«Hautnah» mit Erfolg

Wie seit September dieses Jahres eingeführt, stellten sich die SCL Tigers zum zweiten Mal den Fans zur monatlichen Aussprache. Diese war dringend nötig, und wurde zum Erfolg. Obwohl nicht jede Frage beantwortet wurde, dürfte «Hautnah» zur Beruhigung der Fans beigetragen haben.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Vor der Einführung hätten die Verantwortlichen der SCL Tigers wohl nicht im Traum daran gedacht, dass die Ausgangslage vor dem «Hautnah»-Event bereits bei dessen zweiten Ausstragung derart brisant sein würde. Alle seien im Vorfeld nervös gewesen, gestand Geschäftsführer Wolfgang Schickli den geschätzt ca. 150 anwesenden Fans, Doch die Veranstaltung lief - wie in Langnau üblich - jederzeit anständig und fair ab. Denn kritische Fragen kann man anständig und fair stellen.

 

Kämpferischer Wolfgang Schickli

Der Geschäftsführer, der aus verständlichen und nachvollziehbaren Gründen darauf verzichtet hatte, wie zuvor angekündigt die ganze Mannschaft an den Event mitzubringen, stellte sich vor die Mannschaft und kämpfte - im wahrsten Sinne des Wortes - wie ein Tiger für seine Mitarbeiter. Wenn die SCL Tigers fortan den selben Kampfgeist an den Tag legt, ist die Bewältigung der Krise nicht mehr allzu fern.

 

Schickli führte aus, dass kein Spieler und kein Coach gerne verliert, und was emotional in jedem Spieler abgeht, wenn er mit dem Team derart unerwartete Niederlagen einzieht. «Sie sollten einmal nach einer Niederlage in die Gesichter der Spieler sehen, dann wissen Sie, was in ihnen abgeht.» Zu reden gaben auch die Leistungen der Ausländer und die Art des Coachings von Tomas Tamfal. Dieser stellte sich der Diskussion und hinterliess dabei - so der Eindruck des Chronisten - einen souveränen Eindruck. Verständlicher- und korrekterweise wurden Fragen zu den Leistungen einzelner Spieler oder zu Vertragsdetail nicht beantwortet.

 

Ziele bleiben unverändert

Wolfgang Schickli betonte, dass sich an den sportlichen Zielsetzungen nichts geändert habe. «Wir wollen so schnell wie möglich wieder in die NLA!» und er liess zweifelsfrei durchblicken, dass er bereits Ziel auch bereits in dieser Saison anvisieren will.

 

Peter Jakob wie gewohnt eindrücklich

Wenn Peter Jakob zu den Fans spricht, wird die Stimmung andächtig. Was er sagt, fährt den Zuhörern auch dann ein, wenn er sich irrt. Zumindest in einem Statement irrte er sich total: «Ich glaube, ich bin inzwischen der Einzige, der stolz darauf ist, was wir mit der Sanierung der Ilfishalle vollbracht haben.» Nein! - Damit ist der VR-Präsident der SCL Tigers bestimmt nicht alleine. Doch in Momenten der Niederlage und den sich daraus ergebenden Frustrationen denkt man eine Zeitlang nicht mehr an die Siege und an Vollbrachtes. Jakob erzählte auch, was seit dem Abstieg der Tiger so alles gelaufen ist, und erwähnte dabei auch - eher nebenbei - die Schlammschlacht, die ein gewisser (zweifelhafter, niederträchtiger und hinterhältiger / Anm. des Chronisten) Herr aus der Ostschweiz losgetreten hat. Jakobs Rede endete mit tosendem Applaus.

 

Fazit

Abzuwarten bleibt, welche Ausstrahlung dieser «Hautnah»-Event nach aussen hat. Bei den anwesenden Besuchern hat der Anlass zwar nicht alle Fragen beantwortet, und bei weiteren peinlichen Niederlagen wird die Wirkung wohl nur von kurzer Dauer sein, aber zur Beruhigung und zur Wiedererweckung einer wohl vorerst noch zart keimenden Zuversicht dürfte dieses «Hautnah» zweifellos beigetragen haben. Das nächste «Hautnah» findet man 7. November statt.