HC Red Ice Martigny - SCL Tigers 5:4 n.P. (2:1, 1:1, 1:2)

Tigers-Siegesserie gerissen. Niederlage nach Penaltys in Martigny

4:5 - Niederlage nach Penaltys! Der HC Red Ice Martigny bleibt zu hause ungeschlagen, und die SCL Tigers punkten auch in ihrem achten Auswärtsspiel. Doch zum dritten Mal hatten die Langnauer in dieser Saison Überzeit zu leisten. Zum dritten Mal gingen sie als Verlierer vom Eis.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

Tobias Bucher 4Drei Gründe führten in diese unnötige Niederlage nach vier Siegen in Serie. Die notwendigen Umstellungen im Team der Emmentaler infolge Verletzung oder Krankheit von wichtigen Spielern, die fehlende Konzentration zwei Mal gleich nach Beginn eines Drittels, welche zu Gegentoren führte, sowie das aus Tigers-Sicht absolut harmlose Penaltyschiessen. Doch es gab nicht nur Schatten, sondern auch Licht. Ein Team, das in der entscheidenden Phase der Meisterschaft eine Rolle spielen will, braucht ein effizientes Powerplay. Die Tiger haben sich diesbezüglich enorm gesteigert. Und erneut glichen sie Rückstände aus. Sie lagen nämlich drei Mal in diesem Spiel mit zwei Torem hinten, doch es war Martigny, welches am Schluss der 60 Minuten und auch nach der Verlängerung froh sein musste, den unentschiedenen Spielstand gerettet zu haben. Immerhin sind die Unterwalliser in der heimischen Patiniore du Forum d'Octodure in dieser Saison noch ungeschlagen, zudem hat kein Team weniger Tore erhalten als der HC Red Ice.

 

Eishockey ist ein schneller Sport. Wie schnell es gehen kann, wurde den Zuschauern in diesem Spiel wieder einmal eindrücklich demonstriert. Zu Beginn des letzten Abschnitts kamen die Langnauer zum zweitem Mal in diesem Spiel verschlafen aus der Kabine. Beide Male entwischte ihnen Jeremy Wick und baute damit die Führung für seine Mannschaft auf jeweils zwei Tore (3:1 und 4:2) aus. In der 21. Minute (genau nach 20.41) hatte allerdings Tiger-Hüter Damiano Ciaccio Pech. Erst parierte er den Versuch, doch die Scheibe gelangte via Oberschenkel des anbreschenden Red Ice - Stürmers doch noch ins Gehäuse. Nachdem Wich zu Beginn des letzten Drittels erneut alleine vor Ciaccio auftauchte, und wiederum erfolgreich war (nach genau 41.44), dauerte es nach dem Anspiel genau drei Sekunden, bis Red Ices Kyrill Starkov eine Strafe kassierten, Und dann dauerte es lediglich acht Sekunden, bis die Tobias Bucher mit seinem zweiten Treffer diese Gelegenheit ausutzte. Innerhalb von nur gerade elf Sekunden fielen zwei Tore, und dazwischen wurde eine Strafe ausgesprochen. Die Langnauer waren äusserst effizient im Ausnützen der Überzahlsituationen. Vier Gelegeneheiten erhielten sie, drei davon nutzten sie aus. Was zu Beginn der Saison zwar zuweilen gut aussah, doch selten fruchtete, hat inzwischen Fahrt aufgenommen. Die Punktgewinne in den letzten Partien hatten allesamt mit dem verbesserten Powerplay zu tun. Kévin Hecquefeuille glich, erneut im Powerplay in der 55. Minute das Spiel zum 4:4 aus.

