SCL Tigers - ZSC Lions 1:2 (0:0, 0:0, 1:2)

In den letzten zwei Minuten alle drei Punkte verloren

Die SCL Tigers verloren gegen die ZSC Lions auf äusserst bittere Weise alle drei Punkte. Dabei waren sie bis 100 Sekunden vor Schluss noch auf der Siegesstrasse.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Sehr vieles richtig, und kaum etwas falsch gemacht, und trotzdem verloren. Statt als strahlender Sieger verlässt Flurin Randegger als geschlagener Held die Arena. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Die Niederlage gestern Freitag Abend gegen den SCB war ärgerlich. Doch die Fehler mussten nicht gesucht werden. Die Gründe dafür waren klar. Abhaken, nach vorne schauen und heute eine verbesserte Leistung zeigen, so die Devise. Und fürwahr, die SCL Tigers zeigten heute ein ganz anderes Gesicht. Doch solche Niederlagen, wie diejenige vom heutigen Abend gegen die ZSC Lions, sollte eine Mannschaft nicht zu häufig einstecken müssen. Denn sie geht an die Substanz und an die Mentalität. Und sie ist einfach nur bitter. Dabei gibt es folgendes festzuhalten: 1.) Die Langnauer haben den Sieg nicht verspielt, die ZSC Lions haben ihn sich in den letzten zwei Minuten auf überzeugende Weise und auch mit etwas Glück heraus gespielt. Dabei war Roman Wick mit zwei Muster-Assists zu den Toren von Ryan Shannon (58.20) und Robert Nilsson (59.31) der eigentliche Matchwinner.  2. Trotz einer kämpferisch hervorragenden und disziplinierten Leistung der Emmentaler verdienten sich die Zürcher diesen Erfolg. Sie verzeichneten sowohl ein Plus an Spielanteilen als auch an Torchancen, und letztendlich machten sie das, auf was es ankommt, einen Tick besser: Das Toreschiessen.

Je länger dieses Spiel dauerte, umso mehr wuchs die Überzeugung, dass wer das erste Tor schiessen würde, auch als Sieger daraus hervor gehen würde. Das erste Tor schossen in der 48. Minuten die Langnauer. Mit Martin Stettler war der Captain im Powerplay höchstpersönlich dafür besorgt. Er zog von er blauen Linie ab und traf haargenau unter die Latte. Doch eben: Das erste Tor entschied diese Partie nicht.

Trotzdem hätten auch die Tiger dieses Spiel bereits vorzeitig entscheiden können. Niklas Schlegel zeigte vorab in 34. und der 37. Minute mit zwei Big Saves, dass er auch für den designierten Torhüter Nr. 1, Lukas Flüeler, ein ernsthafter Herausforderer sein kann. Rob Schremp (32.) und Thomas Nüssli (38.) zudem vergaben je einen Hochkaräter. Sie zielten aus aussichtsreicher Position neben bzw. über das Tor. Die zweite Hälfte des Mitteldrittels war denn auch die offensiv stärkste Phase der Langnauer in dieser Partie, in welcher sie zur Hauptsache mit Abwehrarbeiten beschäftigt waren. Wie gut sie dies taten, zeigt auch die Phase zwischen der 51. und der 57. Minute, als die Tiger bei einer Fünfminutenstrafe gegen ihren Captain fast sechs Minuten in Unterzahl, wovon fast eine Minute in doppelter agieren mussten. Sie taten dies mit Bravour und kassierten kein Gegentor. Entscheidend hierfür war auch der am heutigen Abend beste Tiger, Torhüter Ivars Punnenovs. Er hielt sein Team über die ganzen 60 Minuten mit phantastischen Paraden im Spiel. Bei den beiden Gegentoren kurz vor Spielende war er absolut chancenlos.

So bitter diese Niederlage auch ist, so lässt sich für die SCL Tigers trotzdem darauf aufbauen. Denn in ihrem zweiten Spiel (für die Zürcher war es das dritte) sind auch sie definitiv in dieser noch jungen Meisterschaft angekommen. Sie haben dem Top-Favoritien auf die Meisterschaft alles abgefordert und diesen an den Rand einer Niederlage gebracht. Und sie haben in dieser Partie - mit Ausnahme des Toreschiessens - alles um eine Klasse besser gemacht als am Vorabend gegen den SC Bern. Sie zeigten, dass sie mit diesem Kader mit den andern Teams mithalten können

Trotzdem: Bereits am Dienstag reisen die Tiger nach Genf zum Team von Chris Mc Sorley. Auch Servette ist nicht optimal in die Meisterschaft gestartet. Der EHC Biel hat heute dort gewonnen. Deshalb heisst es auch für Langnau: In Genf müssen die ersten Punkte her.

 

SCL Tigers - ZSC Lions 1:2 (0:0, 0:0, 1:2)

 

Ilfishalle, 5'504 Zuschauer. SR: Clément/Kurmann, Pitton/Wüst. Tore: 48. Stettler (Sterchi, Ausschluss Rundblad) 1:0. 59. (58.20) Shannon (Wick) 1:1. 60. (59.31)Nilsson (Wick) 1:2. Strafen: 5-mal zwei Minuten + 1-mal fünf Minuten (Stettler, Stockschlag) gegen die SCL Tigers. 2-mal zwei Minuten 1 1-mal fünf Minuten (Marti, unerl. Körperangriff) + 1-mal 10 Minuten (Rundblad (Check gegen den Kopf) gegen die ZSC Lions.

 

SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Seydoux; Randegger, Stettler; A. Gerber, Zryd; Müller, Currit; Nüssli, DiDomenico, Kuonen; Shinnimin, Schremp, Berger; Lindemann, Chiriaev, Haas; Wyss, Albrecht, T. Gerber.

 

ZSC Lions: Schlegel; Marti, Blindenbacher; Geering, Rundblad; Guerra, Karrer, P. Baltisberger, C. Baltisberger;Wick, Shannon, Nilsson; Thoresen, Sjögren, Pestoni;Kenins, Cunti, Künzle; Herzog, Trachsler, Bärtschi.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Murray, Blaser (verletzt), Moggi (rekonvaleszent, R. Gerber (geschont). ZSC Lions ohne seger, Hächler, Suter, Schäppi (alle verletzt). 59.31: Timeout SCL Tigers.