Strenge Tage

Mit Selbstvertrauen in eine schwere Woche

Die SCL Tigers werden ab heute innerhalb von vier Tagen drei Mal richtig getestet. Doch dank dem neu gewonnenen Selbstvertrauen werden sie gewappnet in diese Tests steigen. Favorit ist jedoch in jedem der drei Spiele der jeweilige Gegner.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Laporte 1

Hat die Tiger auf Kurs gebracht: Coach Benoìt Laporte. Bild: Peter Eggimann

 

Das hätte auch der Schreiber nicht gedacht, dass eintrifft, was er vor dem letzten Wochenende als anzustreben vorgab. Nämlich sechs Punkte. Zwar gab es durchaus Gründe und Anzeichen dafür, dass genau dies eintreten könnte. Aber Hand aufs Herz: Die Gründe dagegen waren eigentlich gewichtiger und zahlreicher. Doch die SCL Tigers holten mit zwei blitzsauberen Leistungen zwei blitzsaubere Siege, ohne jedes Wenn und Aber. Grossartig, kann man da nur sagen. Erfreulich, erfreulich, erfreulich. Die Tiger sind einen Platz vorgerückt, haben den letzten Platz an Ambri-Piotta abgetreten, und sind nach 11 Spielen nur gerade vier Punkte vom 4. Rang entfernt. Damit sind die Hausaufgaben mehr als nur gemacht. Schliesslich wussten wir alle bereits vor der Saison, dass es im ersten Jahr nach dem Aufstieg mehr Niederlagen als Siege geben würde. Es ging, und geht immer noch darum, möglichst lange dran zu bleiben an einer möglichen Qualifikation für die Playoffs. Es muss verhindert werden, dass bereits Ende Oktober klar ist, dass es keine Playoffs geben wird. Die Langnauer haben also das Siegen nicht verlernt. Mehr noch: Zuletzt gab es drei Siege in Serie, mit einem Torverhältnis von 14:6!

 

Die Kritiker von Sportchef Jörg Reber und Coach Benoît Laporte mussten sich zumindest vorerst eines besseren belehren lassen. Reber liegt offenbar nicht so falsch mit seinen Einschützungen, obwohl FANTIGER nach wie vor aus bereits dargelegten Gründen der Meinung ist, dass man sich einen verfügbaren Nationalstürmer nicht entgehen lassen sollte. Und Laporte scheint doch ein besserer Coach zu sein, als ihm nachgesagt wird. Was ihm in Ambri widerfuhr, war offensichtlich eine Ausnahme. Jeder Coach wird im Laufe seiner Karriere mindestens einmal entlassen. Offenbar müssen wir seine vierjährige Arbeit bei den Hamburg Freezers doch etwas stärker gewichten als seine kurze Amtszeit in Ambri.

 

Doch wie geht es weiter. Es wartet eine schwere Woche auf die Emmentaler. Morgen die Revanche des Spiels vom Samstag beim Leader Gottéron, welcher mit Sicherheit die Stärkeverhältnisse gerade rücken will. Bei den «Gottéronisti» fehlt allerdings wegen einer Sperre der Kanadier Marc-Antoine Pouliot, welche sich dieser wegen seiner Attacke gegen Langnaus Miro Zryd geholt hat. Dann folgt am Donnerstag das Spiel in Genf, und am Freitag das Heimspiel gegen den SC Bern. Was dürfen wir erwarten.

 

«Rehabilitation» von Thomas Nüssli

Wir müssen erwarten, dass die Langnauer weiter punkten. Immerhin ist es nicht nur Gottéron, welches gegen die Tiger auf Rache sinnt, sondern auch das Team von Coach Benoît Laporte, welches gegen Genf und Bern etwas richtig zu stellen hat. Schliesslich verloren die Tiger am 12. September gegen Servette durch einen dummen Fehler 25 Sekunden vor Schluss noch mit 2:3. Hier gilt es übrigens etwas richtig zu stellen. FANTIGER und einige andere Medien stempelten damals Thomas Nüssli zum Sündenbock. Doch der war es nicht! Er wurde zu Unrecht bezichtigt. Der Berichterstatter entschuldigt sich aufrichtig dafür. Denn gerade bei Fehlern, die ein Spiel entscheiden, zudem so kurz vor Schluss, sind falsche Bezichtigungen fatal. Also nochmals: Thomas Nüssli war nicht der Sünder! Wir verzichten darauf, den wahren Sünder noch zu outen. Was vorbei ist, ist vorbei. Doch die damals verlorenen Punkte müssen sich die Tiger nun in Genf holen. Das Team von Chris McSorley ist unberechenbar, aber sowohl die erste Begegnung als auch die Rangliste zeigt, dass die Genfer durchaus in Rechweite der Langnauer liegen.

 

Die 1:7 Niederlage in Bern können die Langnauer auch nicht einfach so auf sich sitzen lassen. Damals war es ein Klassenunterschied. Doch zwischen diesen beiden Teams ist aktuell keine Klasse Unterschied, sondern nach 11 Spielen gerade mal vier Punkte, wovon drei eben in diesem fatalen Startspiel begründet sind. Bei den Bernern fallen zudem nebst den beiden bereits länger verletzten Chuck Kobasev und Andrew Ebbett nun auch noch Eric-Ray Blum und Justin Krueger aus.

 

Wie wir unschwer festgestellt haben, waren die Langnauer vom Tempo in der NLA in den ersten Spielen zuweilen überfordert. Am schlimmsten war dies eben in den Spielen in Bern und Zug. Inzwischen sind aber die Langnauer in der NLA angekommen, haben zudem Selbstvertrauen getankt. Somit hat sich die Ausgangslage verändert. Zwar sind die SCL Tigers in keinem der kommenden drei Spielen der Favorit, sondern immer der mehr oder weniger klare Aussenseiter. Sie werden nach den drei Siegen auch bestimmt von keinem Gegner unterschätzt. Doch wurden sie dies überhaupt? Neigen wir nicht manchmal zu Unrecht ein wenig dazu, den Gegner nach einem gewonnenen Spiel schwach zu reden, weil wir die eigene Mannschaft nicht zu sehr rühmen wollen? Sei es, wie es sei: gerade wegen der offenen Rechnungen geht FANTIGER davon aus, dass vier oder fünf Punkte in dieser Woche drin liegen sollten. Los gehts! Hopp Langnou!

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