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Ist Mayers Vertragsbruch Bäumles Glück?

Kein anderer Spieler ist durch den Abstieg von Langnau so auf dem falschen Fuss erwischt worden wie Nationaltorhüter Thomas Bäumle (28).

Presse • • von Klaus Zaugg

 

Im Dezember hatte Thomas Bäumle den Vertrag von Biel unterschriftsreif auf dem Tisch und Biel mündlich schon zugesagt. Er hätte auf nächste Saison mit einem Mehrjahresvertrag der Nachfolger von Reto Berra werden können. Seine Zukunft in der NLA wäre gesichert gewesen. Er musste nur noch die Option zur Vertragsauflösung in Langnau einlösen. Biels Manager Daniel Villard und Sportchef Martin Steinegger hatten bereits seine mündliche Zusage.

 

Doch Thomas Bäumle entschied sich im letzten Augenblick für Langnau und löste die Option zur Vertragsauflösung nicht ein. Der ehemalige SCB-Junior hatte den Saisonstart in Langnau verpasst und sich dann im Dezember nach und nach wieder in die Mannschaft zurückgekämpft. Am 21. Dezember war er der Held beim 2:1-Sieg in Bern, am 22. Dezember feierte er mit Langnau ein 3:0 gegen die ZSC Lions. Am 24. Dezember hätte er die Option für den Ausstieg aus dem Vertrag in Langnau einlösen müssen – und brachte es nicht übers Herz. Jetzt, wo es so gut lief.

 

«Das Geld spielte keine Rolle»

Mitentscheidend war möglicherweise noch etwas anderes: Biel hat sich auch deshalb in der NLA etabliert, weil ein tüchtiges Management die Löhne im Griff hat. Bäumle verdiente ganz einfach in Langnau mehr als in Biel. Money talks. «Nein, so ist es nicht», sagt Bäumle. «Das Geld spielte keine Rolle. Ich wollte mit Langnau etwas erreichen. Der Abstieg war ja damals im Dezember nicht vorhersehbar.»

 

Nun ist Langnau abgestiegen und Thomas Bäumle, zwischen 2005 und 2012 Kultgoalie in Ambri, hat keinen Vertrag mehr und Langnaus Manager Wolfgang Schickli hat ihm schon mitgeteilt, es geben in der NLB keinen Vertrag mehr. Bäumle: «So ist der Sport. Ich bereue trotzdem nichts.»

 

Mayer löst Vertrag mit Biel auf

Aber nun werden die Karten neu gemischt. Wolfgang Schickli hat Thomas Bäumle abgesagt, weil er mit Klotens Jahrzehnt-Talent Lukas Meili (21) schon einig war.

 

Aber nun dreht sich das Goalie-Karussell wieder. Robert Mayer (23) hätte eigentlich in Biel der Nachfolger von Reto Berra (26) werden sollen. Doch Mayer hat den bereits unterschriebenen Vertrag wieder aufgelöst und bleibt nun doch in der Organisation der Montréal Canadiens. Der Vertrag mit Biel hatte zwar keine Ausstiegsklausel. Aber richtigerweise will Trainer Kevin Schläpfer keine Spieler, die nur wegen eines Vertrags kommen und lieber an einem anderen Ort spielen würden.

 

Meili bei Biel - und Bäumle doch bei Langnau?

Biels neue Nummer eins heisst nun Lukas Meili, letzte Saison in Kloten die Nummer 2. Meili hatte in Kloten einen Kontrakt, den er auflösen kann, wenn er nächste Saison nicht die Nummer 1 wird. Neu kommt WM-Held Martin Gerber (38) nach Kloten – also kann Meili gehen. Vielleicht wird er ja in Biel ein neuer Reto Berra.

 

Robert Mayers Vertragsbruch mit Biel ist Thomas Bäumles Glück: Vielleicht kann er nun doch in Langnau bleiben. «Wenn nicht, dann suche ich eine Herausforderung im Ausland.» Eine andere Möglichkeit als die SCL Tigers sieht er im Moment nicht. Er arbeitet ohne Agent und hat sich Zug angeboten. Doch Zugs Trainer Doug Shedden will Bäumle nicht. «Er taugt nicht zur Nummer 1 in der NLA.»

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