SCL Tigers - EV Zug 3:4 (2:0. 1:0. 0:4)

Im Angesicht des sicheren Sieges in die Niederlage

3:4 - Niederlage! Die 3:0 - Führung nach 40 Minuten reichte nicht. Gleich mit 0:4 ging das Schlussdrittel verloren. Entscheidende Figur dabei: Tiger-Hüter Ivars Punnenovs mit drei vermeidbaren Fehlgriffen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Die SCL Tigers machten (leider nur) zwei Drittel lang einen überaus entschlossenen Eindruck. Hier Topscorer Rob Schremp beim Bulli. Bild: Bruno Wüthrich.

So Klartext hat noch selten ein Spieler gesprochen, wie dies Pascal Berger, Stürmer der SCL Tigers, nach der Partie gegen Zug tat. «Es ist Scheisse. Einfach totale Scheisse. Es ist Scheisse für alle, für die Spieler, die Sponsoren, die Fans. Jeder in unserer Mannschaft hat gesagt, er macht es. Doch keiner hat es gemacht. Wir hatten Chaos in unserer eigenen Zone, wir hatten Chaos in der Mittelzone. Jeder ist schuld. Angefangen beim Torhüter, über die Verteidiger, die Stürmer bis hin zum Coach. Das einzig Positive daran ist: Jeder weiss es!» Auch Berger sah allerdings, dass die ersten beiden Drittel für seine Mannschaft optimal gelaufen sind. «Wir holten fast das Maximum aus unseren Chancen heraus, und hatten hinten auch Glück, sonst hätte es bereits früher zumindest unentschieden stehen können.»

Was Pascal Berger so wütend machte, war die Leistung der ganzen Mannschaft während der ersten fünf Minuten des letzten Drittels, als die Spieler schlicht und einfach nicht bereit schienen, immer einen Schritt zu spät kamen und innerhalb von eben diesen fünf Minuten den Dreitorevorsprung preis gaben. Gerade mal 82 Sekunden waren gespielt, da waren die Innerschweizer bereits bis auf ein Tor heran gekommen. Während er beim ersten Gegentreffer von Sven Senteler nichts ausrichten konnte, machte der zuvor bärenstarke Ivars Punnenovs beim zweiten Gegentreffer, erzielt von David McIntiyre keine glückliche Figur. Dies kann jedoch passieren. Vor allem, wenn man zuvor alles gehalten hat, was es zu halten gab, und sogar etwas darüber hinaus. Doch Punnenovs schien sich von diesem nicht unhaltbar scheinenden Gegentreffer aus dem Konzept bringen zu lassen, denn auch der Ausgleichstreffer durch Lino Matschini in der 45. Minute wie auch der Zuger Siegtreffer erneut durch Sven Senteler machten ebenfalls nicht den Eindruck, unhaltbar zu sein. Doch eben: Auch die Feldspieler waren zumindest zu Beginn des Drittels nicht bereit, und dies hatte nichts mit der Leistung des Torhüters zu tun. Und weshalb Coach Scott Beattie nicht spätestens nach dem dritten Gegentreffer (besser wäre nach dem zweiten) sein Timeout nimmt, weiss wohl nur er selbst. Er hätte damit seiner Mannschaft einen Moment geben können, sich zu fangen. Dies tat sie dann von selbst, aber eben erst nach dem Ausgleich.

Dabei hatte doch alles so gut begonnen. Das 1:0 fiel bereits in der 3. Minute. Lukas Haas bediente von hinter dem Tor Ville Koistinen, und der zog im Slot direkt ab. Danach rascher Ausbau der Führung. Yannick-Lennart Albrecht tankte sich von hinter dem Tor in Richtung Bullipunkt, von wo er die Scheibe, halb Schuss, halb Pass in Richtung Zuger Tor beförderte, wo sie Claudio Moggi entscheidend ablenkte. Zwei weitere Topchancen folgten, die zweite vergab Lukas Haas in der 7. Minute in Unterzahl. Die Tiger spielten hinten schnörkellos, machten den Slot dicht, und hatten zudem das Glück des Tüchtigen, wie es schien. Denn so ging es weiter bis zum Ende des Mitteldrittels. Es kam sogar noch besser: Ein Langnauer Angriff schien bereits unter Kontrolle, als Chris DiDomenico wieder an den Puck kam, mit keinem kurzen Pass Thomas Nüssli bediente, der nur noch zum 3:0 einzuschieben brauchte.

Ach ja: das hat Pascal Berger auch noch gesagt: «Offenbar hatten bei uns alle Angst vor dem Sieg. So wird die Saison sehr, sehr lang für uns.» Eines ist klar: Es müssen Punkte her!

 

SCL Tigers - EV Zug 3:4 (2:0. 1:0. 0:4)

 

Ilfishalle, 5'483 Zuschauer. SR: Mandioni/Stricker, Bürgi/Huguet. Tore: 3.Koistinen (Haas, Lindemann) 1:0. 5. Moggi (Albrecht) 2:0. 36. Nüssli (DiDomenico, Müller) 3:0. 41. (40.27) Senteler (Klingenberg) 3:1. 42. (41.22. McIntire (Lammer, Zangger) 3:2.45. Matschini (Diaz, McIntyre, Ausschluss Seydoux) 3:3. 58. Senteler (Lammer, Grossmann, Ausschluss Zryd) 3:4. Strafen: 7-mal zwei Minuten gegen die  SCL Tigers. 6-mal zwei Minuten gegen Zug.

 

SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Seydoux; Randegger, Stettler; Müller, Zryd; Currit; Shinnimin, Schremp, P. Berger; Nüssli, DiDomenico, R. Gerber; Moggi, Albrecht, Kuonen; Lindemann, Chiriaev, Haas; Wyss.

 

EV Zug: Stephan; Geisser, Diaz; Grossmann, Helbling; Alatalo, Schlumpf; Schmuckli, Erni; Marchon, Holden, Matschini; Sentler, Immonen, Klingberg; Lammer, McIntyre, Zangger; Schnyder, Diem, Peter.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Blaser, A. Gerber, Murray (alle verletzt), T. Gerber (überzählig). EV Zug ohne Suri, Lüthi, Morant (alle verletzt). 19. Lattenschuss Holden. 38. Pfostenschuss Shinnimin. 47. Lattenschuss Zangger. 59.19: Timeout SCL Tigers.

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