Defensiv tadellos, offensiv effizient:

Reife Leistung der SCL Tigers beim EV Zug

Die SCL Tigers gewinnen mit schnörkellosem, kompromislosem, aber jederzeit fairen Eishockey überraschend, aber absolut verdient gegen den EV Zug. Von dessen Offensivpotential war nicht viel zu sehen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Tiger-Hüter Ivars Punnenovs wurde es in diesem Spiel nur sehr selten langweilig. Hier wehrt er sich gemeinsam mit Anthony Huguenin gegen Zugs Topscorer Garrett Roe und Viktor Stalberg. Bild: Bruno Wüthrich.

 

Was für eine Leistung! Die Art und Weise, wie die SCL Tigers in der Partie gegen den EV Zug agierten, mag vielleicht keinen Schönheitspreis gewinnen. Aber so holt man auswärts Punkte und Siege. Fürs Schönsspielen sind andere zuständig. Die SCL Tigers lieferten ehrliche, leidenschaftliche und deshalb auch erfolgreiche Arbeit ab. Natürlich brauchte es auch Ivars Punnenovs in toller Form und zeitweise auch eine Prise Glück. Wobei das Glück braucht es - nicht nur bei den Langnauern - bei fast jedem engen Sieg. Die Tiger, die störten, kämpften und sich in die gegnerischen schüsse legten, und die das Eishockey spielten, wie es Heinz Ehlers sehen will, liessen der gewaltigen Offensivpower des Heimteams wenig Raum und machten auch den Weg zum eigenen Tor dicht.

Es dauerte bis zur 51. Minute bis Zugs Torhüter erstmals eine Torchance der SCL Tigers entschärfen konnte. Aber zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 3:0 für die Gäste aus dem Emmental. In der 10. Minute skorte Thomas Nüssli zum 1:0. Es war ein Konter durch eine feine Einzelleistung, wie wir sie vom Künstler in der Reihen der Langnauer kennen. Bis zur nächten Tigers-Chance dauerte es dann bis zur 43. Minute. Da schickte Yannick-Lennart Albrecht bei nummerischer Unterlegenheit seiner Mannschaft Eero Elo auf die Reise, welcher sich ebenfalls nicht zwei mal bitten liess. Und in der 48. Minute war eine Strafe gegen Zugs Johan Morant gerade abgelaufen, aber die Tigers spielten ihren Spielzug im Powerplay weiter. Und wie: nach einer wunderschönen Kombination über Thomas Nüssli und Yannick-Lennart Albrecht skorte Raphael Kuonen aus spitzem Winkel das 3:0.

Das Zug Anschlusstreffer dreieinhalb Minuten vor Spielende dem starken Ivars Punnenovs den Shutout versaute, fällt kaum ins Gewicht. In Gefahr, dieses Spiel noch zu verlieren, gereiten die Langnauer deshalb nicht mehr.

Heinz Ehlers gab heute relaxter Auskunft als auch schon. Dies durfte er auch. Sein Team hat nun gegen zwei schwere Gegner sechs Punkte erkämpft. «Der Gegner hatte viel mehr Scheibenbesitz, aber wir machten es ihm schwer. Meine Spieler spielten diszipliniert und kämpften gut.»

Am Sonntag geht es nun in der Ilfishalle im Cup gegen Gottéron. Ob Ehlers ein Freund des Cups ist, war nicht zu erruieren. «Wir müssen die Intensität hoch halten», war die Forderung des Coachs.

 

EV Zug - SCL Tigers 1:3 (0:1, 0:0, 1:2)

Bossard Arena, XXXX Zuschauer. SR: Koch/Prugger, Küng/Progin. Tore: 11. Nüssli 0:1. 43. Elo (Albrecht, Ausschluss Rüegsegger) 0:2. 48. Kuonen (Albrecht, Huguenin) 0:3. 57. Lammer (Stalberg, Diaz, Ausschluss Gustafsson) 1:3. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers

EV Zug: Stephan; Grossmann, Morant; Geisser, Diaz; Flury, Schlumpf; Stadler, Forler; Stalberg, Roe, Lammer; Suri, McIntyre, Klingberg; Senteler, Diem, Martschini; Haberstich, Kast, Schnyder.

SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Cadonau; Blaser, Erni; Huguenin, Randegger; Müller; Erkinjuntti, Gustafsson, Elo; Neukom, Gagnon, Kuonen; Nüssli, Albrecht, Dostoinov; Rüegsegger, Peter, Gerber.

Bemerkungen: EV Zug ohne Helbling, Alatalo (beide verletzt), Holden, Bader, Zehnder (Farmteam). SCL Tigers ohne P. Berger, N. Berger, Stettler, Haas, Lardi, Zryd, Seydoux (alle verletzt), Himelfarb (La Chaux-de-Fonds). EV Zug ab 58.29 ohne Torhüter.

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