EHC Biel – SCL Tigers 2:1 n.P. (0:0, 1:0, 0:1)

Niederlage mit Punktgewinn in Biel

Ein Hammer von Thomas Nüssli rettete die SCL Tigers in die Overtime und sicherte ihnen damit trotz offensiver Impotenz einen Punkt. Danach verloren die Langnauer im Penaltyschiessen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Miro Zryd mach hier einen Bieler "z'gumpe". Bild: Susanne Bärtschi

 

Was für eine Spannung in der Tissot Arena. In einem Spiel, in welchem beide Teams durch offensive Impotenz "glänzten", stand es nach 65 Minuten immer noch 1:1.Dass der Sieg danach an die Platzherren ging, war verdient. Denn in der Verlängerung hatten sie eindeutig die besseren Individualisten. In der 63. Minute traf Marc-Antoine Pouliot nur den Pfosten. Anschliessend rettete Tiger-Hüter Damiano Ciaccio einige Male mirakulös. Im Penaltyschiessen hatte er bei den Versuchen von Pouliot und Robbie Earl keine Chance. Für die Langnauer traf nur Rob Schremp.

 

Nach dem torlosen Startdrittel war im Mitteldrittel noch keine Minute gespielt, als Philippe Seydoux auf die Strafbank musste. Das Überzahlspiel der Seeländer dauerte gerade mal 10 Sekunden, da lag der Puck schon im Tor der Langnauer. Der Treffer fiel glücklich. Julian Schmutz war zuletzt für seine Mannschaft mit dem Oberschenkel dran. Die Scheibe wurde anschliessend von ciaccio selbst über die Torlinie befördert.

 

Diesem Rückstand rannten die Langnauer bis zur 54. Minute hinterher, ohne wirklich richtig gefährlich zu werden. Die Bieler schienen das Geschehen jederzeit unter Kontrolle zu haben, und es sprach wahrlich nicht viel dafür, dass die Tiger dieses eine Tor noch würden wett machen können. Doch dann fasste sich Thomas Nüssli ein Herz, zog los, und hämmerte die Scheibe zum Ausgleich ins Gehäuse von Jonas Hiller. Danach hatten die Emmentaler ihre besten Momente. Sie erspielten sich einige Chancen zum Sieg. Die beste hatte Ville Koistinen nach einer feinen Einzelleistung. Er scheiterte an Hiller.

 

In der Verlängerung und im Penaltyschiessen entscheiden halt oft die besseren Individualisten. Gerade weil nur drei gegen drei Spieler gespielt wird, ist für die Techniker genügend Platz vorhanden. Doch bei den Besten ist Biel besser aufgestellt als die Langnauer, zumindest was das offensive Potential angeht. Dass sich die Langnauer ins Penaltyschiessen retten konnten, nützte ihnen nichts.

 

Für Heinz Ehlers war Biel das bessere Team. «Sie haben in den Spezialsituationen unseren Rhythmus gebrochen». Flurin Randegger sah seine Mannschaft zu wenig nahe am Gegner. «Wir agierten mit zu wenig Selbstvertrauen.» Wie sein Coach sah auch Thomas Nüssli die Differenz in den Spezialsituationen. «Biel spielt ein sehr aggressives Boxplay. Heute kamen wir damit nicht zurecht.»

 

Fazit: Die Tiger holten einen Punkt. Dieser war verdient, denn wirklich besser waren die Bieler erst nach der 60. Minute. Und der Zähler könnte sich als wichtig erweisen. Sowohl im Kampf um die Playoffs, aber realistischer im Kampf um den vorzeitigen Ligaerhalt ohne Playout-Final und Ligaqualifikation zählt jeder einzelne Punkt.

 

EHC Biel – SCL Tigers 2:1 n.P. (0:0, 1:0, 0:1)

Tissot Arena, 5785 Zuschauer. SR: Müller/Vinnerborg, Borga/Fluri. Tore: 22.Schmutz (Earl, Micflikier, Ausschluss Seydoux) 1:0. 54. Nüssli 1:1. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen den EHC Biel, 5-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

EHC Biel: Hiller; Jecker, Lundin; Fey, D. Sutter; Steiner, Maurer; Dufner, Horansky; Micflikier, Earl, Schmutz; Pedretti, Haas, Pouliot; F. Lüthi, Neuenschwander, Rossi; Wetzel, F. Sutter, Tschantré.

SCL Tigers: Ciaccio; Koistinen, Zryd; Seydoux, Weisskopf;Randegger, Müller; A. Gerber; N. Berger, Schremp, P. Berger; Nüssli, Macenauer, DiDomenico; Lindemann, Albrecht, Kuonen; Dostoinov, Chiriaev, R. Gerber.

Bemerkungen: EHC Biel ohne Rajala, V. Lüthi, Wellinger, Joggi (alle verletzt) Huguenin (überzählig). SCL Tigers ohne Stettler, Haas, Moggi (alle verletzt), Elo (überzählig). 63. Pfostenschuss Pouliot.

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