Möglicherweise wegweisende Medienkonferenz:

Haben die SCL Tigers in absehbarer Zeit ein Farmteam?

Morgen Mittwoch früh findet in den Räumlichkeiten von Campus Perspektiven (Sportzentrum Huttwil) eine Pressekonferenz statt, an welcher mitgeteilt wird, dass der EHC Brandis nach Huttwil zügelt. Deshalb erhält ein Interview mit Simon Schenk möglicherweise wegweisende Bedeutung.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Der nachfolgende Artikel (bzw. Interview) erschien im Dezember bereits in der Printausgabe von FANTIGER und in der Januar-Ausgabe von s'Positive. Durch die Medienkonferenz von morgen Mittwoch in Huttwil erhalten einige Aussagen von Simon Schenk möglicherweise eine vertiefte Bedeutung. Denn Schenk sagt darin, dass ein farmteam für die SCL Tigers von Vorteil wäre. Auch Brandis-Präsident Heinz Krähenbühl soll damit koketieren, mit seiner Mannschaft dereinst in die Swiss League aufzusteigen und da das Farmtean einer National League - Organisation zu werden. Wir werden selbstverständlich im Verlaufe des morgigen Tages über die Medienkonferenz berichten. Doch lest jetzt erstmals das Interview.

 

Simon Schenk

Der Ehrgeiz bleibt

Die Liste dessen, was er im Eishockey noch nicht war, ist wohl kürzer als diejenige, was er bereits war. Simon Schenk spricht mit FANTIGER über seine beeindruckende Karriere und darüber, was er mit dem Hockey Country im Schilde führt.

Interview: Bruno Wüthrich

Er war einer der Leader in der Meistermannschaft des SC Langnau von 1976, er war sieben Jahre Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, rettete als Geschäftsführer, Sportchef, Trainer und Mädchen für alles zu Beginn der 1990er-Jahre den SC Langnau vor dem Kolaps, führte danach als Manager den ZSC nach Jahrzehnten der Abstinenz zu Erfolg und Titeln und baute mit den GCK Lions die bis heute erfolgreichste Nachwuchsorganisation auf. Jetzt ist er wieder zurück und hilft im Emmental beim Aufbau von Hockey Country, das dem einheimischen Eishockey-Nachwuchs zu neuen Perspektiven verhelfen soll.

FANTIGER: Die Liste der Funktionen im Schweizer Eishockey, die Sie in Ihrem Leben ihrem Leben noch nicht ausgeübt haben, dürfte wesentlich kürzer sein als die Auflistung dessen, was Sie bereits gemacht haben. Ich denke, ausser Materialwart waren Sie bereits fast alles.

Simon Schenk: Auch dem Materialwart habe ich schon geholfen. Aber es gibt schon noch Ämter, die ich nie ausgeübt habe, z. B. Verbandspräsident.

Das wäre aber bestimmt eine Herausforderung für Sie. Haben sie kein Interesse?

Nein. Es gab zwar Leute, die auf die Idee kamen, aber das wäre eine Schuhnummer zu gross für mich. Zudem habe ich kürzlich eine Aufgabe bei den SCL Young Tigers und als Experte bei MySports angenommen. Diesen beiden Aufgaben will ich mich jetzt widmen.

An welche Highligts Ihrer weitläufigen Hockeykarriere erinnern Sie sich am besten?

Ich erlebte in jeder meiner Funktionen Hochs und Tiefs. Als Spieler war der unbestrittene Höhepunkt der Meistertitel von 1976 mit dem SC Langnau. Als Spielertrainer in der 1. Liga waren es die Aufstiegsspiele mit dem EHC Thun. Als Nationaltrainer erlebte ich Höhepunkte zuhauf, unter anderem die Olympischen Spiele in Calgary 1988. Aber auch der Aufbau einer Spitzenmannschaft mit den ZSC Lions mit den Meistertiteln 2000 und 2001 sind natürlich wunderschöne Erinnerungen.

Danach haben Sie mit den GCK Lions auch noch die erfolgreichste Nachwuchsorganisation der Schweiz aufgebaut.

