Kloten Flyers - SCL Tigers 5:3 (2:0, 1:2, 2:1)

SCL Tigers schenken Punkte weg

Völlig unnötige, und weitgehend selbst verschuldete 3:5 Niederlage der SCL Tigers, die den Kloten Flyers die Qualifikation für die Playoffs geradezu schenken. Auch für die Langnauer wären die Punkte wichtig gewesen.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Waren vor allem in der ersten Hälfte des Spiels gewaltig unter Druck: Ivars Punnenovs, Dan Weisskopf und Kim Lindemann (v.l.n.r.). Bild: Susanne Bärtschi (Archiv).

 

Hat den Langnauern erst im Verlauf des Spiels jemand gesagt, dass auch nach der roten Einfärbung im Teletext, und dem damit definitiv feststehenden Verpassen der Playoffs, die Meisterschaft weiter geht und vor allem für die Teams, die in der Klassierungsrunde beschäftigt sein werden, jeder jetzt erkämpfte Punkt Gold wert sein könnte. In Kloten machte es den anschein, als hätten Gelbroten von diesem Umstand erst im Verlauf des zweiten Drittels erfahren. Denn von da weg steigerten sie sich, brachten vermehrt auch offensiv etwas zustande, und schnupperten zum Schluss der Partie gar am Punktegewinn oder am Sieg. Weshalb nur war das Spiel der Langnauer zu Beginn derart katastrophal?

 

Die Tiger brachten nämlich die Flieger bis zur 22. Minute gleich höchstselbst zu einem 0:3 - Vorsprung. Bereits in der 6. Minute vertändelte Sven Lindemann trotz genügend Zeit und Anspielstationen als hinterster Mann die Scheibe, James Sheppard bedankte sich artig mit dem Führungstreffer. Das 0:2 war dann unglücklich. Es fiel in der 15. Minute, als die Tiger in Unterzahl agierten. Als Schütze wurde wiederum James Sheppard angegeben. Er sah seinen Pass von Adrian Gerber unglücklich ins eigene Tor abgelenkt. Das 0:3 in der 22. Minute war dann ein Shorthander. Robin Leone sass zu Beginn des Drittels noch wegen einer im Startabschnitts kassierten Strafe in der Kühlbox, als die Langnauer an der gegnerischen blauen Linie den Puck vertändelten, und Ivars Punnenovs für einmal in einem Duell eins gegen eins gegen den Stürmer nicht siegreich war. Denis Hollenstein, von Tommi Santala auf die Reise geschickt, bezwang den Langnauer Hüter sicher.

 

Nicht nur wegen des Resultats, sondern auch wegen der Art und Weise, wie dieses zustande gekommen war, schien die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits gelaufen. Die Tiger hatten im Startdrittel keine einzige Torchance. Der unsichere Lukas Boltshauser, der für den Verletzten Martin Gerber das Klotener Tor hütete, hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine einzige auch nur annähernd schwierige Situation zu meistern. Doch Lukas Haas in der 26. Minute nach einem Sololauf von Kévin Hecquefeuille und Kyle Wilson auf Zuspiel von Thomas Nüssli (35.) brachten die Tiger wieder in Position. Spätestens nach dem ersten Tor waren auch die Emmentaler aufgewacht. Noch ergaben sich nicht allzu viele Tormöglichkeiten. Aber der Gegner war nun unter Kontrolle, und die eigene Mannschaft im Abschluss effizient. Im Schlussdrittel schien alles möglich.

 

Der erneute Ausbau der Klotener Führung durch Corsin Casutt in der 42. Minute dämpfte die Hoffnungen der Gäste auf einen Punktgewinn nicht lange. In der 47. Minute brachte Chris DiDomenico die Langnauer erneut heran. Von da an waren die Langnauer bis zum Schluss nahe am Ausgleich dran. Doch dieser sollte ihnen nicht mehr gelingen.

 

Fazit: Die Klotener spielten zu Beginn des Spiels sehr schnell und hatten mit der Art und Weise, wie die Tore fielen, auch Glück. Doch die 3:0 - Führung war auch in dieser Höhe nach 22 Minuten nicht unverdient, denn die Flieger vergaben mehrfach in aussichtsreicher Position. Ivars Punnenovs war auch heute ein starker Rückhalt, doch die Gegentreffer konnte er nicht verhindern. Dafür verhinderte er, dass die Langnauer noch höher in Rückstand gerieten. Dies wäre im Startdrittel durchaus möglich gewesen. Was jedoch möglich gewesen wäre, wenn die Tiger von Beginn weg so gespielt hätten wie am Schluss, wollen wir uns lieber nicht ausmalen. Sonst steigt nur unnötig der Ärger in uns hoch.

 

Morgen Abend kommt es in der Ilfishalle zu einem erneuten Duell dieser beiden Mannschaften. Die Vorzeichen sind nun aber etwas anders. Kloten ist für die Playoffs qualifiziert. Bleibt die Tabelle, wie sie heute ist, spielen die Kloten Flyers in den Playoffs gegen den HC Davos. Aber auch die ZSC Lions oder Genf Servette sind noch möglich. Ob der Gegner Servette oder Davos heisst, können die Flieger nicht beeinflussen. Aber sie können mit einem Sieg in Langnau verhindern, dass sie gegen die ZSC Lions ran müssen. Doch für die Langnauer sind die Punkte noch wichtiger. Es gilt, den Vorsprung der vor ihnen liegenden Teams (Ambri und Lausanne, das erstmals seit seinem Wiederaufstieg 2013 in die Playouts muss), nicht ansteigen zu lassen.

 

 

Kloten Flyers - SCL Tigers 5:3 (2:0, 1:2, 2:1)

 

Swiss Arena Kloten, 5'335 Zuschauer. SR: Kurmann/Mollard, Abegglen/Kaderli. Tore: 6. Sheppard 1:0. 15 Sheppard 2:0. 22. Hollenstein (Santala, von Gunten, Ausschluss Leone) 3:0. 26. Haas (Hecquefeuille) 3:1. 35. Wilson (Nüssli) 3:2. 42. Casutt (Olimb) 4:2. 47. DiDomenico (Bucher) 4:3. 60. (59.37) Hollenstein (Sheppard) 5:3. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen Kloten, 4-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

 

Kloten Flyers: Boltshauser; E. Gustafsson, Frick; Von Gunten, Stoop; Collenberg, Schelling; Harlacher; Hollenstein, Santala, Praplan; Bieber, Sheppard, Kellenberger; Casutt, Olimb, Guggisberg; Obrist, Liniger, Leone; Lemm.

 

SCL Tigers: Punnenovs; Müller, Hecquefeuille; Lindemann, Weisskopf; A. Gerber, Zryd; Ronchetti; Nüssli, Wilson, Clark; Wyss, C. Moggi, Berger; DiDomenico, Albrecht, Bucher; S. Lindemann, Chiriaev, Haas; S. Moggi.

 

Bemerkungen: Kloten ohne M. Gerber, Back, Hasani (verletzt), Kolarik (überzählig). SCL Tigers ohne Stettler, Koistinen, T. Gerber, Murray, A. Gustafsson, Bärtschi (alle verletzt), Gossweiler (überzählig). 58.12 Timeout SCL Tigers. 58.12 bis 59.37: SCL Tigers ohne Torhüter