NLB Playoffs 2015, Final, 1. Spiel: SCL Tigers - EHC Olten 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

Heimpleite zum Final-Auftakt

Bissige und taktisch hervorragend eingestellte Oltner gewannen zum Auftakt der Playoff-Finalserie in Langnau mit 2:3. Dabei hinterliessen die SCL Tigers einen zwiespältigen Eindruck. Sie müssen sich gewaltig steigern, wenn sie den Titel gewinnen wollen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

Fan-Choreo a

Das erste Zeichen setzten die Fans der SCL Tigers. Ihre Lieblinge machten es ihnen nicht nach.

 

Das war definitiv nicht der Auftritt, den es braucht um ein Spiel in einem NLB-Final zu gewinnen. Zwar begann das Spiel gut, und im ersten Drittel wurde den Zuschauern von beiden Mannschaften gutes Eishockey geboten. Aber bereits da entstand der Eindruck, dass die Heimmannschaft vor ausverkauftem Haus irgendwie gehemmt wirkte. Auf jeden Fall waren die SCL Tigers mit der 1:0 - Führung nach 20 Minuten gut bedient. Tobias bucher hatte bereits in der 4. Minute einen von Chris DiDomenico abgelenktes Müller-Geschoss über die Linie gedrückt. Insgesamt hatten aber die Powermäuse bereits in den ersten 20 Minuten nicht unbedingt die besseren, aber mehr Torchancen.

 

DiDo-Chance

In der 40. Minute erarbeitet sich Langnaus Topscorer Chris DiDomenico eine Topchance und kann nur regelwidrig gestoppt werden.

 

Möglicherweise hätte das Spiel einen andern Verlauf genommen, wenn Tobias Bucher nach 40 Sekunden im Mitteldrittel den Penalty verwertet hätte, welchen Fabian Ganz an ihm verschuldete. doch er brachte die Scheibe nicht zwischen den Schonern von Michael Tobler hindurch. Danach waren die Oltner lange Zeit das bessere, und vor allem das aktivere Team. In der 25. Minute kam Fabian Ganz im Slot völlig frei an die Scheibe und liess Damiano Ciaccio mit einem präzisen Schuss ins hohe Eck keine Chance. Und in der 35. Minute sass Chris DiDomenico eine Strafe gegen sein Team wegen zuvieler Spieler auf dem Eis ab, als es erneut hinter Ciaccio einschlug. Shayne Wiebe nutzte die Überzahlsituation auf Zuspiele von Codey Burki und Sami El assaoui zur erstmaligen führung für die Powermäuse.

 

Im Schlussdrittel ging es vorerst weiter wie zuvor. Folgerichtig erhöhte Shayne Wiebe mit seinem zweiten Treffer auf 1:3. Bedient wurde er von Martin Ulmer, der von einem zweimaligen über den Puck schlagen eines Langnauer verteidiger hinter dem Tor profitierte und seinen Teamkollegen mustergültig anspielte. Erst jetzt begannen die Tiger allmählich zu reagieren. Doch die Oltner blieben bissig und aufsässig. So blieb der Anschlusstreffer des inzwischen 13-fachen Playoff-Torschützen Anton Gustafsson die einzige Ausbeute, und dies reichte nicht mehr für den Sieg. Zwar versuchten die Langnauer alles, ersetzten im letzten Drittel Damiano Ciaccio durch einen sichsten Feldspieler, und weil mit Sami El Assaoui ein Oltner auf der Strafbank sass, spielten sie zu sechst gegen vier, doch es reichte trotz einiger guter Möglichkeiten nicht mehr.

 

«Wir waren lange Zeit viel zu passiv, fanden einfach den Rhytmus nicht», erklärte Captain Martin Stettler die konfuse Leistung seines Teams. «Erst in den letzten zehn  Minuten näherten wir uns unserer normalen Lesitung an. Am Freitag in Olten werden wir ganz anders auftreten. Bei uns weiss jeder, dass es so nicht reichen kann.»

 

Fragt sich lediglich, weshalb denn die Tiger den Rhytmus nicht fanden. Spielten da etwa die Nerven einen streich. Dafür sprächen auch die vielen kleinen und grösseren Fehler, welche sich die Mannschaft leistete. Dafür könnten auch die zu vielen Einzelaktionen sprechen, von denen keine einzige zum Erfolg führte. Martin stettler war anderer Ansicht. «Vermutlich war es, weil wir mehr als eine Woche Pause hatten. Wir trainierten zwar gut, aber es ist halt nicht das Gleiche, wie wenn man spielt.»

 

 

SCL Tigers - EHC Olten 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

 

Ilfishalle, 6'050 Zuschauer (ausverkauft). SR: Clément/Dipietro, Huggenberger/Progin. Tore: 4. Bucher (DiDomenico, Müller) 1:0. 25. Ganz (Hirt, Schneuwly) 1:1. 25. Wiebe (Burki, El Assaoui, Ausschluss Langnau / zuv. Spieler auf dem Eis) 1:2. 44. Wiebe (Ulmer) 1:3. 55. Gustafsson (Müller) 2:3. Strafen: 7-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Hecquefeuille, versuchter Stockstich) gegen die SCL Tigers, 8-mal zwei Minuten gegen den EHC Olten.

 

SCL Tigers: Ciaccio; Müller, Stettler; K. Lindemann, Hecquefeuille; Ronchetti, Bonnet; Zryd; Bucher, Gustafsson, DiDomenico; S. Lindemann, C. Moggi, Haas; S. Moggi, A. Gerber, Nüssli; Wyss, Albrecht, T. Gerber; Rexha.

 

EHC Olten: Tobler; Schnyder, Meister; Ganz, Parati; Bagnoud, El Assaoui; Aeschlimann, Grossniklaus; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wiebe, Burki, Ulmer; Weber, Studer, Scherwey.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Croce, Tremblay, Lakos, Bärtschi, Rüegg, Schlapbach (alle überzählig). Olten ohne Schild, Marolf, Courchaine, Ruhnke, Huber, Wüthrich, Lüthi, Pargätzi (alle überzählig. 20.40: T. Bucher scheitert mit Penalty.

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