Zu Besuch in St. Imier

Ist Todd Elik zum frommen Lamm mutiert?

1:6 - Niederlage für Todd Eliks St. Imier gegen Forward Morges. Doch trotz der deutlichen Niederlage und trotz 8 : 56 Strafminuten gegen sein Team blieb das frühere «Enfant terrible» des Schweizer Eishockeys freundlich, ruhig und gelassen. Wir fragen uns: Plagt den Todd Elik vielleicht eine schwere Grippe? Müssen wir uns Sorgen machen?

News • • von Bruno Wüthrich

 

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Todd Elik nach dem Spiel in St. Imier mit einem Chronisten, den wir alle kennen, dessen Name uns aber immer wieder entfällt. Bild: Bruno Wüthrich.

 

Nein, wir müssen uns keine Sorgen machen. Todd Elik ist gesund, und seine Verhaltensweise an der Bande ist nicht unüblich für einen ehemaligen Spieler seiner Art, der später als Coach völlig anders auftritt. Auch die wildesten Rüppel werden im Alter weicher, sehen die Dinge mit etwas mehr Distanz und Gelassenheit. Und wer weiss: Die Saison ist ja noch jung.

 

St. Imier hatte in dieser Partie keine Chance. Wo zu wenig Talent vorhanden ist, kann auch ein Elik nicht allzu viel bewirken. Forward Morges ist einfach ein anderes Kaliber, und immerhin gewannen die Bern-Jurassier ihr erstes Spiel gegen Vellée de Joux mit 8:1, und weist damit immerhin noch ein positives Torverhältnis aus. Nebst natürlich, was viel wichtiger ist, drei Punkten aus zwei Spielen. Das erklärte Ziel von St. Imier ist die Qualifikation für die Playoffs. Letztes Saison wurde diese verpasst, und auch heuer könnte es schwierig werden. Bei der gezeigten Unbeholfenheit vor dem gegnerischen Tor könnte es eventuell sogar sinnvoll sein, dass Todd selbst nochmals in die Hosen steigt.

 

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Todd Eliks Team hatte einen schweren Stand.

 

Etwas seltsam ist es schon, dass einer, der über 500 NHL-Partien auf dem Buckel hat, und zudem einer der besten Spieler war, die je auf Schweizer Eis spielten, sich plötzlich als Coach eines wenig ambitionierten Eishockeyvereins der 1. Liga wieder findet. Doch sein Ruf erlaubt es ihm wohl vorerst nicht, bei einem Klub in der NL unter zu kommen. Er muss sich zuerst ganz unten bewähren. Bevor er wieder in die Schweiz kam, coachte er in Kanada zwei Nachwuchsteams.

 

Zumindest im Spiel gegen Forward Morges hat Elik viel für seinen Ruf getan. Zwar war eine der zahlreichen Strafen wegen eines Vergehens eines Team-Offiziellen. Und da Elik der einzige Offizielle bei der Spielerbank war, muss die Strafe wohl gegen ihn ausgesprochen worden sein. Doch es war nicht ersichtlich, was da vorgefallen sein soll. Vielleicht ist ihm halt ob der vielen Strafen und der einseitigen Verteilung doch einmal ein wüstes Wort gegen einen Schiedsrichter entfahren. Doch wir haben weitaus Schlimmeres befürchtet. Übrigens: Elik hat auch seine Spieler nicht zusammen gefaltet. Er pflegte ein eher unauffälliges Coaching, machte weder auf Hampelmann noch auf grossen Zampano. An einem normalen Spiel, zu dem wir nicht extra wegen ihm angereist wären, wäre uns der Coach nicht aufgefallen.

 

Der Fanclub SCL Tigers plant eine Fanreise an ein Spiel von St. Imier mit Todd Elik als Coach. FANTIGER fragte bei Elik schon mal an, ob er denn bereit wäre, nach dem Spiel mit den angereisten Langnau-Fans noch etwas trinken oder essen zu gehen. «Sicher», sagte er, und es entstand der Eindruck, dass ihn ein Besuch aus Langnau freuen würde.

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