Der HC Lugano war heute zu stark:

SCL Tigers beenden ein gutes Jahr mit einer Niederlage

Klare Heimniederlage gegen den HC Lugano. Der letztjährige Playoff-Finalist hinderte die Langnauer erfolgreich an der Entfaltung und schlug seinerseits eiskalt zu.

• von Bruno Wüthricdh

Die SCL Tigers hätten im Stardrittel Gelegenheit gehabt, das Spiel in andere Bahnen zu lenken. Danach war der HC Lugano zu stark. Hier bedrängt Nolan Diem das von Stefan Müller gehütete Lugano Tor. Bild: Susanne Bärtschi

Wenn der HC Lugano die Playoffs erreichen will, braucht er dringend Punkte. Weit unter seinem Wert auf Rang 10 klassiert, ist es für den letztjährigen Playoff-finalisten höchste Zeit, Gas zu geben. Dass das Team von Greg Ireland zumindest heute gewillt war, dieser Forderung gerecht zu werden, bekamen die SCL Tigers zu spüren.

Der HC Lugano musste heute auf ihren Torhüter Elvis Merzlikins verzichten. Der lettische Nationaltorhüter ist eine zentrale Figur im Ensemble der Luganesi, wie übrigens sein Nationalmannschaftskollege Ivars Punnenovs auf Langnauer Seite. Doch es ist, wie es ist. Ist eine Mannschaft an einer zentralen Stelle geschwächt, treten deren Spieler noch konzentrierter auf. Für eine gegnerische Mannschaft, heute eben die SCL Tigers, ist eine derartige "Schwächung" des Gegners keinesfalls von Vorteil. Zumal Merzlikins Backup Stefan Müller eine fehlerlose Partie ablieferte. Die Tessiner, bei denen normalerweise das spielerische element überwiegt, waren heute sehr darauf bedacht, das Spiel der SCL Tigers bereits im Ansatz zu stören, die Kreise der Langnauer einzuschränken und erfolgversprechende Angriffe bereits früh zu unterbinden.

Dies gelang ihnen vor allem ab dem zweiten Drittel hervorragend. Am ehesten hätten die Tiger die Partie im Startdrittel in die gewünschte Richtung lenken können. Doch es sollte heute nicht sein. Je länger die Partie dauerte, desto besser bekam sie der HC Lugano in den Griff.

Gegen Ende des Startdrittels fasste Flurin Randegger die erste Strafe des Spiels. Diese dauerte zu Beginn des Mitteldrittels noch an. Gerade mal 19 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, Lugano hatte sein Powerplay noch nicht aufgezogen, da schlug es zum ersten Mal im Langnauer Kasten ein. Gregory Hofmann hämmerte die Scheibe unter die Latte. Von da an war klar, dass es heute schwierig werden würde. Die Fortsetzung des Mitteldrittels verlief weitgehend ausgeglichen, beide Teams kamen nur zu wenigen, viel versprechenden Tormöglichkeiten. In der 36. Minute nützte Maxime Lapierre eine davon zum 0:2. Von da weg hätt vieles passieren müssen, um das Spiel noch auf die Langnauer Seite zu ziehen.

Als in der 48. Minute Langnaus Hüter Ivars Punnenovs verletzungsbedingt Damiano Ciaccio Platz machen musste, sass bereits der erste Schuss der Luganesi zum 0:3 (51.).

Damit ist die Geschichte eines insgesamt ereignisarmen Spiels bereits erzählt, sieht man von je einem annulierten Treffer ab. Trotzd der Niederlage zogen das Langnauer Publikum weitgehend zufrieden von Dannen. Zu sehr ist jedem bewusst, was diese Langnauer Mannschaft in dieser Saison bereits geleistet hat. Dass sie nach 27 Spielen mit 45 Punkten auf dem 5. Rang liegen, hätte sich vor der Saison niemand zu träumen gewagt. Die Runde lief trotz der heutigen Niederlage nicht sehr gegen die Emmentaler. Denn von den direkt hinter ihnen liegenden Teams gewann neben dem HC Lugano nur noch der HC Ambri-Piotta. Genf-Servette, Gottéron und die ZSC Lions bezogen Niederlagen. Der Abstand zum Strich bleibt somit gewahrt und beträgt weiterhin sieben Punkte.

SCL GTigers -HC Lugano 9:3 (0:0, 0:2, 0:1)

Ilfishalle, 5'940 Zuschauer. SR: Massy/Eichmann, Kaderli/Duarte. Tore: 21. (20.19) Hofmann (Sannitz, Ausschluss Randegger) 0:1. 36. Lapierre 0:2.51. Sannitz (Hofmann) 0:3. Strafen: 2-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 4-mal zwei Minuten + 1-mal 10 Minuten (Hofmann, unsp. Verhalten) gegen Lugano.

SCL Tigers: Punnenovs (ab 48. Ciaccio); Leeger, Glauser; Lardi, Erni; Huguenin, Cadenau; Randegger; Dostoinov, Gagnon, Elo; Pesonen, Gustafsson, DiDomenico; Neukom, Diem, Kuonen; N. Berger, P. Berger, Rüegsegger; Gerber.

HC Lugano: Müller; Chorney, Chiesa; Vauclair, Loeffel; Wellinger, Ulmer; Riva; Hofmann, Sannitz, Haapala; Bertaggia, Lapierre, Fazzini; Jörg, Lajunen, Walker; Romaneghi, Morini, Bürgler; Reuille.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Blaser, Nüssli, Peter (alle verletzt), Johansson (überzählig), Kindschi (Kloten), Melnalksnis (Elite). Lugano ohne Merzlikins, Cunti, Sartori (alle verletzt), Klasen, Ronchetti, Jecker, Haussener, Vedova (alle überzählig)