HC Lugano - SCL Tigers 4:3 (2:2, 2:1, 0:0)

Schade, wurde diese Leistung nicht belohnt

Den SCL Tigers ist derzeit das Glück nicht beschieden. Trotz guter Leistung und Möglichkeiten zum Sieg gab es im Tessin keine Punkte.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Er schoss den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2: Raphael Kuonen (Bild: Susanne Bärtschi (Archiv)

Um das Spiel auf einen kurzen Nenner zu bringen: früh schien alles verloren, doch zurück gekämpft, in Führung gelegen, um dann am Ende doch mit nichts dazustehen. Oder aus der Sicht der glücklichen Luganesi: Sie gewannen mit einem Sonntagsschuss, einem zu hart gepfiffenen Penalty und zwei Toren aus dem Nichts. Doch alles der Reihe nach.

Das Spiel schien bereits nach 208 Sekunden gelaufen. So sah es der anwesende Reporter der Boulevardzeitung Blick. Aber der Schreiberling von FANTIGER-online darf sich ebenfalls nicht brüsten. Eifrig gab dieser dem Mann vom Blick recht. Wir waren uns einig, dass wir ab diesem Zeitpunkt eigentlich mit dem Schreiben des Matchberichtes beginnen konnten. Was war geschehen? Bereits nach 39 Sekunden machte Miro Zryd wegen eines Beinstellens mit der noch kalten strafbank Bekanntschaft, und nur gut eine Minute später nutze Damian Brunner diese Situation mit einem Sonntagsschuss von der blauen Linie zur frühen Führung für die hoch favorisierten Luganesi aus. Und dann eben – nach 208 Sekunden gaben die Schiedsrichter einen streng gepfiffenen Penalty wegen eines Haltens an Sebastien Reuille. Dieser verwertete die offerierte Chance eiskalt. So früh mit 0:2 in Rückstand würde dies nichts mehr werden mit Punkten für die Emmentaler im Tessin. Doch die Tiger kamen zurück. Weitere zwei Minuten sass Luganos Schwede Tony Martensson ebenfalls eine Strafe ab. Yannick-Lennart Albrecht nutzte Sie Situation, indem er einen Abschlussversuch von Sven Lindemann endgültig über die Linie drückte. Und die Hälfte des Startdrittels war soeben abgelaufen, als Raphael Kuonen Lugano-Hüter Elvis Merzlikins mit einem satten Handgelenkschuss von der linken Seite bezwang. Die Besonderheiten aus Langnauer Sicht bei diesem Startdrittel: Schauen wir auf die Statistik, so hätten die Tiger dies deutlich verlieren müssen. 16:9 Schüsse aufs Tor, drei kleine Strafen und ein Penalty gegen Langnau (notabene gleich zwei mal wegen zu vielen Spielern auf dem Eis), nur zwei kleine Strafen gegen Lugano, ein 0:2 Rückstand, und trotzdem stand es nach 20 Minuten 2:2.

Was für ein Frust jedoch zum Ende des Mitteldrittels. Alles schien unter Kontrolle. Flurin Randegger wollte den Puck aus dem Drittel befördern, traf aber den Schlittschuh eines nach vorne laufenden Teamkollegen, von dem aus die Scheibe – noch im Langnauer-Drittel wieder in den Besitz der Luganesi geriet. Schliesslich wurde Luca Fazzini im Slot angespielt, wo er wegen der sich in Vorwärtsbewegung befindlichen Gegenspielrn völlig alleine stand, und keine Mühe hatte, den Führungstreffer zu erzielen. Es war zugleich das Siegestor, worauf jedoch zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Spielsverlaufs noch niemand gewettet hätte. Zwischenzeitlich waren die Tiger gar während viereinhalb Minuten in Führung gelegen. Als nämlich Gregory Hofmann gerade eine kleine Strafe absass, lancierte Chris DiDomenico mit einem genialen Pass Teamkollege Yannick-Lennart albrecht, der schon das erste Langnauer Tor geschossen hatte, und dieser liess sich nicht zwei Mal bitten und zirkelte den Puck zur 3:2 – Führung ins Eck. So wie eben viereinhalb Minuten später auch Dario Bürgler, der – von Damian Brunner angespielt – ebenso herrlich, aber etwas aus dem Nichts heraus ausglich.

 

Fazit: Die Langnauer müssen aufpassen, dass sie sich ob der vielen knappen Niederlagen nicht entmutigen lassen. Es ist, wie zu Beginn der Saison, eine Phase in dieser Meisterschaft, in der auch das Glück etwas fehlt. Wir haben jedoch zwischenzeitlich gesehen, dass sich bezüglich Glück das Blatt auch wieder wendet. Es gilt, weiterhien alles dafür zu tun, damit das Glück eine Chance hat. Das Spiel in Lugano war ein Fingerzeig. Die SCL Tigers spielten gegen das potentiell viel stärkere Team gut mit. Sie hatten Pech mit den Gegentoren, doch Elvis Merzlikins im Lugsno-Tor machte heute keinen unüberwindbaren Eindruck. Während sein lettischer Nationalmannschaftskollege bei den Langnauern sein Team lange im Spiel hielt, hielt Merzlikins ebenso ein türchen für die Langnauer zum Sieg auf. Aber eben: Am Ende war halt doch Lugano - nicht unverdient - etwas glücklicher.

 

 

HC Lugano - SCL Tigers 4:3 (2:2, 2:1, 0:0)

 

Resega Lugano, X'XXX Zuschauer. SR: Mollard/Prugger, Abegglen/Castelli. Tore: 2. Brunner (Ulmer, Ausschluss Zryd) 2:0. 4. Reuille (Penalty) 2:0. 6. Albrecht (Nüssli, Ausschluss Martensson) 2:1. 11. Kuonen (Lindemann, Randegger) 2:2.30. Albrecht (DiDomenico, Punnenovs, Ausschluss Hofmann) 2:3. 34. Bürgler (Brunner) 3:3. 39. Fazzini (Klasen, Martensson) 4:3. Strafen: 2-mal zwei Minuten gegen Lugano, 6-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

 

HC Lugano: Merzlikins; Furrer, Ulmer; Wilson, Chiesa; Hirschi, Ronchetti; Vauclair, Sartori; Klasen, Martensson, Fazzini; Bürgler, Hofmann, Brunner; Sannitz, Lapierre, Walker; Bertaggia, Gardner, Reuille.

 

SCL Tigers: Punnenovs;Koistinen, Zryd; Seydoux, Stettler; Randegger, Weisskopf; Müller, A. Gerber;N. Berger, Schremp, P. Berger; Nüssli, Macenauer, DiDomenico; Lindemann, Albrecht, Kuonen; Moggi, Chiriaev, Dostoinov.

 

Bemerkungen: Lugano ohne Fontana, Morini, Manzato, Zackrisson, Riva, Romanenghi. SCL Tigers ohne Haas, Blaser, (beide verletzt), R. Gerber (gesperrt) Elo (überzählig). 24. Lattenschuss Fazzini. SCL Tigers ab 58.33 bis 59.29 und von 59.40 bis 59.56 ohne Torhüter.

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