Berner Zeitung

Gesucht wird noch die Putzfrau

In einer Wohngemeinschaft in Muri ist die heute beginnende zweite Playout-Serie zwischen Rapperswil und Langnau das Hauptthema. Vier Spieler der SCL Tigers leben zusammen – und hoffen auf ein schnelles Saisonende.

Presse • • von Philipp Rindlisbacher

 

Auf dem Briefkasten eines Blockhauses in Muri sind die Namen Christian Moser, Simon Moser, Joël Genazzi und Tobias Bucher aufgeführt. Es ist nicht irgendeine Wohngemeinschaft, nein, bei den Kollegen handelt es um Eishockeyspieler der SCL Tigers.

 

Vor der heute Dienstag (19.45 Uhr, Diners Club Arena) beginnenden zweiten Playout-Serie gegen die Rapperswil-Jona Lakers öffneten die vier Freunde ihre Pforten und gewährten Einblick in ihr Reich. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre sei an dieser Stelle nur so viel verraten: In dieser Behausung lässt es sich leben. Die helle Bleibe umfasst acht geräumige Zimmer, in der mit vielen Accessoires geschmückten Wohnstube befinden sich unter anderem ein Pokertisch, eine Bar und ein Heimkino.

 

Seit Mai im gemeinsamen Haushalt

Seit vergangenem Mai führen die Langnauer Hockeyprofis einen gemeinsamen Haushalt; Bucher (24) und Genazzi (25) residierten bereits zusammen, die Moser-Brüder Christian (28) und Simon (24) liessen sich bis vor Jahresfrist im «Hotel Mama» verköstigen. Die Idee, eine «Vierer-WG» zu gründen, sei in den Ferien gereift, erzählt Genazzi. «Wir mussten uns aber das Einverständnis von Ruedi Zesiger einholen, weil wir gemäss Vertrag nur 15 Kilometer von Langnau entfernt wohnen dürfen.» Der ehemalige Geschäftsführer lenkte ein; «die Miete zahlen aber wir, nicht der Klub», sagt Bucher.

 

Dem Gast wird rasch klar: Die Emmentaler Cracks verstehen sich bestens. Es wird gestichelt und provoziert, «richtig lustig wird es jeweils beim Einkaufen», meint Christian Moser. «Jeder packt dem anderen irgendetwas in den Wagen.» Ein Ämtliplan existiert freilich nicht, «Gourmetköche sind wir alle», meint Bucher schmunzelnd. Auf die Ernährung wird, so gut es eben geht, geachtet, vor den Spielen werden Teigwaren oder Spätzli mit Fleisch aufgetischt. Man hilft sich gegenseitig, wenngleich Simon Moser etwas aus der Reihe tanzt. «Waschen ist nicht mein Ding», sagt der Nationalspieler, worauf seine Mitbewohner betonen, Moser sei ohnehin keine grosse Hilfskraft. «Weil er damals verletzt war, mussten wir ihm sämtliche Möbel zügeln. Er geniesst wohl den Captainbonus», erzählt Genazzi.

 

Die Sache mit der Freundin

Sauber und aufgeräumt sieht es in der schmucken Wohnung aus, weshalb sich die Frage nach der Putzfrau aufdrängt. «In der Zeitung muss unbedingt stehen, dass wir eine Putzfrau brauchen», sagt Simon Moser. «Wir suchen schon lange, haben ein Inserat deponiert – ohne Erfolg», meint Genazzi.

 

Die Wohngemeinschaft gilt als Platz zum Verweilen, oftmals sind Teamkollegen zu Gast. Sie kämen, wenn es Probleme mit der Partnerin gebe, erwähnt Genazzi schelmisch. Die eigenen Freundinnen hätten nur an bestimmten Tagen Einlass, sagt Christian Moser, worauf Genazzi kontert: «Er ist der Einzige, der nicht vergeben ist. Er sucht also eine Putzfrau und eine Freundin.»

 

Wenn es um die Best-of-7-Serie gegen Rapperswil geht, werden die Mienen ernster. Der Verlierer wird sich mit dem NLB-Meister um den Ligaverbleib duellieren müssen. «Wir sprechen in diesen Tagen oft über Eishockey», gesteht Simon Moser, «ich bin zuversichtlich, die Lakers waren zuletzt auswärts eher schwach.» Das Quartett hofft auf ein schnelles Saisonende und baldige gemeinsame Ferien.

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