Hier waren nicht die sportlichen Erfolge im Vordergrund, dafür waren wir ein Vorzeigeklub in Sachen Spielerausbildung mit Spielern, die es sogar bis in die NHL brachten. Unser Ziel war es, jährlich zwei bis drei fertige NLA-Spieler heraus bringen zu können. In erster Linie für die ZSC Lions, aber durchaus auch für andere NLA-Teams. Dieses Ziel haben wir mehr als nur erreicht.

Sie haben noch etwas vergessen.

So?

Sie haben 1991 auch noch viel dazu beigetragen, dass der SC Langnau nach dem Abstieg in die 1. Liga überhaupt noch existiert hat. Hätten Sie dies nicht getan, wären die Tigers heute wohl nicht das was sie sind.

Ja, das war damals eine verrückte Zeit. Der Karren steckte so tief im Dreck, dass man darüber diskutierte, in Langnau nur noch Nachwuchs-Eishockey zu betreiben. Wir entschieden uns schliesslich, eine 1. Liga-Mannschaft zu bilden, die vorwiegend aus Junioren bestand. Ich war damals „Mädchen für alles“: Geschäftsführer, Trainer der 1. Liga-Mannschaft und der Elite-Junioren, Sportchef etc. Die beiden Meisterschaften spielten wir fast mit der gleichen Mannschaft. Wir budgetierten damals in der 1. Liga mit 1'500 Zuschauern pro Spiel. Viele dachten, wir seien nicht ganz bei Trost. Doch schlussendlich kamen im Schnitt 4'300 Zuschauer. Der Karren, der zuvor so tief im Dreck steckte, begann nun zu laufen, zu laufen, zu laufen. Dies war wirklich auch für mich eine sehr schöne Zeit, an die ich mich sehr gerne zurück erinnere. Was wir damals im Team mit Fred Wenger als Präsident, Fritz Lehmann als Finanzchef, Roman Schumacher als – heute würde man sagen Eventmanager – und den vielen „guten Feen“ im Büro und überall im Hintergrund erreicht haben, ist einmalig. Ich erinnere mich noch an unser „Sicherheitskonzept“ bei den mit 7‘000 Zuschauern vollgestopften Heimspielen gegen WIKI und Langenthal, das jeweils aus der Durchsage bestand: „Auch heute danken wir dem Schwingklub Langnau, dass sie wieder für Ordnung und Sicherheit sorgen.» Wir hatten nie Zwischenfälle.

Was war das Erfolgsgeheimnis bei den GCK Lions.

Es war das Ziel, die Talente bei den Klubs in und um Zürich breit zu erfassen und sie so zu fördern, dass es die besten in die NLA oder sogar noch weiter bringen. Aber als ich bei meinem Stellenantritt bei den neu entstandenen ZSC Lions am 1. Januar 1998 von dieser Pyramide sprach, sagte man mir, dass dies in Zürich unmöglich sei. Doch die Idee blieb in mir haften und wir begannen sofort, unter den Technikern auf Stufe Trainer und Sportchefs, eng zusammenzuarbeiten. Die politische Umsetzung folgte erst viel später. Natürlich waren die Meistertitel zu Beginn des neuen Jahrtausends in der NLA und vielen Nachwuchsmannschaften sehr hilfreich.

Kann das System auf das Emmental und die SCL Tigers adaptiert werden?

Nicht in allen Bereichen eins zu eins. Aber mit den Klubs Brandis Juniors, Burgdorf/Koppigen, Huskys/Oberlangenegg und den Young Tigers wollen wir auch eine Pyramide entstehen lassen. Dabei wird auch hier auf Stufe Technik bereits vieles sehr gut gemeinsam getan. Die Pyramide soll von unten nach oben wachsen. Es gilt nun, hier noch etwas mehr Struktur rein zu bringen. Dabei kann ich natürlich von den Erkenntnissen aus Zürich profitieren.

Sie sagen, die Pyramide müsse von unten nach oben wachsen. Damit wollen Sie sagen, dass in Langnau, bei den Brandis Juniors, in Burgdorf und bei den Huskys in Oberlangenegg Talente gesichtet und gefördert werden, die sich dann innerhalb der Pyramide in den für sie idealen Mannschaften entwickeln und die Besten schlussendlich in der 1. Mannschaft der SCL Tigers landen.

