Langnauer dürfen Saisonende feiern

Die SCL Tigers haben auch das vierte Spiel der Playout-Serie gegen Ambri-Piotta gewonnen. Mit dem 4:1-Sieg dürfen die Emmentaler die Ferien antreten.

Presse • • von Berner Zeitung, Stephan Dietrich

Das Ende ist versöhnlich. Die SCL Tigers verabschieden sich aus dem Playout in die Ferien, auf dem schnellst möglichen Weg. Eine zuweilen harzig verlaufene Meisterschaft ist für die Emmentaler mit dem 4:1-Auswärtssieg gegen Ambri-Piotta beendet und der Ligaerhalt gesichert. Die Aufgabe im vierten Spiel der Serie gegen die Tessiner war viel einfacher als erwartet. Ambri-Piotta fehlte der Glaube, die Serie noch drehen zu können, und ergab sich früh dem Schicksal eines Verlierers.

Einzig in den Startminuten mussten die Tigers unten durch, als sie eine Zeit lang den Verkehr statt auf das gegnerische Tor in Richtung Strafbank verlagerten. Mehrere Minuten spielte Ambri in Überzahl. Es zeigte sich einmal mehr, dass genau diese Situationen nicht zu den Stärken der Tessiner gehören.

Kaum komplett, erzielten die SCL Tigers das erste Tor. Thomas Nüssli bugsierte den Puck über die Linie. Entscheidend war aber, dass Lukas Haas in Scheibenbesitz ungehindert über das halbe Spielfeld kurven durfte. Der Schuss des Stürmers konnte Ambris Defensivabteilung noch blocken. Mit der zweiten Welle waren die Emmentaler aber dann doch erfolgreich. In der 17.Minute war Paul Di Pietro bereits für die Vorentscheidung zuständig. Der Teamoldie lenkte einen Popovic-Schuss zum 2:0 ab.

Das erste Drittel gehörte damit den Langnauern, welche den Verein verlassen wollen, müssen oder noch keinen Vertrag besitzen. Robert Esche, dessen Kontrakt nicht verlängert wird, hielt hinten dicht. Den 34-Jährigen wird man in Langnau wohl ziemlich schnell vergessen. Sein Spielstil mit vielen Abprallern wurde kontrovers beurteilt. Die Leistungen des Amerikaners waren gesamthaft betrachtet durchzogen. Gestern Abend war der Auftritt indes tadellos. Einzig der zweite Shutout der Saison blieb Esche verwehrt, weil Maxim Noreau gut zwei Minuten vor dem Spielende noch zum 1:4 traf.

Nüssli, der zurück zu Thurgau in die NLB kehrt, verabschiedete sich mit einem Tor vom Team. «Der Monat bei den Tigers machte mehr Spass als die zwei Jahre zuvor», sagte der Stürmer mit Wehmut. Es war aber von vornherein klar, dass seine Rückkehr in die NLA nur temporär sein würde. Ebenfalls stark spielte Di Pietro, den man gerne im Emmental behalten würde, der aber im Moment noch einen Vertrag beim HC Sierre besitzt.

Im zweiten Drittel gelang den SCL Tigers die frühe Siegsicherung. Lukas Haas erzielte in der 31.Minute das 3:0, kurz darauf durfte sich Kurtis McLean in die Torschützenliste eintragen. Der Topskorer traf im Powerplay und liess dem künftigen Tigers-Goalie Thomas Bäumle keine Abwehrchance. Bäumle stand erneut zwischen den Pfosten der Leventiner und war nicht zu beneiden. Er erhielt von seinen Mitspielern ungenügend Unterstützung. Wie wenig man in Ambri-Piotta noch an das eigene Team glaubte, wurde von den Fans aufgezeigt. Nur 2090 Zuschauer kamen noch in die Valascia. Und nach zwei Dritteln war auch bereits ein Transparent mit der Aufschrift «Verdogna» (Schande) gemalt und in der Fankurve montiert.

Nun, den SCL Tigers durfte dies egal sein. Nach dem Saisonende kann man sich im Emmental getrost dem nächsten Projekt widmen, der Stadionsanierung. Da war auch Trainer John Fust gut gelaunt. «Das Saisonende könnte nicht besser sein», erklärte er. Für die nächste Saison äussert der Kanadier aber den Wunsch, wieder im Playoff statt im Playout spielen zu dürfen. «Dazu benötigen wir clevere Transfers und hartes Training während des Sommers.» Die Arbeit wird den SCL Tigers nicht ausgehen.

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