EV Zug – SCL Tigers 1:2 n.V. (0:0, 1:0, 0:1)

Tiger entführen Sieg aus Zug

Ebenso clevere wie glückliche SCL Tigers «stehlen» dem EV Zug in dessen Heimstätte den Sieg und zwei Punkte. Der Sieg war aufgrund der gezeigten defeniven Leistung verdient.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Hier hatten die Langnauer Glück. Doch allzu viele solche Chancen hatten die Zuger nicht. Bild: Bruno Wüthrich

 

In der 64. Minute erkämpft sich Langnaus wieder erwachter Leader und Topcorer Chris DiDomenico im eigenen Drittel den Puck, zieht in Richtung gegnerisches Tor, der Puck gelangt zu Pascal Berger, der gegen Zug-Hüter Tobias Stephan den Siegtreffer markiert. Dabei hatten doch die Langnauer erst in der 58. Minute durch Thomas Nüssli ausgeglichen. Die SCL Tigers nutzten dabei eine Strafe gegen Zugs Topscorer Lino Martschini aus. Es war bestimmt kein schönes, sondern ein sogenannt dreckiges Tor. Doch Mannschaften, die erfolgreich sein wollen, dürfen nicht in Schönheit sterben wollen. Entführter Sieg, aber nicht gestohlener Sieg. Trotz der Zuger Dominanz über das gesamte Spiel, die sich vor allem im Startdrittel mit einem Schussverhältnis ausdrückte. Die SCL Tigers verdienten sich die zwei Punkte in Zug wiederum mit viel defensiver Disziplin und Kampfgeist, und sie waren im entscheidenden Moment kaltblütig genug, um die Gelegenheit zu nutzen.

Dass die Schussstatistik eben nicht alles aussagen, zeigte sich genau in diesem Spiel. Das 11:1 im Startdrittel, so dramatisch das tönt, ist völlig unerheblich. Die SCL Tigers gestanden ihrem Gegner im ersten Abschnitt lediglich eine Topchance zu, bei welcher sie gegen Lino Martschini auch eine Portion Glück brauchten. Doch im Gegenzug scheiterte Yannick-Lennart Albrecht in ebenos aussichtsreicher Position. Am ersten Gefahr, entscheidend ins Hintertreffen zu geraten, liefen die Emmentaler im zweiten Abschnitt, in dem das Schussverhältnis 12:9 für sie lautete. Den Zugern gelang es da, den Puck mehrmals hinter die Langnauer Abwehr zu bekommen und erspielten sich dazu Chancen. Allerdings gerieten die Pässen immer etwas zu steil, so dass der zum Schuss kommende Zuger bereits zu nahe bei Tiger-Hüter Ciaccio stand. In der 33. Minute ging dann aber Dominic Lammer im Slot vollkommen vergessen, wurde angespielt, und liess Ciaccio keine Chance. Es blieb der einzige von insgesamt nur wenigen fehlern, welche die Zuger ausnutzen konnten.

Siegtorschütze Pascal Berger bleib seinen kritischen Kommentaren treu: «Wir müssen uns verbessern. Offensiv waren wir nicht gut genug. Da müssen wir mehr Zeichen setzen können. Und auch defensiv machten wir ein paar Fehler zu viel.» Aber auch der vom SCB kommende Neo-Tiger macht - wie könnte es anders sein? - einen weitaus glücklicheren eindruck als nach den ersten, resultatmässig völlig misratenen neun Spielen. «Wir dürfen jetzt nicht abheben, dürfen nicht denken, wir seien jetzt die Besten und müssen weiterhin befolgen, was der Trainer von uns verlangt. Dann kann es gut kommen. Aber wir haben noch einen sehr, sehr weiten Weg vor uns.

Wetten, dass die Fans diesen Weg mit dieser Mannschaft gerne, und vor allem mit Freuden bereit sind zu gehen! Morgen geht es in Langnau gegen den HC Lugano. Und was sagt Berger dazu? «Wir können jeden Gegner schlagen.»

 

 

EV Zug – SCL Tigers 1:2 n.V. (0:0, 1:0, 0:1)


Bassard Arena Zug, 6'162 Zuschauer. SR:Massy/Müller, Altmann/Kaderel. Tore: 33. Lammer (Zangger, McIntyre) 1:0. 58. Nüssli (Berger, Schremp, Ausschluss Martschini) 1:1. 64. Berger (DiDomenico) 1:2. Strafen: 4-mal zwei Minuten gegen Zug, 2-mal zwei Minuten gegendie SCL Tigers.


EV Zug: Stephan; Grossmann, Helbling; Alatalo, Diaz; Erni, Schlumpf; Lüthi, Morant; Senteler, Immonen, Klingberg; Suri, Holden, Martschini; Lammer, McIntiyre, Zangger; Schnyder, Diem, Peter.


SCL Tigers: Ciaccio; Koistinen, Seydoux;Stettler, Randegger; Müller, Weisskopf; Zryd; Moggi, Schremp, Elo; Nüssli, Albrecht, DiDomenico;Lindemann, Berger, Kuonen; Chiriaev, A. Gerber, R. Gerber; Wyss.


Bemerkungen: SCL Tigers ohne Shinnimin, Blaser (beide verletzt), Haas (geschont), T. Gerber, Currit (beide überzählig)

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