Grundsätzlich ja, aber es geht nicht nur um die Talententwicklung für die NLA. Jeder Spieler soll innerhalb der Pyramide dort eingesetzt werden, wo es für ihn am meisten Sinn macht und wo er sich mit Spielern entwickeln kann, die etwa auf dem gleichen Leistungsniveau sind. Langfristig sollten aus dem Hockey Country jedes Jahr Spieler für die NLA, die Swiss League oder auch für die MySports League herauswachsen.

War es denn in Zürich auch so, dass die Pyramide nur von unten gewachsen ist, oder haben die Meistertitel geholfen, dass sie auch von oben wachsen konnte?

Es war beides. Wir begannen mit der Arbeit beim Nachwuchs. Doch ich hatte damals den primären Auftrag, in der NLA eine Spitzenmannschaft zusammenzustellen, was dank Zuzügen von Spielern wie Ari Sulander, Peter Jaks, Dan Hodgson, Mathias Seger, Mark Streit etc. auch gelang. Bereits zwei Jahre später wurden wir Meister. Doch damals waren noch nicht die klubeigenen Spieler federführend. Aber die beiden Titel halfen natürlich sehr und die NLA-Mannschaft war Aushängeschild und Wegbereiter. Ein Meisterteam kann man besser vermarkten und man erhält mehr Zuspruch in jeder Beziehung. So kamen auf jeden Fall auch Impulse von oben. Ganz wichtig war aber auch das NLB-Team.

Inwiefern?

Zu Beginn meiner Tätigkeit in Zürich hatte ich sehr viel mit der NLA-Mannschaft zu tun. Das Team in der NLB lief für mich so nebenbei. Doch ab 2006 hatte ich wesentlich mehr Zeit für die NLB, in welcher damals ausschliesslich altgediente NLA-Spieler und ein kanadischer Trainer engagiert waren, die vor jeweils kaum mehr als 100 Zuschauern nach dem System «hopp de Bäse, gib ihm» spielten. Ich sagte mir damals, dass es sich nicht lohnt, für so wenige Zuschauer einen derartigen Aufwand zu betreiben. Dies war der Startschuss für eine NLB-Mannschaft aus jungen Spielern, die in der NLB weiterentwickelt wurden. Nach und nach wurde das System optimiert, bis wir die GCK Lions als erstes eigentliches Farm- und Partnerteam der ZSC Lions installiert hatten. Das Ziel war nicht mehr in erster Linie das Erreichung der Playoffs, sondern die gezielte Förderung der Talente. Für mich war es natürlich eine schöne Genugtuung, als die ZSC Lions mit 14 bei den GCK Lions ausgebildeten Spielern 2014 Schweizer Meister wurden.

Dies hat sich dann sicher finanziell ausgezahlt. Haben die GCK Lions rentiert?

Als Ganzes war es natürlich rentabel, denn für diese 14 Spieler mussten von den ZSC Lions keine Ausbildungsentschädigungen bezahlt werden. Aber die NLB alleine war natürlich nicht rentabel, da wir bekanntlich nur ganz wenig Zuschauer hatten. Wir hatten das Glück, dass unser Präsident Walter Frey das Projekt finanziell absicherte. Trotz einem stattlichen Rückfluss an Ausbildungsentschädigungen und Beiträgen vom Verband war das jedes Jahr ein schöner Betrag, den er übernehmen musste. Wir gingen sehr sparsam mit dem Geld um und waren jeweils mit einem Budget um die 2 Millionen gegen Mannschaften mit Budgets von zum Teil gegen 7 Millionen trotzdem konkurrenzfähig. Wir waren nie Kanonenfutter.

Sie sagen, dass das Erreichen der Playoffs eine untergeordnete Rolle spielte. Wer Sie aber an Spielen der GCK Lions beobachtete, musste unweigerlich zum Schluss kommen, dass Sie sich bei entsprechendem Spielverlauf durchaus aufregen konnten.

