Sind alle Playouter bereits jetzt bekannt?

Sportlich lief es beim EHC Biel bisher sehr gut. Der letztjährige Überraschungs-Playoffer befindet sich zum Jahresende erneut auf einem Playoff-Rang. Derzeit jagt aber bei den Seeländern eine negative Meldung die andere. Die letzte ist der sofortige Abgang von Topskorer Tyler Seguin.

Blog • • von Bruno Wüthrich

 

Dass wir uns auf diesem Portal für einmal mit dem EHC Biel befassen, hat weniger mit den Seeländern zu tun, als damit, dass wir uns ab sofort um die Gegner der SCL Tigers in den Playouts befassen können. Denn nach dem HC Ambri-Piotta und den Lakers aus Rapperswil klopft nun auch der EHC Biel unüberhörbar an die Playout-Pforte. Mehr noch: Geht es mit den negativen Meldungen weiter wie bisher, schweben die Bieler in höchster Abstiegsgefahr.

 

Der wichtigste Spieler der Liga

Tyler Seguin erzielte für den EHC Biel in 29 Spielen 25 Tore und 15 Assists. Er liegt damit in der internen Skorerliste an vorderster Stelle und auch im nationalen Skorer-Ranking belegt der Lockout-Star der Boston Bruins als bester Torschütze der Liga den vierten Rang. Unnötig zu erklären, wie wichtig Seguin für den EHC Biel in bisherigen Verlauf der Qualifikation war, und wie viel er mit dessen guter Klassierung zu tun hat. Wir erklären es trotzdem. Denn kein anderer Spieler dieser Liga war für sein Team derart wichtig wie Tyler Seguin für den EHC Biel. Folgende Zahlen verdeutlichen dies eindrücklich. Bei insgesamt 8 Siegen mit lediglich einem Tor Differenz war der Kanadier ein entscheidender Faktor. Er realisierte dabei 1-mal 1 Skorerpunkt, 5-mal 2 Skorerpunkte und 2-mal 3 Skorerpunkte. Bei einem weiteren Sieg mit zwei Toren Differenz erzielte Seguin 3 Tore. Drei Mal siegte Biel im Beisein Seguins mit drei oder mehr Toren Differenz. Jedes Mal eröffnete er den Torreigen. Darüber, wo der EHC Biel ohne Seguin stehen würde, können wir nur spekulieren. Dies ist aber nicht wichtig, und wir lassen dies deshalb bleiben. Wichtig ist einzig, was der EHC Biel ohne den Lockout-Star wird leisten können.

 

Die negativen Meldungen beim EHC Biel reissen nicht ab

Kevin Schläpfer und seine Bieler müssen in dieser Saison nicht nur den Abgang Seguins verkraften. Bereits stehen auf die nächste Saison hin sechs zum Teil sehr gewichtige Abgänge fest. Die Seeländer verlieren Ende Saison die halbe Defensive. Reto Berra, Torhüter und Lebensversicherung, wird den Klub ebenso verlassen wie die Verteidiger Antony Huguenin (Gottéron), Clarence Kparghai (Lugano) und Thomas Wellinger (Bern). Dazu verlieren die Bieler mit Dino Stecher (zu Basel) den Assistenz-Coach und den ruhenden Pol neben Vulkan Kevin Schläpfer. Da spielt es schon fast gar keine Rolle mehr, dass mit Adrian Lauper (zu Gottéron) auch ein Stürmer der Organisation den Rücken kehrt. Es braucht keine prophetischen Fähigkeiten, um voraus zu sagen, dass der EHC Biel, der sich 16 Runden vor Ende der Qualifikation auf dem zu den Playoffs berechtigenden 8. Rang befindet, seine Position nicht wird halten können. Kevin Schläpfer muss gar aufpassen, dass sein Team nach dem Fall unter den Strich nicht plötzlich in eine ähnlich negative Spirale gerät wie die SCL Tigers vor dem Trainerwechsel.

 

Werden die Bieler gar Halbfinalgegner der SCL Tigers in den Playouts? Dies wird dann der Fall sein, wenn die Tiger nicht mehr von ihrem 12. Rang weg kommen, und Biel nicht weiter fällt als auf den 9. Rang. Gut möglich aber, dass Biel sogar weitere Ränge verliert, während die Langnauer in der Rangliste etwas aufsteigen. Das Team von Alex Reinhard und Konstasntin Kurashev könnte in der zuletzt gezeigten Form für jeden Gegner in den Playouts zum Albtraum werden. Vor allem dann, wenn die Langnauer ihre Leistung auch dann abrufen können, wenn sie wieder unter Druck stehen, und es um die Existenz geht.

 

Sollten die Bieler den Halbfinal der Playouts verlieren, könnte es für Kevin Schläpfer ganz eng werden. Dann ist er darauf angewiesen, dass die Spieler, die nach der Saison den Klub verlassen werden, sich noch mit aller Konsequenz und Leidenschaft für ihren «alten» Arbeitgeber einsetzen. Schläpfer weiss um die Gefahr. Denn beim Aufstieg des EHC Biel in der Saison 2007/08 profitierten die Seeländer davon, dass beim EHC Basel, dem Gegner der Bieler in der Ligaqualifikation, bereits diverse Abgänge fest standen. Zwei davon wechselten ausgerechnet zum Gegener in der Ligaquali und späteren Aufsteiger EHC Biel. Aber es muss für Schläpfer & Co gar nicht zum Äussersten kommen. Schläpfer gilt zu Recht als ausgezeichneter Motivator. Wer weiss, vielleicht straft er jeden, der ihn jetzt in die Playouts schreibt, Lügen, und erreicht mit dem EHC Biel auch ohne Tyler Seguin die Playoffs. Die Sensation wäre noch grösser als beim selben Coup vor Jahresfrist. Und weshalb sollte dem Baselbieter als «normaler» Coach nicht gelingen, was ihm zwei Mal als Nothelfer gelang? Die Rettung des EHC Biel in letzter Minute!

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