25.02.2013 - Langnauer Angst vor dem Sieg

Langnauer Angst vor dem Sieg

Im Derby gegen Biel (2:4) haben die SCL Tigers leichtfertig drei Punkte vergeben. Noch hätten nicht alle auf Playout-Modus umgeschaltet, kritisierte Coach Alex Reinhard.

Presse • • von Berner Zeitung,

 

Kurtis McLean hatte einen langsamen Rückpass auf Thomas Nüssli gespielt, dieser verstolperte die Scheibe ohne Not und liess sie ins leere Tor kullern. Das 2:4 gegen Biel 35 Sekunden vor Schluss war der Lacher eines aus Langnauer Sicht alles andere als lustigen Samstagabends. Der kollektive Einbruch im Schlussdrittel mit vier Gegentoren sorgte bei den SCL Tigers für lange Gesichter. Sandro Moggi, Torschütze zum 1:0, sprach im Kabinengang von «fehlender Cleverness» und «dummen Strafen», Verteidiger Simon Lüthi sagte, so etwas dürfe «nie und nimmer passieren».

 

Eine Viertelstunde später erklärte Coach Alex Reinhard das Geschehene; wie immer tat er dies überlegt und sachlich, ohne die Leistung beschönigen zu wollen. «Mein Team hatte Angst zu gewinnen – dieses Phänomen zieht sich durch die ganze Saison.» Bereitet ihm dies hinsichtlich der in fünf Tagen beginnenden Playouts Bauchschmerzen? Reinhard überlegte, antwortete schliesslich mit einem «Jein». Das Problem sei, dass einige im Kopf noch immer nicht auf den Playout-Modus umgeschaltet hätten. «Es ist schwierig, dagegen anzukämpfen.»

 

«Mit uns selbst beschäftigt»

Ungeachtet der jüngsten Niederlage – unter der Ägide Alex Reinhards haben die SCL Tigers Fortschritte gemacht. Zuletzt hatten sie immerhin den SC Bern und Zug besiegt. Auch gegen Biel waren die Emmentaler vor 5839 Zuschauern in der Ilfishalle 40 Minuten lang die klar bessere Mannschaft; sie hatten gewiss Interesse am Sieg, damit hätte sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, in der ersten Playout-Runde erneut auf den Kantonsrivalen zu treffen. So direkt will es zwar niemand sagen, aber das Duell mit den Seeländern würde man auf Langnauer Seite jenem mit Kloten vorziehen. Die Flyers sind ein unangenehmer Gegner, die Bilanz ist mit 4 Siegen bei 24 Niederlagen seit 2007 desaströs.

 

Reinhard, der wie Sportchef Köbi Kölliker als Spieler das Bieler Dress trug, mag sich nicht allzu stark mit der Gegnerschaft auseinandersetzen. «Wir sind genug mit uns selbst beschäftigt.» Zumindest die Personalsituation hat sich just auf die entscheidende Meisterschaftsphase hin verbessert. Der kranke Federico Lardi dürfte bald wieder mittun können, einzig Mark Popovic fällt aus. Er habe sein Team für die Playouts im Kopf, liess Reinhard verlauten. Womöglich erhalten die Tigers Verstärkung aus der zweithöchsten Spielklasse: Mittels B-Lizenz könnten demnächst Sami El Assaoui (Verteidiger, La Chaux-de-Fonds) und Alain Brunold (Stürmer, Visp) nach Langnau wechseln.

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