HC Lugano - SCL Tigers 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

Nichts zu holen in Lugano

Die SCL Tigers unterlagen in Lugano mit 1:3. Dabei zeigten sie gegen den läuferisch und technisch überlegenen Gegner eine disziplinierte Defensivleistung. Die Offensive kam jedoch zu selten zur Geltung.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Die SCL Tigers mussten in den drei ersten Minuten bös unten durch, was bei dem Tohuwabohu auf dem Bild sichtbar wird. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Dass die SCL Tigers im Tessin wohl die Punkte würden liegen lassen müssen, war zu erwarten. Nicht, dass die Tessiner in dieser Saison einen unwiderstehlichen Eindruck gemacht hätten. Viel mehr, weil die Spielweise des HCL den SCL Tigers so überhaupt nicht zu liegen scheint. Seit dem Wideraufstieg im Frühjahr 2015 gewannen die Langnauer gegen die Luganesi noch kein einziges Mal. Auch diesmal wurde nichts mit einem Sieg, und deshalb auch noch nichts mit dem Beginn einer Mini- oder Maxi-Siegesserie.

In den ersten drei Minuten mussten die mitgereisten Fans sogar Angst haben, dass es ein Debakel absetzen könnte. Die SCL Tigers mussten nämlich gleich bös unten durch, und man fragte sich, ob es unter diesem Druck überhaupt möglich sein würde, die Startminute zu überstehen. Die Langnauer überstanden sogar die ersten beiden Minuten, doch in Minute 3 schepperte es erstmals hinter Tiger-Hüter Damiano Ciaccio, der heute den Vorzug vor dem wider genesenen Ivars Punnenovs erhielt. Clarence Kparghai schloss ein Zuspiel von Bobby Sanguinetti erfolgreich ab.

Etwas überraschenderweise kamen die Tiger nach diesem Gegentreffer sofort besser ins Spiel und konterten den frühen Rückstand umgehend. Kaum eine Minute später erzielte Benjamin Neukom auf Zuspiel von Anthony Huguenin den Ausgleich. Von da weg waren die Langnauer bis zum Ende des Startdrittels zumindest ebenbürtig. Mehr noch. Thomas Nüssli knallte in der 10. Minute in Überzahl den Puck an die Latte. Er und seine Teamkollegen zeigten im gegnerischen Drittel eine nach den Starminuten nicht für möglich gehaltene Präsenz und kamen auch immer wieder zu Tormöglichkeiten. Die Langnauer hätten nach 20 Minuten sogar führen können oder sogar müssen. Nicht verschweigen wollen wir jedoch, dass in der 17. Minute auch Gregory Hofmann nur die Torumrandung traf.

Die Statistik zeigt, dass die SCL Tigers in den bisherigen Spielen vor allem im ersten Drittel jeweils gut aussahen. In Drittel zwei und drei hingegen fuhren sie in der Regel ihre Niederlagen ein. Auch diesmal konnten sie ihren Druck nach Ablauf der ersten 20 Minuten nicht mehr aufrecht erhalten. Dies lag aber in Lugano mehr am Gegner als am eigenen Nachlassen. Wenn es den Luganesi gelingt, ihre Schnelligkeit und ihre Technik auszuspielen und wenn sie Druck machen, ist es für eine Mannschaft wie die SCL Tigers äusserst schwierig, sich aus der Umklammerung zu lösen. Dafür hätte es, einmal im Puckbesitz, auch etwas mehr Präzision im Passspiel bedurft, wobei dies unter Hochdruck wohl leichter gesagt als getan ist. Die Tiger kassierten ihre Gegentore zwei und drei jeweils in den Startminuten des zweiten und drittens Spielabschnitts. In Drittel zwei überstanden die Langnauer zuerst ein Überzahlspiel der Luganesi schadlos. Doch dem harten und platzierten Schuss von Dario Bürgler eine halbe Minute nach Ablauf der Strafe hatte Ciaccio nichts entgegenzusetzen. Gar nur knapp eine Minute dauerte es im Schlussdrittel, bis es zum dritten Mal hinter dem Langnauer Hüter einschlug. Gregory Hofmann kam dabei nach seinem Pfostenschuss doch noch zu seinem Tor.

Die Emmentaler konnten danach offensiv einfach zu wenig Akzente setzen, um den Gastgebern noch einmal gefährlich zu werden. Es schien, als ob der HC Lugano am Tag, an dem die Nummer 8 ihres langjährigen Captains Steve Hirschi unter das Dach der Resega gezogen wurde, nichts anbrennen lassen wollten und somit mit voller Konzentration über das ganze Spiel hinweg agierten und Vollgas gaben. Festzuhalten gilt, dass die SCL Tigers dabei wirklich keine schlechte Figur machten und den Ausgang des Spiels zumindest zwei Drittel lang offen hielten. Dass Hirschi ausgerechnet im Spiel gegen die SCL Tigers geehrt wurde, hat damit zu tun, dass der Geehrte bis zum Ende der Saison 2002/03 für die Langnauer auflief, wo er auch sämtliche Juniorenstufen durchlief.

 

HC Lugano - SCL Tigers 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

La Resega Lugano, 5'676 Zuschauer. SR: Müller/Vinnerborg, Borga/Progin. Tore: 3. Kparghai (Sanguinetti) 1:1. 4. Neukom (Huguenin) 1:1. 22. Bürgler (Klasen) 2:1. 41. Hofmann (Lapierre) 3:1. Strafen: 2-mal zwei minuten gegen Lugano, 4-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

HC Lugano: Manzato; Furrer, Sanguinetti; Vauclair, Wellinger; Ronchetti, Chiesa; Riva; Klasen, Lajunen, Bürgler; Hofmann, Lapierre, Facini; Reuille, Cunti, Morini; Kparghai, Romaneghi, Bertaggia.

SCL Tigers: Ciaccio; Koistinen, Zryd; Erni, Seydoux; Huguenin, Lardi; Müller; Erkinjuntti; Gustafsson, Elo; Neukom, Gagnon, Kuonen; Nüssli, Albrecht, Dostoinov; Haas, Peter, Gerber; Rüegsegger.

Bemerkungen: Lugano ohne Ulmer, Sannitz, Brunner, Walker. SCL Tigers ohne Punnenovs (Ersatztorhüter), P. Berger, N. Berger, Stettler, Blaser, Randegger (alle verletzt), Himmelfarb (La Chaux-de- Fonds). Luganos langjähriger Captain und Ex-Tiger Steve Hirschi vor dem Spiel geehrt. Seine Nr. 8 wurde in der Resega unters Hallendach gezogen und wird nie mehr vergeben. 10. Lattenschuss Nüssli. 17. Pfostenschuss Hofmann.

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