Berner Zeitung, Reto Kirchhofer

«Mein primäres Ziel bleibt ein Engagement in Nordamerika»

Der 24-jährige Nationalspieler Simon Moser hat am Freitagvormittag beim SC Bern einen Zweijahresvertrag mit Ausstiegsklausel unterschrieben. Im Interview erklärt der frühere Tigers-Captain, weshalb er sich für den SCB entschieden hat.

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Mehrmals hatte SCB-Sportchef Sven Leuenberger in den vergangenen Jahren versucht, Simon Moser nach Bern zu holen – vergeblich. Der Stürmer hielt den SCL Tigers stets die Treue. Erst nach dem Abstieg der Emmentaler entschied sich der 24-Jährige, den Verein zu verlassen. Im Anschluss buhlten zahlreiche NLA-Klubs um die Dienste des Flügelstürmers. Im Schlussspurt setzte sich der SCB gegen die Konkurrenz aus Zürich (Kloten und ZSC Lions) durch; Moser unterschrieb am Freitag einen Zweijahresvertrag mit Ausstiegsklausel. Nur: Sollte der Stürmer nach dem Trainingscamp vom September in Nashville ins Kader der NHL-Organisation berufen werden, würde er vorerst nicht für den SCB spielen.

 

Sind Sie froh, dass betreffend Ihre Zukunft Klarheit herrscht? Simon Moser: Ja, auf jeden Fall. Ich wurde in den vergangenen Wochen oft und von vielen Seiten auf das Thema angesprochen. Vor allem die Tage unmittelbar nach der WM waren stressig.

 

Wie verlief bei Ihnen der Prozess der Entscheidungsfindung? Ich hatte vor der WM allen Interessenten erklärt, dass ich mich vollumfänglich auf die Spiele in Stockholm konzentrieren wolle. Im Anschluss führte ich mit drei Klubs sehr gute Gespräche. Schliesslich entschied ich mich aus verschiedensten Gründen für Bern.

 

Die da wären? Es gibt viele Punkte, die für Bern sprechen: Der SCB ist amtierender Meister, alles im Klub ist hoch professionell organisiert. Bern hat viele Fans, die für eine gute Stimmung sorgen. Ich kenne bereits viele Spieler und freue mich sehr auf meine Zeit beim SCB.

 

Zudem wohnen Sie in Muri, kennen und mögen die Region... ...klar bin ich gerne in der Stadt Bern. Das ist natürlich ein weiteres Plus. Aber alle Personen aus meinem engeren Umfeld hätten mich auch unterstützt, wenn ich anderswo, fernab vom Bernbiet, unterschrieben hätte.

 

Ist es immer noch heikel, wenn ein Spieler von Langnau zum SCB wechselt? Das werden wir sehen. Ich gehe davon aus, dass einige wütend und etwas enttäuscht sein werden. Aber letztlich musste und muss ich auf mich schauen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.

 

Die Situation ist speziell: Sie haben zwar in Bern unterschrieben, wären aber trotzdem froh, müssten Sie nächste Saison nicht für den SCB spielen. Klar ist: Mein primäres Ziel bleibt ein Engagement in Nordamerika. Ich werde im September das Trainingscamp mit den Nashville Predators bestreiten und hoffe, mich für einen Vertrag empfehlen zu können. Ich bin froh, dass mich der SCB bei der Vorbereitung unterstützt.

 

Neben der NHL ist auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen eines Ihrer Ziele. Würden Sie auch ein allfälliges Engagement im Nashville-Farmteam in der AHL dem SCB vorziehen? Diese Frage kann ich noch nicht beantworten. Je nachdem, wie sich die Situation nach dem Camp in Nashville präsentiert, werde ich die Chancen abwägen und danach entscheiden.

 

Wann steigen Sie beim SCB ins Sommertraining ein? Ab Montag bin ich für drei Wochen im WK in Magglingen. Dort werde ich das Trainingsprogramm des SCB absolvieren. Anschliessend stosse ich zum Team.

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