Playout-Final 2. Spiel: SCL Tigers - EHC Biel 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)

Langnau mit Herz und Leidenschaft zurück in der Serie

Die SCL Tigers bezwangen im dramatischen, schnellen, spannenden zweiten Spiel des Playout-Finals den EHC Biel mit 1:0. Damit gleichen die Tiger die Serie aus und machen gleichzeitig einen entscheidenden Schritt in Richtung Bewältigung der Krise.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Damiano Ciaccio lieferte sich mit seinem Gegenüber ein hochstehendes Torhüter-Duell. Hier der Tiger-Hüter bei einer seiner vielen tollen Paraden. Bild: Susanne Bärtschi (Archiv)

 

Das einzige Tor der Partie fiel in der 12. Minute. Es war Chefsache. Der Captain persönlich erzielte es bereits nach sechs Sekunden des ersten Powerplays der SCL Tigers mit einem satten Schuss von der blauen Linie aus. Das Bully gewann Tobias Bucher, der Puck gelangte zu Yves Müller, der passte der blauen Linie entlang zu Martin Stettler, der nicht lange fackelte und Lukas Meili im Bieler Tor zum einzigen Mal in dieser Partie bezwang. Das Überzahlspiel der Langnauer war heute Abend bedeutend gefährlicher als zuletzt.

 

Doch nicht nur der EHC Biel hat einen guten Torhüter. Heute Abend lieferte sich Meili mit Langnaus Hüter Damiano Ciaccio ein hochklassiges Duell, das der Langnauer gewann. Ciaccio liess sich nämlich kein einziges Mal bezwingen und zeigte dabei mehrere grossartige Paraden. Was für ein Shotout. Nie ist wichtiger, kein Tor zu erhalten als dann, wenn die eigene Mannschaft «nur» einen Treffer erzielt.

 

Was war das für ein wichtiger Sieg! Nicht nur, dass die Langnauer nach dem 1:6 in Biel die Serie ausgleichen konnten. Hätten sie dies nicht gekonnt, so wäre eine erfolgreiche Rückkehr oder gar ein Sieg in der Serie äusserst schwierig geworden. Wie hätte das Team eine weitere sieglose Partie mental verkraften sollen? Nach neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen war dieser Erfolg dringend nötig. Er kam zustande durch eine äusserst engagierte, disziplinierte und kämpferische Leistung und war trotz des knappen Ausgangs hoch verdient. Insgesamt hatten die Langnauer nämlich bedeutend mehr hochkarätige Tormöglichkeiten. Mit dem Ausnutzen haperte es allerdings, was jedoch nicht allein am eigenen Unvermögen lag, sondern daran, dass Lukas Meili im Bieler Tor einen grossartigen Tag erwischte. Doch mit solchen Leistungen bewältigt man Krisen. Auch im Emmental! Man zeigt dem Gegner, dass der nicht einfach durchmarschieren kann, sondern dass das eigene Team es in den eigenen Händen hat, den Erfolg auf seine Seite zu zwingen. Dies wurde heute auf Langnauer Seite bravurös getan. Die Zuschauer (weshalb trotz vollem Bieler Fansektor «nur» 5'377? Haben die zuhause gebliebenen nicht begriffen, um was es geht?) brauchten ihr Kommen jedenfalls nicht zu bereuen.

 

Für Coach Scott Beattie war es nach drei Niederlagen zum Amtsantritt der erste Sieg. Doch welchen Anteil hatte er am Sieg? Captaein Stettler sieht es so: «Scott hatte wahrlich keinen leichten Einstand. Doch er ist ein hervorragender Motivator, der es versteht, dem Team und jedem Einzelnen Mut zu machen. Er hat uns jetzt Schritt für Schritt zurück geführt.»Deutlich verbessert war auch das Verhalten der Mannschaft im Boxplay und - welche Verwunderung - im Powerplay. «Im Überzahlspiel musst du fast noch mehr kämpfen als bei spielerischem Gleichstand», erkärte Stettler. Denn du musst unbedingt an die Rebounds heran kommen. dies haben wir in der Vergangenheit zu wenig getan, und das haben wir heute besser gemacht.»

 

Am Donnerstag geht die Serie in Biel weiter. Die Langnauer müssen mindestens einmal auswärts gewinnen, wollen sie die Serie für sich entscheiden. Mit dem heute erlangten Selbstvertrauen können die Emmentaler wieder deutlich zuversichtlicher in die nähere Zukunft blicken.

 

Playout-Final 2. Spiel: SCL Tigers - EHC Biel 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)

 

Ilfishalle, 5'377 Zuschauer. SR: Koch/Strickler, Flury/Küng. Tore: 12. Stettler, (Müller, Bucher, Ausschluss Earl) 1:0. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 5-mal zwei Minuten + 1-mal 10 Minuten (N. Steiner, unsp. Verhalten) gegen den EHC Biel.

 

SCL Tigers: Ciaccio; Koistinen, Stettler; Hecquefeuille, Ronchetti; A. Gerber, Zryd; Müller, Weisskopf; Nüssli, DiDomenico, Clark; Bucher, C. Moggi, S. Moggi; Haas, Chiriaev, S. Lindemann; Wyss, Albrecht, T. Gerber.

 

EHC Biel: Meili; D. Sutter, Maurer; Dufner, N. Steiner; Wellinger, Jecker; Jelovac, Fröhlicher; Spylo, Haas, Joggi; Moss, Macenauer, Lüthi; Dostoinov, Dünner, D. Steiner; Schmutz, Earl, Herburger.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Bärtschi, Gustafsson, Murray, Wilson (alle verletzt), Berger, K. Lindemann, Gossweiler (alle überzählig). Biel ohne Wetzel, Ehrensperger, Olausson, Rossi, Fey, Rytz (alle veretzt), Tschantré (krank), Huguenin, Rouiller, F. Sutter, Berthon, Horansky (alle überzählig). 25. Ciaccio hält Penalty von Macenauer. 40. Pfostenschuss Macenauer. 58.38 Timeout EHC Biel. Biel ab 58.39 ohne Torhüter.

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