Cup Achtelfinal: ZSC Lions - SCL Tigers 4:2 (0:1, 1:0, 3:1)

SCL Tigers im Cup ausgeschieden

Ende des diesjährigen Cup-Abenteuers für die SCL Tigers. Die Langnauer verloren nach einer engagierte Leistung gegen die ZSC Lions mit 2:4.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Cup ist, wenn der HC Davos bereits zum zweiten Mal hintereinander gegen einen unterklassigen Gegner früh ausscheidet. Diesmal war es in der ersten Runde der EHC Dübendorf, der den Meister aus dem Rennen um den begehrten Pokal warf. Cup ist auch, wenn der EV Zug wenige Tage nach einem überzeugenden 3:0 – Sieg über den SCB emotionslos eine 3:8 – Niederlage gegen den gleichen Gegner bezieht. Cup ist, wenn der HC Lugano, vom Potential her ein Meisterkandidat, aber derzeit auf dem letzten Tabellenplatz liegend, die Chance nicht nutzt, um gegen einen Vertreter aus der NLB gut auszusehen und gegen die Rapperswil-Jona Lakers verliert. Cup ist zudem, wenn drei Tage nach dem Spiel ZSC Lions gegen die SCL Tigers, welches vor 10'430 Zuschauern ausgetragen wurde, an gleicher Stätte und bei gleichen Kontrahenten geschätzte knapp 2'000 Zuschauer (offiziell 2'085) anwesend sind. Doch gerade für die SCL Tigers hat der Cup auch gute Seiten. «Wir haben am Freitag ein wichtiges Spiel. Da wäre es gar nicht gut, wenn sich unsere Mannschaft hängen liesse und damit aus dem Rhythmus käme» sagte Sportchef Jörg Reber in der ersten Drittelspause. «Ich erwarte, dass wir heute eine gute Leistung abliefern. Zudem ist die Gefahr von Verletzungen ungleich grösser, wenn man sich hängen lässt und nicht Vollgas gibt. Etwas Gutes hatte das Cupspiel in Zürich auch für Ivars Ponnenovs, der im Tor der SCL Tigers wieder einmal eine Chance bekam, und diese auch nutzte. Punnenovs war es zu verdanken, dass die SCL Tigers nach 20 Minuten führten. Koistinen feuerte in der 15. Minute von der blauen Linie. Tor. Punnenovs war es auch zu verdanken, dass es nach 40 Minuten immer noch ausgeglichen stand. Den Ausglich erzielte Denis Malgin auf die selbe Weise und von genau derselben Stelle, wie im Drittel zuvor Koistinen.

Es war ein völlig anderes Spiel als vor drei Tagen an gleicher Stelle. Die Zürcher, die zwar mit all ihren wichtigsten Titularen antraten, wirkten zu Beginn nicht sehr motiviert, Ganz anders die Langnauer, bei denen jedoch der eine oder andere geschont wurde. So fehlten nebst den Verletzten Deny Bärtschi, Nils Berger und Claudio Moggi schonungshalber auch Kévin Hecquefeuille, Lukas Haas, Thomas Nüssli und Sandro Moggi. Dafür war der zuvor verletzte Jordy Murray wieder mit von der Partie. Für die Zürcher ist wohl der Cup, wie für einige andere NLA-Teams auch, eher eine wertlose und lästige Pflichtaufgabe. Ihnen sind Punkte in der Meisterschaft wichtiger als Siege im Cup. Diese Einstellung ist es auch, die sich auf den Zuschaueraufmarsch auswirkt. Die Intensität war auf jeden Fall eine ganz andere als in der Meisterschaft. Die Langnauer genossen mehr Freiheiten, tauchten deshalb auch öfters im Drittel der Löwen auf, mussten aber aufpassen, dass ihnen diese nicht entwischten. Fünf Mal stoppte Ivars Punnenovs allein im Startdrittel einen allein anstürmenden Zürcher. Dies wurde im Mitteldrittel etwas besser, dafür gaben die nun motivierteren Zürcher nun zumindest teilweise etwas mehr Gas. Der unentschiedene Spielstand nach 40 Minuten schmeichelte zwar den Langnauern, doch völlig entgegen dem Spielverlauf war er nicht. Auch die Gäste hatten einige sehr gute Möglichkeiten.

 

Es war eine 40 Sekunden dauernde doppelte Überzahl, welche die Zürcher in der 45. Minute dazu nützten, das Spiel in ihre Bahnen zu lenken. Auston Matthews schloss eine blitzschnelle Kombination über Seger und Nielsson direkt ab. Den Langnauern wurde damit etwas Anschauungsunterricht erteilt, wie man solche Situationen effizient ausnützt. Kaum drei Minuten später fiel mit dem Treffer von Kris Foucault zum 3:1. Zwar noch nicht die definitive Entscheidung, doch das Spiel schien jetzt endgültig auf dem von vielen vermuteten Weg. Doch das war es noch nicht. Denn Dan Weisskopf brachte die Langnauer durch einen Shorthander! in der 52. Minute nochmals heran kamen. Die Tiger hatten nun Chancen zum Ausgleich. Doch vier Minuten später markierte Foucault mit seinem zweiten Treffer die endgültige Entscheidung.

 

Fraglich, ob dieser Sieg der Zürcher den Wünschen beider Teams entgegen läuft. In Langnau, wo bei einem Cup-Heimspiel deutlich mehr als nur gerade 2'000 Zuschauer aufmarschieren würden, hätten wohl gerne noch eine Runde gespielt. Ob sich die Zürcher über eine weitere Runde freuen, bleibt offen. Doch Sportchef Jörg Reber hat zumindest eine engagierte eigene Mannschaft gesehen. Zwar längst nicht fehlerfrei, weil manchmal etwas gar offensiv eingestellt, wenn es der Gegner zuliess, aber doch bis fast zuletzt mit Siegchancen.

 

 

15. Koistinen (DiDomenico, Clark) 0:1.

33. Malgin (Siegenthaler, Karrer) 1:1.

45. Matthews (Nilsson, Seger, Ausschlüsse Zryd, Gossweiler) 2:1.

48. Foucault (Künzle, Suter) 3:1

52. Weisskopf (S. Lindemann, Chiriaev, Ausschluss Gustafsson!) 3:2.

56. Foucault (Suter Blindenbacher) 4:2.

 

Strafen: 4-mal zwei Minuten gegen die ZSC Lions, 6-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

SCL Tigers ab 58.56 ohne Torhüter.

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