Watson, Klaus Zaugg

Nach dem Ende in Davos: Reto von Arx nach Langnau – das ist die einzige Möglichkeit, in Ehre weiterzuspielen

Ein Kapitel Eishockeygeschichte ist zu Ende. Reto und Jan von Arx werden nicht mehr für den HC Davos spielen. Der Entscheid, sich von den beiden zu trennen, ist richtig. Und auf dem Eis kann es nur eine Lösung für die Zukunft geben.

Presse •

Spieler kommen und gehen, Klubs bleiben bestehen. Das gilt sogar für den HC Davos und die Gebrüder Reto und Jan von Arx. Keine anderen Spieler haben in der Neuzeit ein Hockeyunternehmen so stark geprägt. Ohne die beiden Emmentaler hätte der HCD nicht der erfolgreichste NLA-Klub der Neuzeit werden können. Ja, vielleicht wäre Davos ohne Reto und Jan von Arx im 21. Jahrhundert gar nie Meister geworden.

 

 

Der HCD und die Gebrüder von Arx sind quitt

 

Ist es undankbar, dass der HCD seinen beiden Kultspielern keinen Rentenvertrag gibt? Oder doch wenigstens einen hochdotieren Vertrag für irgendeine Tätigkeit im Nachwuchs oder im Büro? Nein. Der Entscheid, das Kapitel Reto und Jan von Arx zu beenden, ist richtig. Und auch nicht undankbar. Die beiden ehemaligen Langnauer Junioren haben grosses geleistet. Sie waren jeden Rappen ihres Lohnes wert. Aber sie sind auch grosszügig entschädigt worden. Salopp gesagt: Der HCD und die Gebrüder von Arx sind quitt. Sie schulden sich gegenseitig ausser Respekt nichts mehr. Auch Arno Del Curto steht hinter diesem Entscheid. Er stellt das Wohl des HC Davos über eine lange Männerfreundschaft. Er weiss besser als jeder andere
im HCD, dass Reto von Arx in seiner Mannschaft nicht die zweite Geige, nicht eine Nebenrolle spielen kann. Entweder ist Reto von Arx so gut, dass er auch auf dem Eis ein Leitwolf sein kann – oder er wird für den HCD zur Belastung. Das ist die harte Realität des Leistungssportes.

 

Bei Langnau könnte Reto von Arx wieder Leitwolf sein

 

Wie geht es weiter? Noch vor ein paar Jahren wären Reto und Jan von Arx an den schönen oberen Zürichsee gezogen und hätten zu einem fürstlichen Salär den sportlichen Lebensabend bei den Lakers genossen. Diese Zeiten sind nun aber vorbei. Lakers-Sportchef Harry Rogenmoser sagt: «Alte Spieler, die anderorts keinen Vertrag mehr bekommen, sind für uns kein Thema mehr. Das passt nicht mehr in unsere Philosophie. Aber wenn ein Spieler und eine Persönlichkeit wie Reto von Arx zu haben ist, dann kann niemand gleich ‹Nein› sagen. Bis jetzt war Reto von Arx für uns kein Thema. Ich schliesse aber nicht aus, dass er ein Thema werden könnte.»

 

Falls Reto und Jan von Arx ihre Spielerkarriere verlängern wollen, dann gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit eines würdigen, ehrenvollen sportlichen Herbstes: Eine Rückkehr zu jenem Klub, den sie im Sommer 1995 verlassen haben, um die Eishockeywelt zu verändern. Eine Rückkehr nach Langnau.

 

 

Reto von Arx ist eine der grössten Spielerpersönlichkeiten ausserhalb der NHL. Und noch immer ist er gut genug, um in der NLA zu spielen. Nicht mehr gut genug, um Topskorer zu sein. Aber gut genug, um in einer Mannschaft mit einer so flachen Hierarchie wie jene der SCL Tigers ein Leitwolf zu sein und um das Spiel auf dem Eis in kritischen Situationen zu organisieren. Erst recht, wenn den Langnauern der Aufstieg in diesem Frühjahr nicht gelingen sollte.

 

Vor allem aber würde er zusammen mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder ein im billigen Erfolg der Zweitklassigkeit träge, bequem und risikoscheu gewordenes Hockeyunternehmen endlich aufrütteln.

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