PF-Viertelfinal, 3. Spiel: SCL Tigers - Hockey-Thurgau 7:1 (2:0, 3:0, 2:1)

Hellwache Tiger lassen Thurgau keine Chance

Von Beginn an liessen die SCL Tigers keinen Zweifel am Ausgang dieser Partie und bezwangen ein müdes Hockey Thurgau mit Tempohockey ohne Mühe mit 7:1. In der Serie steht es nun 3:0 und den Langnauern fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in den Halbfinal.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

Gustafsson Ronchetti

Anton Gustafsson (links) kommt immer besser in Fahrt, ist defensiv und offensiv wichtig und macht sein Team stärker. Massimo Ronchetti verteidigte nach einer Schulterverletzung erstmals wieder für die Tiger. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Das Spiel war noch keine zwei Minuten alt, da führten die SCL Tigers bereits mit 2:0. Lukas Haas unter zuhilfenahme eines thurgauischen Beins nach lediglich 87 Sekunden und Adrian Gerber aus dem Slot nur 24 Sekunden später waren die Torschützen. Lukas Haas, welcher mit seinem frühen Eröffnungstreffer die Langnauer Gala ermöglichte, hat derzeit einen guten Lauf. «Ich wollte eigentlich einen Pass spielen, doch dann stand ein Gegner dazwischen und ermöglichte mir den Treffer. Absicht war jedoch keine dabei», gestand das Langnauer Eigengewächs. Haas steht in diesen Playoffs bei drei Treffern und einem Assist, und hat noch keinen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben, besitzt aber eine Offerte, welche etwas tiefer dotiert sein soll als sein bisheriger Kontrakt. «Ich bin gegen Ende der Qualifikation immer besser in Fahrt gekommen und konnte den Level in den Playoffs halten. Ich würde gerne in Langnau bleiben, warte jedoch ab, was noch geschieht.»

 

Einmal in Führung, kontrollierten die Langnauer das Geschehen nach Belieben und hätten durchaus noch viel höher gewinnen können. Doch danach stellten die Tiger die Torproduktion bis in den zweiten Abschnitt ein, dann jedoch gelang Anton Gustafsson ein wunderschöner Treffer zum 3:0. Der zweifache Torschütze und Sohn von Coach Bengt-ake Gustafsson kommt ebenfalls immer besser in Fahrt. «Nach meiner Verletzung brauchte ich ca. 10 Spiele, um in Fahrt zu kommen. Doch jetzt läuft es mir gut, beschreibt Gustafsson seine derzeitige Verfassung. Ich bin normalerweise nicht der grosse Skorer, denn meine Rolle ist eher defensiv, Doch dass mir derzeit so viele Treffer gelingen, gibt viel Selbstvertrauen. Ich glaube, mir sind noch nie in drei Playoff-Spielen sechs Treffer gelungen» Der Berndeutsch sprechende Schwede hat für die kommende Saison ebenfalls noch keinen Vertrag, empfielt sich aber derzeit nachhaltig dafür. «Wir haben noch nicht darüber gesprochen, denn ich war ja lange verletzt. Da ist es normal, dass abgewartet wird. Doch Langnau ist meine zweite Heimat. Ich würde gerne hier bleiben.»

 

Unrecht hatten damit die Kritiker von Bengt-ake Gustafsson, welche nach Antons Genesung monierten, dass der Vater seinem Sohn zu Unrecht viel Eiszeit gewähre. Die Fakten sprechen klar eine andere Sprache. Gustafsson behandelte seinen Sohn nicht als jeden andern Spieler mit Potential, auf den er nach einer langen Verletzung in der wichtigsten Phase setzen will. Antons Performance sowohl defensiv wie auch offensiv gibt dem Coach vollumfänglich recht.

 

Noch im gleichen Drittel erhöhten Chris DiDomenico ebenfalls nach einer tollen Kombination und nochmals Anton Gustafsson auf 5:0. Nach 40 Minuten war das Spiel beim Stand bei diesem Spielstand endgültig entschieden. Die Tiger boten im Schlussdrittel dem Publikum mit schönen Spielzügen noch etwas fürs Auge, vergassen dabei jedoch lange Zeit das Toreschiessen. Nach Thurgaus Ehrentreffer durch Daniel Eigenmann erhöhten aber Silvan Wyss und Lukas Haas mit seinem zweiten Treffer das Skore auf 7:1. Es ist dies der höchste Sieg der Langnauer in der laufenden Saison.

 

Gute Neuigkeiten gibt es von Hockey Thurgau. Dem im zweiten Spiel vom letzten Sonntag verletzten Torhüter Micha Graf geht es besser. Obwohl nach dem Zusammenstoss mit Claudio Moggi (ihn trifft keinerlei Schuld) zunächst bedenklich aussah und das Schlimmste befürchtet werden musste, ist heute klar, dass Graf keine bleibenden Schäden davon tragen wird und das spital bereits wieder verlassen konnte. Er erlitt eine mittelschwere Gehirnerschütterung und Prellungen.

 

 

SCL Tigers - Hockey-Thurgau 7:1 (2:0, 3:0, 2:1)

 

Ilfishalle, 4'858 Zuschauer. SR: Kämpfer/Wirth, Huggenberger, Schüpbach. Tore: 2. (1.27) Haas 1:0. 2. (01.51) A. Gerber (S. Moggi) 2:0. 25. Gustafsson (Bucher, DiDomenico, Ausschluss Büsser) 3:0. 27. DiDomenico (C. Moggi, Ronchetti) 4:0. 35. Gustafsson (Hecquefeuille, DiDomenico) 5:0. 46. Eigenmann (Wichser, Damon, Ausschluss C. Moggi) 5:1. 57. Wyss (A. Gerber) 6:1. 58. Haas (C. Moggi, S. Moggi, Ausschluss Hüsler) 7:1. Strafen: 5-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 6-mal zwei Minuten gegen Thurgau.

 

SCL Tigers: Ciaccio; Müller, Stettler; K. Lindemann, Hecquefeuille; Bonnet, Ronchetti; Zryd; Bucher, Gustafsson, DiDomenico; S. Lindemann, C. Moggi, Haas; S. Moggi, A. Gerber, T. Gerber; Wyss, Albrecht, Rexha; Sterchi.

 

Hockey Thurgau: Nyffeler; Winkler, Büsser; Kühni, Maier; Bloch, eigenmann; Urech, Roos; Bahar, Fuhrer, Hüsler; Mettler, Wichser, A. Lemm; Rohner, Küng, Andersons; Schmutz, Damon, Irmen.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Croce, Haberstich (beide verletzt), Nüssli (krank), Tremblay, Lakos, Bärtschi, Rüegg, Schlapbach (überzählig. Thurgau ohne Blasbalg, Weber, Graf, F. Lemm (alle verletzt), Spurgeon, Bischoffberger (beide überzählig). 11. Pfostenschuss Rexha.

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