. Alexander Salak (26) ist die Nummer 1 der Liga (Abwehrquote 94.10 %). Wenn Färjestad den Tschechen Ende Saison verlieren sollte (er hat Offerten aus der KHL, selbst ein Auskaufen aus dem Vertrag ist denkbar), dann wird Biels Reto Berra (26) ein Thema.

 

Färjestad hat ja beste Erfahrungen mit Schweizern: Marcel Jenni war einst Playoff-Topskorer und Martin Gerber hexte Färjestad 2002 zum Titel. Eine erste noch unverbindliche Anfrage ist bei Reto Berras Agenten eingegangen.

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