SCL Tigers - HC Lugano 3:5 (3:2, 0:2, 0:1)

SCL Tigers zur defensiven Untugend verführt

3:5 Niederlage gegen Lugano! Vor ausverkauftem Haus spielten die SCL Tigers mit dem Feuer und verbrannten sich prompt die Finger. Das Erfolgsrezept unter Coach Heinz Ehlers sieht anders aus.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Hier verwertet Yannick-Lennard Albrecht das Zuspiel von Thomas Nüssli zur 3:2 - Führung der SCL Tigers. Die Langnauer agierten zu diesem Zeitpunkt zu fünft gegen vier Luganesi. Bild: Susanne Bärtschi.

 

 

War diese Niederlage nötig? War sie zwingend? Beides können wir getrost mit nein beantworten. Aber sie war bestimmt lehrreich. Wenn sich eine Mannschaft mit dem Potential der SCL Tigers gehen lässt, kommt sie nicht weit. Wer mit dem Feuer spielt...


Die Defensive des HC Lugano lädt zum Toreschiessen ein. Nur gerade Ambri und davos haben in dieser saison noch mehr Gegentreffer kassiert als die Tessiner. Die letzten beiden Auswärtspartien vor dem spiel in Langnau verloren die Bianconeri gegen Gottéron (2:5) und Zug (0:5) mit einem Gesamtscore von 2:10. Tatsächlich fiel den Emmentalern das Toreschiessen im Startdrittel leicht. Gleich drei Mal schlug es hinter HCL-Hüter Elvis Merzlikins ein. Raffael Kuonen bereits in der 6. Minute, Chris DiDomenico in der 13. Minute nach einer formidablen Einzelleistung sowie Yannick-Lennart Albrecht im Powerplay (15.) erzielten die Tore. Schade nur, dass die Luganesi durch Dario Bürgler zwei mal sofort reagierten und wieder ausglichen (11. im Powerplay und 14.), so dass es lediglich mit einem 3:2 – Vorsprung in die erste Pause ging.


Der HC Lugano hat eben nicht nur eine derzeit etwas löchrige Abwehr, sondern vor allem auch eine äusserst talentierte Offensive. Durch die Torerfolge im Startdrittel etwas übermütig geworden, agierten die Langnauer im Mittelabschnitt prompt zu offensiv und liessen sich gleich zwei Mal mit einem eiskalt abgeschlossenen Konter erwischen. Dabei war der 3:3 – Ausgleich sogar ein Shorthander. Eero Elo schlug mit einem versuchten Onetimer an der blauen Linie am Puck vorbei, worauf Maxime Lapierre sich diesen schnappte und allein auf Tiger-Hüter Ivars Punnenovs zulief, aber an diesem scheiterte. Doch der aufgerückte Ryan Gardner drückte die Scheibe über die Linie. In der 31. Minute gelang dann Patrik Zakrisson auf Zuspiel von Gregory Hofmann der Treffer zur erstmaligen Führung der Gäste.


Im Schlussdrittel warfen die Tiger dann je länger dieses dauerte desto mehr alles in den Angriff, scheiterten aber an der inzwischen disziplinierter und schnörkellos spielenden Abwehr der Luganesi, die, wenn sie sich darauf besinnt, was zur erfolgreichen Defensivarbeit nötig ist, eben längst nicht so löchrig ist, wie dies im Startdrittel den Anschein machte. Trotzdem erarbeiteten sich die Langnauer einige sehr gute Chancen zur Torvermehrung auf ihrem Konto. Doch das Glück, das sie im ersten Drittel noch hatten, fehlte jetzt.


Gestern mit äusserster Disziplin zwei Punkte gewonnen, aber heute in Schönheit gestorben. Das Spiel bot den 6'000 Zuschauern jedenfalls beste Unterhaltung. Coach Heinz Ehlers gestand denn auch ein, dass der Sieg von Lugano nicht von ungefähr kommt. «Unser Gegner ist auf jeder einzelnen Position besser besetzt als wir und wollte unbedingt gewinnen. Da wird es einfach schwierig für uns.» Ehlers gab jedoch zu, dass heute die Disziplin zu kurz gekommen ist. «Es stimmt, wir waren heute nicht gut genug. Ich war bereits im Startdrittel nicht zufrieden, obwohl wir nach diesem mit Glück 3:2 führten. Danach wurden wir nicht besser.»


Aus bloss drei Strafen gegen die Langnauer machten die Luganesi zwei Tore. Die SCL Tigers, in dieser Saison bezüglich Powerplay nicht schlecht unterwegs, erzielte heute bei sieben Gelegenheiten ein Tor in Überzahl, kassierte jedoch den Ausgleich zum 3:3 als Shorthander. Damit sind die gründe für die heutige Pleite ausreichend erklärt.

 

SCL Tigers - HC Lugano 3:5 (3:2, 0:2, 0:1)

Ilfishalle, 6'000 Zuschauer (ausverkauft). SR: Brueggemann/Kurmann, Küng/Obwegeser. Tore: 6. Kuonen 1:0. 11. Bürgler (Furrer, Ausschluss Berger) 1:1. 13. (12.42) DiDomenico (Albrecht) 2:1. 14. (13.12) Bürgler (Klasen) 2:2. 15. (14.21) Albrecht (Nüssli, DiDomenico, Ausschluss Merklikins) 3:2. 25. Gardner (Lapierre, Ausschluss Furrer!) 3:3. 31. Zackrisson (Hofmann, Lapierre) 3:4. 45. Klasen (Furrer, Ausschluss Müller) 3:5. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen die SCL tigers, 7-mal zwei Minuten gegen Lugano.

SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Seydoux; Stettler, Randegger; Müller; Zryd; Moggi, Schremp, Elo; Nüssli, Albrecht, DiDomenico; Lindemann, Berger, Kuonen; R. Gerber, A. Gerber, Chiriaev; Wyss.

HC Lugano: Merzlikins; Furrer, Chiesa; Vauclair, Hirschi; Sartori, Ulmer; Ronchetti; Klasen, Martensson, Bürgler; Hofmann, Zackrisson, Lapierre; Reuille, Gardner, Walker; Romanenghi, Morini, Fazzini.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Shinnimin, Blaser (beide verletzt), Haas (geschont), T. Gerber, Currit (überzählig. Lugano ohne Sannitz, Bertaggia, Sondell, Fonana, Kparghai (alle verletzt), brunner (krank), Wilson (überzählig). 59.19: Timeout SCL Tigers. SCL Tigers ab 59.20 bis 59.49 ohne Torhüter. 60. Pfostenschuss Hofmann

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