 

Insgesamt zeigten die Langnauer ein den Umständen entsprechend und mit den oben erwähnten Abstrichen gutes Spiel. Weil das Lazarett wieder grösser geworden ist, traten die SCL Tigers in Martigny lediglich mit elf Stürmern und sieben Verteidigern an. Zusätzlich zu den Langzeitverletzten Alban Rexha, Anton Gustafsson und Deny Bärtschi gesellten sich Marc Rüegg und die Gebrüder Moggi. Rüegg erlitt in Visp eine Gehirnerschütterung. Er fällt vorerst ebenso aus wie Sandro Moggi, welchen eine Handverletzung ausser Gefecht setzt. Die Reise nach Martigny angetreten hat indes Claudio Moggi. Doch weil ihn während der Fahrt eine Übelkeit überfiel, konnte auch er nicht auflaufen. So war Coach Bengt-Ake Gustafsson zu erheblichen Umstellungen gezwungen. Vor allem die Umstellungen in den ersten beiden Sturmformationen wegen des Ausfalls gleich beider Moggi-Brüder machte sich zu Beginn bemerkbar. Die beiden Gegentore im ersten Drittel hatten jedoch nichts damit zu tun. Beim 0:1 kam Mike Knoepfli im Slot völlig frei zum Schuss (7.), und das 0:2 geht auf Damiano Ciaccios Kappe. Er wirkte in der ersten Hälfte des Spiels nicht so sicher wie gewohnt, steigerte sich jedoch danach. Chris DiDomenico buchte in der 15. Minute den ersten Treffer für die Gäste.

 

Die SCL Tigers haben aufgrund der Spielanteile und der Torchancen eher zwei Punkte verloren als einen gewonnen. Die Gäste schnürten zuweilen ihre Gegner regelrecht ein, doch Red Ice stand defensiv sehr gut, war bissig, und machte den Emmentalern vor allem im Startdrittel das Leben sehr schwer. Bitter ist die Erkenntnis, das andere Teams vor allem im Penaltyschiessen die besseren Karten zu haben scheinen. Red Ice verwandelte drei von vier Versuchen, die Tiger scheiterten drei Mal klar. Während diese Entscheide in der Qualifikation, zumal bei einer derart deutlichen Führung in der Tabelle, keine Rolle spielen, gewinnen sie in den Playoffs enorm an Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass die Emmentaler auch in dieser Hinsicht noch Fortschritte machen. Es ist noch früh in der Saison. Doch gerade die Art und Weise, wie die Tiger die beiden Penaltyschiessen in Thurgau und Martigny verloren, schreit nach Korrekturen. Beide Male verloren die Langnauer diese Ausmarchungen klar und deutlich, wobei sich weder der Torhüter noch die Spieler auszeichnen konnten.

 

Bild: Susanne Bärtschi (Archiv)

 

HC Red Ice Martigny - SCL Tigers 5:4 n.P. (2:1, 1:1, 1:2)

 

Forum d'Ocrodure Martigny, 1'302 Zuschauer. SR: Dipietro, Schüpbach/Vermeille. Tore: 7. Knoepfli 1:0. 9. Dähler (Faic) 2:0. 15. DiDomenico (Nüssli, Ausschluss Malgin) 2:1. 21. (20.41) Wick 3:1. 28. Bucher (Nüssli) 3:2. 41. (41.44) Wick 4:2 41. (40.55) Bucher (Hecquefeuille, Ausschluss Starkov) 4:3. 55. Hecquefeuille (K. Lindemann, Ausschluss Marghitola) 4:4.

 

HC Red Ice: Lory; Maret, Borlat; Marghitola, Hostettler; Sirokovs, Zanatta; Marti, Wyssen; Knoepfli, Chiriaev, Wick; Lakhmatov, Montandon, Starkov; Zorin, Gaillard, Malgin; Dähler, Faic, Brem. 

 

SCL Tigers: Ciaccio; K. Lindemann, Hecquefeuille; Müller, Stettler; Ronchetti, Flückiger; Zryd; S. Lindemann, Albrecht, T. Gerber; Bucher, Didomenico, Nüssli; Haas, A. Gerber, Sterchi; Wyss, Schlapbach.

 

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Rexha, Gustafsson, Bärtschi, Rüegg, S. Moggi (alle verletzt), C. Moggi (krank). 2. Pfostenschuss Bucher. 28.48 Ciaccio hält Penalty von Zorin. 58.01 Timeout Red Ice. 65. Pfostenschuss Hecquefeuille.

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