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Servette: Mit Big Mac doch wieder in die Playoffs?

Die Frage lautet: Kann Chris McSorley Servette nochmals in die Playoffs coachen? Die Antwort: Wenn nicht McSorley, wer dann? Doch es wird schwer. Sehr schwer.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Der HC Genf-Servette erreichte in der letzten Saison die Playoffs gerade noch auf dem letzten Zacken. Die Genfer profitierten davon, dass den Langnauern im entscheidenden Spiel die Nerven versagten. Damals stand an der Bande der Adler noch Craig Woodcroft. McSorley amtete lediglich als dekorativer Sportchef ohne operative Macht. Aber damals spielten in der Mannschaft mit Romain Loeffel nud Damien Riat noch zwei Schweizer Nationalspieler, deren Abgänge (Riat zum EHC Biel und Loeffel zum HC Lugano) nicht vollwertig kompensiert werden konnten. Zudemm ist die Abwehr der Servettiens nun definitiv in die Jahre gekommen. Goran Bezina ist bereits 38. Seine fehlende Schnelligkeit machte er immer schon durch taktische Schlauheit und kluges Stellungsspiel wett. Doch dass er mit zunehmendem Alter nicht mehr besser wird, ist ebenfalls klar. Viel wird deshalb von Torhüter Robert Mayer abhängen. Spielt er eine starke Saison, könnte es für die Genfer reichen. In der Vergangenheit fehlte es Mayer jedoch an Konstanz. Um Erfolg zu haben, braucht es an der Bande den ganzen Chris McSorley. Es ist deshalb zu hoffen, dass er bei seiner Rückkehr nach einjähriger Entmachtung nichts von seiner Autorität verloren hat.

Stärken:

Wir glauben, dass sich die Rückkehr von Chris McSorley an die Bande positiv auf das Speie von Servette auswirkt. Der Kanadier ist ein Fuchs. Wie zu seinen besten Zeiten ist auch diesmal niemand im Klub, der mit ihm auf Augenhöhe diskutieren kann. Was andern Coaches fehlen würde, macht Chris McSorley unantastbar. In der Dreierseilschaft Sportchef, Coach und Assistent trifft der Coach die Entscheidungen, auch die unangenehmen, der Assistent ist der seelische Abfalleimer und der Sportchef die Beschwerdeinstanz. Schon oft geriet ein Coach in Erklärungsnot oder gar ins Wackeln, weil Spieler sich erfolgreich beim Sportchef beschweren durften. Chris McSorley ist nicht nur der Entscheider, sondern zugleich die Beschwerdeinstanz. Die Spieler müssen also spuren. Vor allem dann, wenn der Chef sie disziplinieren will. Die Disziplin dürfte denn auch eine der Stärken dieser Mannschaft sein.

Fragezeichen

Dass Servette noch einmal Potential verloren hat, ist unbestritten. Romain Loeffel war ein produktiver Verteidiger, und der ist nun weg. Mehr oder weniger ersatzlos gestrichen. Ebenso Stürmer und Natikollege Damien Riat. Wer sich in der Saison zuvor bereits nur knapp für die Playoffs qualifizieren konnte und zudem noch Potential verliert, der braucht schon eine richtig, richtig, richtig gute Saison, um sich erneut unter den besten Acht einzureihen. Die Genfer werden für jeden Gegner sehr unangenehm zu spielen sein und an einem guten Tag kann die Mannschaft auch jeden ihrer Kontrahenten schlagen. Doch ob am Ende genügend Punkte auf dem Konto sein werden, um die Playoffs erneut zu schaffen, bezweifeln wir.

HC Genf-Servette (Viertelfinalist / Quali 8.)

Coach: Chris McSorley (CAN, 56, Head, neu), Louis Matte (CAN/SUI, 46, Assistent)

Ausländer: Henrik Tömmernes (SWE, Verteidiger, 28), Johan Fransson (SWE, Verteidiger, 33), Tommy Wingels (USA, Stürmer, 30, neu), Lance Bouma (CAN, Stürmer, 28, neu)

Zuzüge: Tommy Wingels (USA, Stürmer, 30, Bosteon Bruins /NHL), Lance Bouma (CAN, Stürmer, 28, Chicago Blackhawks / NHL), Mike Völlmin (Verteidiger, 24, Langenthal), Timothy Kast (Stürmer, 29, EV Zug), Tim Bozon (Stürmer, 24, EHC Kloten), Maxime Montandon (Verteidiger, 24, HC Ajoie), John Fritsche (CH/USA, Stürmer, 26, Fribourg-Gottéron)

Abgänge: Romain Loeffel (Verteidiger, 27, HC Lugano), Damien Riat (Stürmer, 21, EHC Biel). Christophe Bays (Torhüter, 27, La Chaux-de-Fonds), Tim Traber (Stürmer, 25, HC Lausanne), Stéphane da Costa (FRA, Stürmer, 28 Jekaterinburg, KHL), Adam Hasani (Stürmer, 29, La Chaux-de-Fonds), Tim Grossniklaus (Verteidiger, 23, EHC Olten), Kai Schweri (Stürmer, 21, Rapperswil-Jona Lakers), Makai Holdener (Stürmer, 21, Fribourg-Gottéron)

FANTIGER-Prognose: Rang 10