Ja, das konnte ich. Ich war auch da mit Herzblut dabei. Wenn ich beobachtete, dass etwas nicht lief, wie wir uns dies vorgestellt hatten oder wenn ich unsere Mannschaft vom Schiedsrichter ungerecht behandelt sah, hat dies schon hie und da ein Donnerwetter abgesetzt. Ich denke, so einmal im Jahr konnte dies schon geschehen. Denn auch wenn bei den jungen Spielern die Ausbildung oberste Priorität hat, ein gesunder Siegeswille gehört auch zum Rüstzeug eines jeden Eishockeyspielers.

Sie galten bereits in Ihrer Aktivzeit als Provokateur.

Das stimmt. Und es wurde mir verschiedentlich gesagt, mein Verhalten passe nicht so recht zu meinem Beruf als Lehrer. Doch damit konnte ich leben. Ich war halt damals schon angefressen vom Hockey. Zudem hat jeder seine Schwächen. Wahrscheinlich habe ich es gerade wegen meiner Verbissenheit so weit gebracht.

Wie ehrgeizig sind Sie heute noch?

Der Ehrgeiz ist etwas, das bleibt. Natürlich wird man mit zunehmendem Alter etwas ruhiger. Doch für mich gilt immer noch das Motto, nachdem ich immer gelebt habe: „Mach mit dem, was du hast, dort wo du bist, das was du kannst!“ Ich versuche immer noch, bei dem was ich tue, das Beste herauszuholen.

Die GCK Lions sind Ausbildungsklub und Farmteam der ZSC Lions. Könnte ein Farmteam auch für die SCL Tigers zum Thema werden?

Wir haben derzeit eine Elite-Mannschaft, die in der Meisterschaft vorne mitspielt. Da sind mehrere hoffnungsvolle Spieler dabei, für die es gut wäre, wenn wir ein NLB-Team hätten. Der Schritt von den Junioren direkt in die NLA ist für die meisten jungen Spieler zu gross. Wir haben mit dem SC Langenthal einen Partner, wo wir solche Spieler platzieren können, damit sie zu Spielpraxis kommen.

Nun ist aber der SC Langenthal eine Organisation mit Ambitionen. Gemäss Geschäftsführer Gian Kämpf liebäugelt man im Oberaargau sogar mit der NLA. Falls es gelingt, in Langenthal eine neue Eishalle zu bauen, werden die Bemühungen wohl intensiviert. Dies bedeutet doch, dass eben die Langenthaler als Partner der SCL Tigers nicht gleich funktionieren werden wie die GCK Lions für die ZSC Lions. Zwar wird man junge Spieler dort parkieren können, aber es wird immer der Trainer sein, der sagt, wann, wieviel und für welche Aufgaben sie eingesetzt werden. In Zürich konnten Sie doch diesbezüglich Vorgaben geben. Sie konnten doch da sagen, wo ein Spieler eingesetzt werden soll, dass er zum Beispiel Powerplay oder Boxplay spielen soll. Die Möglichkeit der Einflussnahme und der gezielten Förderung war doch in Zürich ganz anders als sie bei einer Zusammenarbeit Langnau – Langenthal sein kann.

Da haben Sie Recht. Ideal für uns wäre natürlich ein B-Team, auf das wir Einfluss nehmen und dafür sorgen könnten, dass unsere Nachwuchskräfte nicht auf der Bank versauern. Optimal wäre es, aus dem EHC Burgdorf oder dem EHC Brandis dereinst ein Swiss League Team zu machen, welches nicht auf Resultate aus ist, wo wir aber unsere jungen Fohlen auf die Weide geben könnten. Das muss im Moment noch unter „Träume“ abgehakt werden. Aber langfristig wäre es natürlich schön, wenn wir innerhalb unserer Pyramide auch eine Mannschaft in der Swiss League stellen könnten, wo nicht der sportliche Erfolg, sondern die Weiterbildung junger Talente im Vordergrund steht.

Langnau hat kürzlich einen neuen Gemeindepräsidenten gewählt. Zur Wahl standen vier Kandidaten, von denen jeder dem Projekt eines zweiten Eisfeldes in Langnau kritisch gegenüber steht. Was sagen Sie dem neuen Gemeindepräsidenten?

