Martin Gerber wird ein Jünger Gaydouls

Die Kloten Flyers vermelden die Verpflichtung Martin Gerbers für die kommenden zwei Saisons. Bei einem Verbleib der SCL Tigers in der NLA wäre der Stanley Cup - Sieger vermutlich wieder im Emmental gelandet.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Das nervt ein Bisschen: Martin Gerber kehrt in die Schweiz zurück, und geht ausgerechnet in die Organisation, die vor Jahresfrist noch erfolgreich bei den Steuerbehörden jammerte. Der Klub um den damals möglicherweise darbenden Milliardär und neuen Eigentümer Philippe Gaydoul hätte sonst nie und nimmer gerettet werden können. Die paar gesparten Milliönchen steckt Gaydoul - verständlicherweise - viel lieber in den Kader.

 

Aus sportlicher Sicht macht jedoch Gerbers Entscheid für die Kloten Flyers durchaus Sinn. Die Organisation hat bereits ein Jahr nach der Verhinderung des Kollapses auch dank fragwürdiger Verbandshilfe wieder Ambitionen nach ganz vorne. Streng genommen kann man sagen, dass durch das finanzielle Debakel das bereits zuvor angestrebte «Unternehmen Meistertitel» in Kloten lediglich ein Jahr zusätzlichen Aufschub gekostet hat. Damit ist aber keineswegs gesagt, dass es nun klappt mit den Lorbeeren. Lediglich das Mitreden bei den Grossen der Liga musste ein Jahr unterbrochen werden. Für Martin Gerber heisst das, dass auch er noch etwas erreichen kann, was ihm in seiner sprotlichen Trophäensammlung noch fehlt. Der Titel des Schweizermeisters auf Stufe NLA. Den Stanley Cup und den schwedischen Meistertitel hat er ja bereits. Zudem winkt die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi. Wer den Ehrgeiz von Gerber kennt...

 

Kloten Flyers und SCL Tigers - Grösser könnte die Differenz der beiden Eishockey-Organisationen, die in frühreren Jahren immer verglichen und auf eine ähnliche Stufe gestellt wurden, derzeit gar nicht sein. Auf der einen Seite der Klub, der im Erfolgswahn komplett überbordete und Schulden im Millionenhöhe anhäufte und danach nicht bezahlte, nun aber in der obersten Spielklasse bereits wieder um Meisterehren mitspielen wird, und auf der anderen Seite die finanziell kerngesunden SCL Tigers, die soeben sportlich in die Annonymität der NLB abstiegen, und dort wohl jahrelang versenkt bleiben. 

 

 

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