SCL Tigers - SC Bern 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)

Tiger machen den Bären erneut nass

Die SCL Tigers bezwingen den SC Bern im vierten Aufeinandertreffen zum dritten Mal. Gamewinner war der bärenstrarke Tiger-Hüter Ivars Punnenovs.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Hier erzielt Sven Lindemann für die SCL Tigers den entscheidenden Treffer zum 2:1. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Auch wenn es nicht immer so aussah und die Spielanteile eher für die Gäste sprachen, so war es erstens ein grosser, und zweitens ein vollauf verdienter Sieg der SCL Tigers über einen SC Bern, der an diesem Abend wirklich nicht gut aussah. Gross war der Sieg deshalb, weil es an den Langnauern lag, dass es den Bernern nicht gelang, eine bessere Falle zu machen. Die Tiger lieferten über die volle Spielzeit eine disziplinierte und taktisch reife Leistung ab. In der 49. Minute erzielte Sven Lindemann auf Zuspiel von Ville Koistinen den entscheidenden Treffer. Grossen Anteil am Sieg hatte auch der untadelige Ivars Punnenovs. Es gab zwar in dieser Saison bereits diverse Spiele, in denen der Torhüter mehr zu halten hatte, als gegen diese Mutzen. Doch der Langnauer-Hüter zeigte einige grosse Paraden und strahlte zudem sehr viel Sicherheit aus. «Die ganze Mannschaft hat ein grosses Spiel gezeigt. Ich glaube, meine Vorderleute blockten noch nie so viele Schüsse wie heute», freute sich der auf diese Saison hin vom Absteiger Rapperswil-Jona Lakers herbeigeeilte Punnenovs. Für ihn war es erst der 10. Einsatz in dieser Saison. Aber bereits mehrmals zeigte er, dass eben die SCL Tigers nicht nur über einen, sondern über zwei starke Torhüter verfügen. Das zu Saisonbeginn herbeigeredete Torhüterproblem der LAngnauer besteht nicht und hat in dieser Zusammensetzung nie bestanden.

 

Hielt auch im Derby ganz stark: Ivars Punnenovs. Bild: Susanne Bärtschi

 

Es dauerte nur gerade 25 Sekunden, bis Kyle Wilson auch statistisch in der NLA angekommen war. Zwar noch nicht mit einem Torerfolg, dafür aber mit einder Strafe. Nachdem Langnaus Topskorer Chris DiDomenico nach bereits erfolgtem Offside-Pfiff trotzdem noch aufs Berner Tor schoss, erboste er damit den Ex-Tiger Simon Moser. Der wurde zwar dem Schützen nicht habhaft, verkeilte sich aber mit Langnaus neuem Kanadier, was für beide einen Zweiminuten-Auschluss zur Folge hatte. Die Szene hatte zwar weiter keine Folgen, sie zeigte jedoch bereits auf, wie intensiv dieses Startdrittel trotz fehlender Tore verlief. Die Berner führten dabei die feinere Klinge, waren auch läuferisch besser, und hatten somit auch etwas mehr Spielanteile. Doch die Langnauer agierten diszipliniert und taktisch geschickt. Die grossen Torchancen fehlten auf beiden Seiten.

 

Bestritt sein erstes Spiel für die SCL Tigers, landete früh auf der Strafbank, feierte aber seinen Einstand mit einem Derbysieg: Kyle Wilson. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Insgesamt hatten die SCL Tigers das Spiel gut unter Kontrolle. Mit einer Ausnahme. Nachdem Claudio Moggi, welcher an der Seite von Kyle Wilson und Chris DiDomenico stürmte, auf Zuspiel des Langnauer Topscorers das 1:0 erzielt hatte (25.), reagierten die Berner mit beinahe schon wütenden Angriffen, schnürten die Langnauer so lange in deren eigener Zone ein, bis der Ausgleich erzielt war. Cory Coancher lancierte in Extremis Pascal Berger, der skorte (27.). Doch damit war die Druckperiode der Gäste vorbei und ihr Pulver verschossen. Überraschenderweise hatten die Emmentaler kaum Mühe, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Im Gegenteil: Dass der Sieg der Langnauer verdient ist, sieht man auch an den Treffern an die Torumrandung. In der 22. Minute traf zwar Berns Flurin Randegger die Latte. Es wäre das 1:0 gewesen, und natürlich war das Glück der Langnauer in dieser Situation mitentscheidend für den weiteren Spielverlauf. Die Berner lagen in dieser Patie nie in Führung. Möglicherweise wäre das Spiel bei einer Führung der Berner völlig anders gelaufen.

 

Doch in der 29. Minute traf Anton Gustafsson nur den Pfosten. Es wäre die umgehende neuerliche Führung der SCL Tigers kurz nach dem Ausgleich der Berner gewesen. Und in der 42. Minute traf auch Kevin Clark nur die Torumrandung. Die Langnauer führen auch in dieser Beiziehung mit 2:1.

 

SCL Tigers - SC Bern 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)

 

Ilfishalle, 6'000 Zuschauer (ausverkauft). SR: Mollard/Wiegand, Bürgi/Wüst. Tore: 25. C. Moggi (DiDomenico) 1:0. 28. P. Berge (Conacher, Helbling) 1:1.49. S. Lindemann (Koistinen) 2:1. Strafen: 6-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 5-mal zwei Minuten gegen den SC Bern.

 

SCL Tigers: Punnenovs: Koistinen, Stettler; Y. Müller, K. Lindemann; A. Gerber, Zryd; Ronchetti, Gossweiler; C. Moggi, Wilson, DiDomenico; S. Moggi, Albrecht, Wyss; Clark, Gustafsson, Bucher; S. Lindemann, Chiriaev, Haas. Strafen: 6-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 5-mal zwei Mintuten gegen den SC Bern.

 

SC Bern: Stepanek; Untersander, Kruger; B. Gerber, Jobin; F. Randegger, Helbling; G.-A. Randegger, Dubois; Moser, Plüss, Bodenmann; P. Berger, Roy, Conacher; N. Hischier, Rüfenacht, A. Berger; Reichert, L. Hischier, M. Müller.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Hecquefeuille, Murray, Berger, Bärtschi, Nüssli, Weisskopf, T. Gerber (alle verletzt). SC Bern ohne Scherwey (gesperrt), Ebbett, Smith, Bergenheim, Bührer, Kreis, Ness, Kousa, Kobasev, Blum (alle verletzt). 22. Lattenschuss F. Randegger. 29. Pfostenschuss Gustafsson. 42. Pfostenschuss Clark. 59.00: Timeout SC Bern. 59.54 Timeout SCL Tigers. Ab 58.53 SC Bern ohne Torhüter.

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