Ich kenne Walter Sutter sehr gut. Er ist ein „Schattseitler“ wie ich. Aber so wie ich mein letztes Gespräch mit ihm deute, hat er nach all dem, was in der Zwischenzeit passiert ist, seine Meinung geändert. Das zweite Eisfeld wäre insbesondere für die Nachwuchsspieler der Young Tigers sehr wichtig. Nicht für die erste Mannschaft, sondern vor allem für die Jungen. Die sollten wir nicht spätabends noch aufs Eisfeld schicken müssen, um zu trainieren, wenn sie am andern Morgen zur Schule oder zur Arbeit müssen. Nachwuchskräfte müssen ihre Ausbildung, ihr Privatleben und das Eishockey unter einen Hut bringen können, ohne Raubbau an ihrem Körper zu betreiben. Sie brauchen einen geregelten, auf sie angepassten Trainingsbetrieb.

Hätte ein zweites Eisfeld auch noch andere Vorteile?

Ja, es könnten vermehrt Trainings angesetzt werden, wo man an der Einzeltechnik der Spieler arbeiten könnte. Diese Skills-Trainings sind im normalen Mannschaftstraining ganz einfach nicht möglich. Zudem wäre ein Eisfeld mit NHL-Massen etwas Neues in der Schweiz und ich bin sicher, dass sich die Nationalmannschaften sehr gerne in Langnau auf Turniere oder Spiele in Nordamerika vorbereiten würden.

Sie spielten bereits in den 1960er-Jahren Eishockey und sind heute, mehr als 60 Jahre später, immer noch dabei. Wie hat sich das Eishockey verändert?

Als ich in den frühen 60-er Jahren damit begann, war Eishockey noch eine Wintersportart, die von November bis Februar gespielt wurde. Dazwischen spielte man Fussball oder betrieb Leichtathletik. Inzwischen ist Eishockey eine Ganzjahres-Sportart. Ich erlebte auch den Übergang vom Amateur- zum Profisport mit. Als ich als Spieler in der Nati war, pendelten wir zwischen der B- und C-Gruppe hin und her (die einzelnen Gruppen umfassten damals noch 8 Nationen, heute sind es 16, die Red). Als wir damals gegen ausländische Mannschaften antraten, war dies für uns wie das Jagen von Schatten. Auch zu Beginn meiner Zeit als Nationaltrainer hatten wir noch einen grossen Rückstand auf die Spitzennationen. Verbandspräsident René Fasel brachte es fertig, dass wir ab 1986 jedes Jahr zwei Spiele gegen die UdSSR austragen konnten. Am Anfang waren wir total überfordert, aber durch den regelmässigen Kontakt kamen wir der Weltspitze immer näher. Nach dem Aufstieg mit der Nati 1986 in Eindhoven zu den 8 Weltbesten sagte ich in einem Interview, dass die Schweiz etwa 100 Spiele gegen Spitzennationen braucht, um unseren Rückstand auf die Weltspitze aufzuholen. Inzwischen sind diese 100 Spiele längst erreicht und dank dem grossen Aufwand, der in den Klubs betrieben wird, sind wir der Weltspitze wesentlich näher als damals.

Wie wurden Sie eigentlich Nationaltrainer?

Der Verband hatte mit meinem Vorgänger ziemlich viel Geld verbraten und suchte deshalb nach einer Billiglösung. Dabei stiess man auf einen 1. Liga-Trainer aus dem Emmental. Ich wurde gewissermassen als Verlegenheitslösung Nationaltrainer. Wider Erwarten stiegen wir im darauf folgenden Frühjahr gleich in die A-Gruppe auf und die Schweiz war erstmals seit 15 Jahren wieder unter den besten Acht der Welt. Dieser Aufstieg von 1986 in Eindhoven war dann die Basis für meine weitere Trainerkarriere und die „Verlegenheitslösung“ hatte dann 7 Jahre Bestand… Mein Bekanntheitsgrad war dann so gross, dass ich sogar den Einzug in den Nationalrat schaffte, wo ich 17 interessante und lehrreiche Jahre erleben durfte.

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