NHL-Lockout ist beendet

von Klaus Zaugg - Nach der längsten Sitzung des bizarren NHL-Arbeitskampfes ist in New York eine Einigung erzielt worden. Die NHL-Saison beginnt, die Stars reisen heim.

Presse • • von 20 Minuten online, Klaus Zaugg

Im Laufe der letzten Woche waren die Hoffnungen wieder stark gesunken. Nicht einmal der staatlichen Schlichter Scot Beckenbaugh brachte die beiden Parteien an einen Tisch. Er eilte in Manhattan zwischen dem Hotel der Gewerkschaft und dem NHL-Büro an der Sixth Avenue mit Botschaften hin und her wie ein Laufbursche. Der bisherige Höhepunkt eines bizarren Arbeitskampfes zwischen den Milliardären (den Klubbesitzern bzw. der Liga) und einer Gewerkschaft, deren Mitglieder im Schnitt 2,2 Millionen verdienen (den Spielern). Nach wie vor gab es in sieben oder acht Punkten keine Einigung und die Gewerkschaft machte die Selbstauflösung wieder zum Thema. Der Chefredaktor der Hockey-Bibel «The Hockey News» titelte seine Online-Kolumne «Dumm und dümmer».

 

Nun erkennen wir im Rückblick, dass dieser absolute Tiefpunkt die Wende war. Scott Beckenbaugh ist es am Samstagnachmittag gelungen, die Parteien endlich wieder an einen Tisch zu bringen. Daraus ist die bisher längste Sitzung in diesem «Lockout» (oder seit dem 15. September) geworden:

 

Trainingscamps starten am 11. Januar

Die Vertreter der Liga und der Gewerkschaft (inkl. Garry Bettman und Don Fehr) sassen in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag gut und gerne 15 Stunden am Verhandlungstisch und haben um 05.43 Uhr am Sonntagmorgen eine Einigung gefunden und einen neuen Gesamtarbeitsvertrag über 10 Jahre abgeschlossen – dies berichten mehrere nordamerikanischen Quellen übereinstimmend. Am 11. Januar rücken die NHL-Stars in die Trainingscamps ein.

 

Auswirkungen für Schweizer Klubs

 

Die Sieger

 

Kloten Flyers: Mit vier vernünftigen Ausländern wären die Flyers ein Titelkandidat. Rauschen die NHL-Stars ab, fallen Kreps und Lundberg zumindest nicht mehr so ab.

 

SCL Tigers: Ihre mässigen Lockout-Spieler (Spurgeon, Ennis) sind längst weg. Die Emmentaler wären somit Gewinner. Aber für grosse Sprünge ist ihr Kader zu schwach.



Servette:
Den Abgang von Weber werden die Genfer verschmerzen können, Couture ist schon länger weg. Kaum ein Substanzverlust bei Servette.

 

Fribourg: Der Leader hat zwar sein Kader durch Desharnais ein wenig versüsst, aber nicht darauf ausgerichtet. Das Team funktioniert auch ohne NHL-Power bestens.

 

Die Verlierer

 

Zug: Mit Zetterberg, Brunner und Diaz ist der EVZ ein Titel-Kandidat, ohne dieses Trio in Playout-Gefahr. Zugs Glück ist, dass der Vorsprung auf den Strich bereits 13 Punkte beträgt und eigentlich nichts mehr anbrennen kann.

 

Biel: Wenn nach Seguin auch Kane geht, verliert Biel seine aussergewöhnliche offensive Klasse und die Gegner dadurch den Respekt. Schwere Zeiten für die Seeländer.

 

Bern: Der SCB würde die ­Abgänge von Streit, Josi und Tavares zweifellos spüren. Doch der Kader ist breit und gut genug, um trotzdem nicht einzubrechen.

 

 

Davos: Nash ist zwar schon länger verletzt, aber einen wie Thornton kann der HCD nicht problemlos ersetzen. Und auch Eriksson ist nicht ohne. Muss der HCD,

wenn die NHL startet, um die Playoffs zittern?

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